Dark Souls Remastered

Prepare to Die (Again)

Dark Souls Remastered ist nun mit etwas Verspätung auch auf Nintendo Switch erschienen und kann somit erstmals auch unterwegs gezockt werden! Ob sich das Warten auf den portablen Ableger gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Prepare to Die

Dark Souls gilt seit dem Erscheinen des Originals im Jahr 2011 als eines der wohl einflussreichsten Action RPG Spiele unserer Zeit. Spieler und Kritiker weltweit waren von dem Meisterwerk des japanischen Entwicklerstudios From Software gleichermaßen begeistert und sprachen sogar von einer Revolution des Genres. Entstanden aus diesem Hype ist dann der Begriff “Souls-like”, welcher auch noch heute verwendet wird, um ähnliche Spiele zu beschreiben.

Bekannt ist Dark Souls für seine epischen Bosskämpfe, dem hohen Schwierigkeitsgrad,  genialem Leveldesign und der Abwesenheit von Hilfestellungen jeglicher Art. Bereits zu Beginn des Spiels seid ihr, nach einem sehr minimalistischen Tutorial, auf euch allein gestellt. Worum es im Spiel geht und was die tatsächliche Geschichte ist gilt es selbst herauszufinden und zu interpretieren. Eure erste Aufgabe lautet zwei Glocken zu läuten. Wo sich diese Glocken befinden, wird euch allerdings nicht verraten, denn das müsst ihr natürlich auch selbst herausfinden. Es gibt keine Richtungsweiser und auch keine Karte, der ihr blind folgen könnt. Für Spieler die es gewohnt sind vom Spiel geleitet zu werden kann das eine überraschend frische oder auch schockierende Abwechslung darstellen.

Dark Souls - Firelink Shrine

Das Leveldesign in Dark Souls spielt eine wichtige Rolle, denn ein großer Teil des Spiels ist es die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden und neue Orte und Geheimnisse zu entdecken. Hauptschauplatz ist eine riesige mittelalterliche Burg, samt Garten, Katakomben und anderen düsteren Orten, welche sich dank ihrer liebevoll gestalteten Umgebung instinktiv voneinander unterscheiden. So unterschiedliche diese Gebiete auch erscheinen, sind sie dennoch auf eine geschickte Art und Weise miteinander verbunden. So findet man oft auch nach stundenlanger Erkundung plötzlich neue Abkürzungen zu bereits bekannten Orten ohne diese jemals bemerkt zu haben. Wie ein Puzzle fügen sich die einzelnen Orte mit jeder neuen Entdeckung zu einer Karte im Gedächtnis zusammen. Wer sich diese Karte nicht einprägt und nicht auf die Umgebung achtet, kann sich schon mal in den ewigen Abgründen der Katakomben verlieren oder in eine fiese Falle tappen. Nicht nur die Umgebung versucht uns an unserer Erkundung zu hindern, sondern auch die Kreaturen, die hinter jeder Ecke lauern.

Dark Souls - Enemy

Neben vergleichsweise normalen Gegnern wie Skeletten, Untoten und Drachen begegnet ihr noch weitaus grauenhafteren Kreaturen, wie man sie nur aus Horrorgeschichten und Albträumen kennt. Groteske, blutverschmierte Fabelwesen und bis zur Unkenntlichkeit entstellte Monstrositäten sind hier an der Tagesordnung und sorgen immer wieder für einen “WTF!”- Moment.

Dark Souls - WTF

Bekämpft werden diese abscheulichen Kreaturen mit altertümlichen Waffen wie Schwertern, Schilden, Äxten und Magie. Es ist kein Geheimnis, dass das Kampfsystem in Dark Souls brutal ist. Sterben gehört hier zum Lernprozess dazu und soll dazu animieren das eigene Verhalten bewusster zu steuern und Gegner zu studieren. Jeder noch so kleine Kampf muss sorgfältig gewählt und mit voller Konzentration durchgeführt werden. Einmal falsch ausgewichen oder zum falschen Zeitpunkt Leben regeneriert und schon wird man dafür mit Axthieben ins Gesicht bestraft. Das Verhalten der Gegner variiert, abhängig vom Gegnertyp, sehr stark und überrascht somit mit immer neuen Herausforderungen im Spielverlauf.

Dark Souls - Boss

Die größten Herausforderungen und die Highlights des Spiels stellen die Bosskämpfe dar. Sucht man lange genug ein Gebiet ab wird man früher oder später auf eine weiße Nebelwand stoßen, hinter der sich ein Bossgegner befindet. Hierbei handelt es sich um besonders starke und einschüchternde Gegner, die oft auch das 20-fache der eigenen Größe besitzen. Für unerfahrene Spieler können diese scheinbar unfairen Leistungssituationen oft überfordernd und frustrierend sein. In den wenigsten Fällen wird man einen Bossgegner gleich beim ersten Mal besiegen. Schafft man es diese anfängliche Nervosität zu überwinden und das Verhalten des Gegners zu analysieren, wird man schnell Bewegungsmuster erkennen und messbare Fortschritte erzielen. Gelingt es einem dann doch endlich den Boss zu besiegen, wird man mit einem unvergleichlich befriedigendem Erfolgsgefühl belohnt.

Außerdem erhält man von jedem besiegten Gegner und Bossgegner eine bestimmte Anzahl an Seelen. Seelen gelten in Dark Souls als Währung und können sowohl bei Händlern eingetauscht, als auch zum aufleveln der Charakterwerte verwendet werden. Durch neue Ausrüstungen, Waffen und bessere Charakterwerte kann der Charakter dem eigenen Spielstil angepasst werden. Wichtig ist hier vor allem die Agilität, welche vom Gewicht der Ausrüstung und Waffe beeinträchtigt wird.

Online-Modus

Wieder mit dabei ist der in den Einzelspieler integrierte Online-Modus. Ist die Online Option aktiviert, so kann man Nachrichten für andere Spieler hinterlassen, fremde Nachrichten lesen und mit anderen Spielern spielen. Diese Nachrichten können erstaunlich hilfreich sein, wenn es darum geht den richtigen Weg zu finden. Der ausgefeilte PVP-Modus erlaubt es in die Welten anderer Spieler einzudringen oder selbst angegriffen zu werden. Erfahrene Spieler ihre Skills in ehrenvollen Kämpfen mit gleichgesinnten Spielern auf die Probe stellen. Alternativ könnt ihr euch im Co-Op mit euren Freunden zusammentun und schwierige Bossgegner gemeinsam in Angriff nehmen.

Technisches

Dark Souls auf Nintendo Switch läuft sowohl im Docked als auch Handheld-Modus erstaunlich flüssig. Der Entwickler verspricht eine stabile Framerate von 30fps, genau soviel wie das Original, und einer Auflösung von 1080p am TV und 720p im Handheld-Modus. Grafisch kann die Nintendo Switch Version nicht mit den Remastered Ablegern für Xbox One und PS4 mithalten, bietet dafür allerdings eine etwas hübschere Optik als das Original aus dem Jahr 2011. Leider lässt die Audioqualität stark zu wünschen übrig. Sowohl im TV-Modus als auch Handheld-Modus ist die schlechte Audioqualität eindeutig hörbar. Egal wie gut die Heimkinoanlage ist, der Sound hört sich so an als würde er aus einem Billiglautsprecher aus dem letzten Jahrhundert kommen. Ein weiteres kleines Manko betrifft die Menu Steuerung, welche den B-Knopf für “Bestätigen” und den A-Knopf für “Abbrechen” verwendet. Auch nach mehreren Stunden Spielzeit haben wir die Knöpfe immer wieder verwechselt. Abgesehen davon ist die technische Umsetzung einfach top!

Fazit

Wär hätte gedacht, dass Dark Souls Remastered und Nintendo Switch so gut zueinanderpassen. Sowohl im TV- Modus als auch im Handheld Modus fühlt sich das Spiel wie das Original an. Der harte aber schwere Schwierigkeitsgrad, die epischen Bosskämpfe und das atmosphärische Leveldesign lassen einen voll und ganz in die düstere Welt von Dark Souls eintauchen. Neue Entdeckungen und schwer erkämpfe Errungenschaften werden mit einem adrenalingeladenen Erfolgsgefühl, wie es nur wenige andere Spiele schaffen, belohnt. Es ist eine befriedigende Erfahrung, die einem in herkömmlichen Spielen oft genommen wird. Wer dieses Meisterwerk noch nicht gespielt hat, sollte dies nun unbedingt nachholen!

 

— Laurenz Brünner

9.4

Das Gute

+ spannendes Kampfsystem

+ gutes Level- und Monsterdesign

+ Massiver Spielumfang

+ stabile Framerate auch im Handheld-Modus

+ Präzise Steuerung

Das Schlechte

~ Grafik

- Schlechte Audioqualität

- verwirrende Menüsteuerung

Shortcut Dark Souls Remastered
Release 19. Okt 2018
Studio From Software
Publisher Bandai Namco
Alles in Allem Awesome