Do., 16. Apr. 2026
Capcom liefert mit Altbekanntem und Neuem

Hack and Shoot durch die Mondbasis

Pragmata

Ein neuer Space-Shooter, Kämpfe gegen Roboter und künstliche Intelligenzen die versuchen die Menschheit zu stürzen und alle Forschungen zunichtezumachen… Alles Szenarien die man aus diversen Filmen und auch Videospielen bereits kenn. Genau in diese thematische Ecke gesellt sich jetzt Pragmata dazu. Viele der Games aus dieser Genre-Ecke sind manchmal so schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind.

Doch Pragmata ist gekommen, um Eindruck zu hinterlassen. Denn Capcom hat sich hier auf jeden Fall wirklich etwas Innovatives einfallen lassen, das uns bereist auf der Gamescom 2025 überzeugt hat und auch jetzt nicht enttäuscht!

The demolished side of the moon

In einer Zukunft, die vielleicht gar nicht so unendlich fern erscheint, hat die Menschheit den Mond „besiedelt“ und repliziert dort dank dem außergewöhnlichen „Lunafilament“ alle Dinge, die wir auf der Erde bereits besitzen. Von einfacher Technik bis hin zu kompletten Natur-Ökosytemen kann Lunafilament alles reproduzieren auf dem Mond.

Doch plötzlich reißt die Verbindung der Erde zu den Mondbasen ab – und Hugh Williams und sein Team werden auf den Mond geschickt, um abzuklären was dort passiert. Doch was das Team auf dem Mond erwartet, ist nicht das, was sie erhofft haben. Keine Menschenseele irgendwo zu sehen, die Künstliche Intelligenz zeigt sich massiv feindselig und ein Mondbeben bricht eine noch schlimmere Katastrophe vom Zaun wodurch Hugh plötzlich allein herausfinden muss was hier vor sich geht.

Zum Glück haben sich aber nicht alle Androiden gegen die Menschen gestellt – ein kleines „Mädchen“ kommt Hugh genau zum richtigen Zeitpunkt zur Hilfe und stellt sich an seine Seite. Denn D-I-0336-7 – von Hugh der Einfachheit halber Diana getauft – rettet den einsamen Astronauten nicht nur vor dem sicheren Tod, sondern erweist sich auch anderweitig als hilfreich. Kann sie doch die aggressiven künstlichen Intelligenzen hacken und damit ihre Schwachstellen hervorholen, wodurch Hugh erst überhaupt eine Chance gegen diese mit seinen Waffen hat.

Gemeinsam begibt sich das ungleiche Duo auf Erkundungstour über den Mond, um den Kontakt mit der Erde wieder herzustellen und hoffentlich lebendig herauszufinden, was den Mond in diese Katastrophe hat laufen lassen…

Charakterdesigns wie man es sich wünscht

Ein Astronaut und ein kleines (Androiden-)Kind, die die Welt retten müssen. Klingt im ersten Moment fast etwas ein bisschen abgedroschen und man befürchtet vielleicht nervige Kinderaction und frustrierte Erziehungsversuche eines Astronauten.

Doch Capcom trifft hier einen Ton, der besser nicht sein könnte. Währen Hugh und Diana sich über die Story hinweg zu einem dynamischen Gespann entwickeln, lockert ein bisschen Humor an den richtigen Stellen perfekt gesetzt die manchmal doch düstere Stimmung auf.

Die Story bringt Charaktere die emotional spürbar sind, nicht aufdringlich aber trotzdem sehr sympathisch und real. Gerade Diana als AI trifft einen schönen Ton zwischen menschlich und  (vor-)programmiert, der immer eine gewisse Spannung mit sich bringt – gerade wenn weil sie die einzige „menschliche“  Interaktion ist die wir bekommen. Das Schaubild der „funktionierenden“ emotionalen Androidin und den wahnsinnig gewordenen künstlichen Intelligenzen hält dem Spieler permanent zwei Extreme aus derselben Schmiede vor Augen, die man trotzdem stellenweise einfach vergessen will um den Moment zu genießen.

Gerade dann, wenn das Spiel einem mit emotionalen und perfekt inszenierten wunderschönen Bildern konfrontiert. Mit Bilderbuchmomenten, die man sich nicht von einer künstlichen Intelligenz ruinieren lassen will – gerade weil sie sich zu jeder Zeit so menschlich anfühlt.

Gameplay wie nie zuvor

Die Story ist wunderschön inszeniert, die Charaktere so schnell ins Herz geschlossen und die Grafik einfach atemberaubend – gerade wenn wir immer wieder mit die monumentalen Ausblicken der Mondbasis konfrontiert werden. Doch was Pragmata wirklich auszeichnet, ist das innovative, komplex fordernde, aber trotzdem funktionierende neue Gameplay.

Grundsätzlich haben wir es mit einem „recht normalen“ Shooter in Outer-Space gegen Roboter zu tun. Doch allein die eigenen Waffen sind quasi machtlos gegen unsere Gegenüber. Erst wenn Diana die Roboter gehackt hat, machen die Waffen relevanten Schaden. Der Hack läuft hierbei allerdings in keinster Weise automatisiert ab – sondern muss selbstständig manuell ausgeführt werden.

Während man mit Hugh mit gezogener Waffe auf die Gegner zielt, zeigt Diana die Hacking Möglichkeiten sofort an sobald Gegner in Reichweite sind. Dafür öffnet sich am Bildschirm ein eigenes kleines (bis großes) Hacking-Fenster, mit diversen Nodes die man durchlaufen kann, während man sich einen Weg zum markierten Ziel in der Matrix bahnt. Erst wenn der Hack erfolgreich am Ziel angekommen ist, entblößen die Roboter ihre Schwachstellen und können sinnvoll von Hugh attackiert werden.

Zusätzlich zum regulären Endpunkt können auf dem Weg zum erfolgreichen Hack auch noch jede Menge Buffs eingesammelt werden. Diese erweitern über den Spielverlauf hinweg die Möglichkeiten. Zum Beispiel wird Schaden erhöht, mehrere Gegner können gleichzeitig gehackt werden oder sogar kurzzeitig übernommen werden. Der taktische Einsatz der Buffs  gibt den Schusswechseln von mal mehr Tiefe und erlaubt durchaus interessante Konstellationen im Kampf.

In der Zwischenzeit steht aber die Welt nicht still. Euer Gegnerhandling und das Hacking laufen parallel zueinander am Screen ab. Die Roboter werden nicht langsamer, ihr müsst Attacken ausweichen und euch in Sicherheit bringen – alles während Diana an dem Hack arbeitet. Doch was im ersten Moment unmöglich klingt und auf den ersten Blick vielleicht vollkommen überfordernd aussieht – funktioniert einfach so reibungslos!

Die Steuerung beider spielbaren Elemente auf dem Controller gehen nach ein bisschen Übung und den ersten Gegnern wirklich flüssig von der Hand. Über den Spielverlauf bleibt der Kampfablauf immer challenging aber nicht frustrierend. Der Wechselfokus zwischen Hacken und Schießen macht Spaß und bringt enorm viel Abwechslung aber auch strategische Elemente ins Gameplay.

Klein – größer – Monströs

Natürlich kämpft man sich hier aber nicht nur durch kleine Roboter und künstliche Menschen. Wenn schon intelligente Maschinen am Start sind, dann müssen die natürlich auch eine gewisse Größe erlangen.

Die unterschiedlichen Gegnertypen überraschen immer mit eigenen Facetten und interessanten Eigenheiten. Die Abwechslung und unterschiedlichen Herausforderungen denen man hierbei gegenüber steht, machen die Kämpfe abwechslungsreich ohne dabei aber zu viele unterschiedliche Angriffsmanöver zu kombinieren. Die Kämpfe bleiben frisch und knackig, fordern und riskant ohne dabei frustrierend und unspielbar zu wirken.

Während die „regulären“ Gegner sich immer in angenehmen Größen präsentieren, so bieten die jeweiligen Story Abschnitte zum Ende hin massive Maschinen, die gar nicht gut auf uns zu sprechen sind. Die Bossfights sind aber ebenso keine frustrierenden Dark Souls Momente – sondern herausfordernde, aber meisterbare Endkämpfe mit massiven Gegnern und jede Menge Twists and Turns. Das macht Spaß, bringt schon mal den Controller zum Glühen und die Lebensleiste an den Rand des Abgrundes – aber niemals die eigenen Chancen gegen Null. Ein bisschen Challenge muss schon sein, aber man bekommt nie das Gefühl machtlos gegen diese Giganten zu sein.

Der Hub – dein Safespace

Gerade der strategische Aspekt des Hackings und das breite Waffenarsenal, das man sich über die Missionen hinweg ansammelt geben dem Vorankommen in Pragmata durchaus eine Chance sich das Gameplay auf die eigenen Vorlieben anzupassen. Ein kleiner Hub dient als Ausgangszentrale für alle eure Missionen. Hier können Fähigkeiten und Waffen aufgerüstet werden, neue Perks und Nodes für das Hacking freigeschalten werden und vieles mehr.

Bevor es dann zurück in die jeweilige Mission geht, sucht man sich das gewünschte Loadout – inklusive Waffen und Hacking-Buffs – aus um besten vorbereitet loszugehen. Immer wieder kann man in den Missionen über Zugänge direkt in den Hub zurückgehen – mit der Prämisse, dass danach allerdings alle Gegner neu spawnen.
Wer somit aber am Ende seiner Kräfte ist, vielleicht nicht das vorteilhafteste Loadout für die nächste Passage mithat, der kann immer wieder taktische Anpassungen machen und sich danach weiter in den Kampf begeben.

Zudem bietet der Hub auch eine Trainingsecke um die eigenen Fähigkeiten zu meistern oder Collectibles des Games zu verwalten. Die meiste Zeit steckt man hier allerdings in die Upgrades.

Fazit

Pragmata bringt das innovativste Gameplay, dass die Action-Adventure Shooter seit langem gesehen haben. Das durchaus fordernde aber perfekt harmonierende Zusammenspiel von Shooter und Hacking macht ordentlich Laune, während die Mischung aus strategischem Einsatz von Buffs und Waffen so unzählige Möglichkeiten in die Kämpfe bringt, dass es einfach nie langweilig wird. Die eigene Fingerfertigkeit wird auf die Probe gesetzt, das Hirn arbeitet an den eigenen Multitasking Fähigkeiten und trotzdem – oder gerade deswegen – geht das Gameplay einfach wunderbar pleasing von der Hand.

Darüber findet man auch noch eine gute und wunderschön inszenierte Sci-Fi-Story wieder. Mehr gibt es eigentlich nicht zu erwarten von einem guten Action-Adventure in der heutigen Zeit.

Jetzt schon ein ganz starker Kandidat für Game of the year 2026 – und das, obwohl wir erst April haben!

— Nina
Bewertung

Shortcut Pragmata
Release 17. Apr. 2026
Studio Capcom
Publisher Capcom
Alles in Allem To the Moon!