So, 9. Oktober 2016

Das schwarze Schaf der Familie – Mafia III

Der Gangsterepos rund um Drogen, Korruption und Erpressung ist zurück. Willkommen in der alltäglichen Welt von Mafia. Ein weiteres Mal dürfen wir in die Rolle eines aufsteigenden Aushilfsgangsters steigen, der die Stadt unter seine Fittiche nehmen möchte. Dass die anderen Familien diese natürlich nicht freiwillig an uns übergeben und zahlreiche Schusswechsel, Verfolgungsjagden und Schlägereien die Folge sind kann sich wohl jeder denken. Doch, was hat die Open-World von Mafia III denn alles zu bieten?

Rache serviert man am besten kalt

Wie könnte es anders sein dreht sich in Mafia III alles in erster Linie um Rache. Unser Protagonist Lincoln Clay, ein afroamerikanischer Kriegsveteran und Aushilfsgangster, kommt zurück in seine alte Heimat New Bordeaux. Dort stellt er nicht nur fest, dass die ortsansässige italienische Mafia das Sagen hat, sondern auch, dass sein Ziehvater in einigen Problemen steckt. Als ein Raubzug, der die Lösung aller Probleme bieten soll, in einem Blutbad endet, findet sich Lincoln in einem Rachefeldzug gegen die Strippenzieher der Stadt wieder.  Eines ist klar: Die sollten sich warm anziehen.

EIn ganz normaler Tag in New Bordeaux
[/link] EIn ganz normaler Tag in New Bordeaux

Eine Art von Geschichte

Bei der Erzählung der Geschichte haben sich die Entwickler etwas Besonderes überlegt. Es werden immer wieder Ausschnitte aus einer Gerichtsverhandlung, in Bezug auf die momentan erlebten Erlebnisse oder jenen die noch bevorstehen, oder Interviews mit Zeitzeugen gezeigt. So bekommt das Spiel viel mehr von einer Art geschichtlicher Dokumentation.

Vater Ballard erzählt als Zeitzeuge
Vater Ballard erzählt als Zeitzeuge

Auf Lincolns Mission

Gerade zu Beginn bekommen wir von der Open-World New Bordeaux wenig mit. Wir werden von einer kleinen Mission zur nächsten gebracht und schießen uns mehr oder weniger unseren Weg zur nächsten Zwischensequenz frei.  Diese sind nahezu filmreif und auch die deutsche Synchronisation kann sich hören lassen.

Im späteren Spielverlauf lässt man uns dann auf die Open World los und hier gibt es Einiges zu erkunden. Da wir zu Fuß schnell auf der Strecke bleiben, stehen uns zahlreiche Autos, wie auch Boote, zur Verfügung. Bevor wir einen Bezirk einnehmen können, müssen wir diesen zuerst durch einige Missionen schwächen. In diesen töten wir beispielsweise die Vollstrecker des jeweiligen Bezirksleiters oder verursachen ordentlich Sachschaden, um dessen Geschäfte zu schädigen.

Auf dem Boot durch enge Tunnel
[/link] Auf dem Boot durch enge Tunnel

Was darf in einer  Open World nicht fehlen? Richtig, die Sammelobjekte. In Mafia 3 gibt es nämlich Schallplatten, Playboycovers und Bilder. Dabei unterstützen einen die zahlreichen Schaltschränke in der Stadt in denen Lincoln Wanzen installieren kann. So können wir nicht nur einzelne Bezirksleiter auf unsere Seite ziehen, sondern sehen auch die Sammelobjekte auf der Minimap. Alles was wir dazu brauchen sind alte Elektronikbauteile, die wir ebenfalls in der Open World finden können.

Alles wird gesammelt. Sogar ein Playboy kommt mit
[/link] Alles wird gesammelt. Sogar ein Playboy kommt mit

Die Strategie mit der KI

Während den Missionen können wir entweder blindlings in den Raum stürmen und die feindlichen Mafiosi in einem Kugelhagel untergehen lassen oder schleichend einen nach dem anderen ausschalten. Für welche der beiden Arten man sich auch entscheidet, die eher mau ausgefallene KI macht uns kaum das Leben schwer. Für erstere Variante empfiehlt sich eine Platzierung im Raum hinter einer Deckung, durch die man auch von hinten geschützt ist. Die Gegner kommen dann Stück für Stück von vorne und lassen sich per Kopfschuss ins Jenseits befördern. Kommt uns dann doch einmal ein Gegner zu Nahe können wir per Tastendruck einen brutalen Kill initialisieren, bei dem wir zum Richtigen Zeitpunkt die Taste wieder loslassen müssen. Hat man dies geschafft, so kann man die kleine Kill-Sequenz genießen.

Lincoln im Feuergefecht
[/link] Lincoln im Feuergefecht

Wer lieber auf Skill&Kill steht, dem bietet der niedrige Erkennungsradius der Feinde genug Spielraum um sich von einem zum nächsten zu schleichen und diesen auszuschalten. Wird es einmal doch enger, so kann man die Mafiosi per Pfeifen zu einer Deckung locken und sie heimlich loswerden. Zusammenfassend stellt man uns mit dieser KI momentan eher noch vor keine Herausforderung.

Dieser Gegner hat uns nicht kommen sehen
[/link] Dieser Gegner hat uns nicht kommen sehen

Ein Spiel mit Flair

Wenn wir gerade einmal Zeit haben oder eine weitere Stecke bis zur nächsten Mission vor uns haben genießen wir richtig die Atmosphäre.

Auch Alligatoren brauchen Frühstück
[/link] Auch Alligatoren brauchen Frühstück

Die verschiedenen Autos, Stadtteile, Kleidung sind nicht nur liebevoll gestaltet sondern bannen uns richtig in ihrer Welt. Besonders erwähnenswert ist der hervorragend gewählte Soundtrack, denn überall erwarten uns beliebte und bekannte Songs.

Was erwartet uns noch

Es gibt bereits ein erster Ausblick auf die kommenden DLCs. Demnach sollten drei kostenpflichtige Story DLCs erscheinen, die in erster Linie Lincolns Vorgeschichte in New Bordeaux näher beleuchten sollen. Der Erste mit dem Namen Faster, Baby dreht sich um schnelle Autos und wilde Verfolgungsjagden. In Sign of the Times macht sich Clay auf die Jagd nach einem Kult, der in der Stadt Ritualmorde verübt.  Zu guter Letzt wühlt man in Stones Unturned Lincolns Vergangenheit auf.

Fazit

Mafia III  ist zweifelsohne das Gangster Spiel des Jahres. Der Soundtrack, das Ambiente und der Protagonist bringen einem ein New Bordeaux, bei dem viele Anderen gescheitert wären. Dabei legt man Wert auf relevante Themen der damaligen Zeit wie die Rassentrennung, den Vietnam-Krieg und das Drogenmilieu. Die große Spielewelt bietet zahlreiche Stunden spielspaß, bei der jeder Spieler individuell vorgehen kann. Große Neuerungen braucht man allerdings nicht zu erwarten. Sowohl Gameplay wie auch Missionen stellen sich nach mehreren Stunden Spielzeit als sehr repetitiv heraus. Trotzdem bietet Mafia III allerhand an Unterhaltung und zieht uns mit seinem Flair dennoch in seinen Bann.

— Fabian Padrta
Bewertung

Urteil + Open World, der 60 Jahre + Individuelle Lösungen bei Missionen + Zahlreiche Stunden Spielspaß - Repetitive Missionen - Wenig Abwechslung - Anspruchslose KI
Alles in Allem Awesome