Sa, 1. November 2014

Lords of the Fallen - Live, fight, die, repeat!

Es tobt ein harter Krieg zwischen den Menschen und einer beinharten Armee von Dämonen, kommandiert von einem gefallenen Gott, der im Namen der „Lords of the Fallen“ agiert. Ihr oberstes Ziel: Die Zerstörung der Menschheit. Der Protagonist Harkyn, ein Krieger mit einer düsteren Geschichte, verweilt noch weggesperrt in einer Zelle. Doch ist es er, der vielleicht die letzte Chance der Menschen gegen die grausame Macht der Lords und so begleiten wir den einsamen Kämpfer auf seinem Kreuzzug gegen die finsteren Schergen.

Nach dem Tutorial ist vor dem Tutorial

Jeder Spieler darf und soll seinen eigenen Weg in der Geschichte der Lords gehen. Bereits am Beginn müssen wir uns für eine der drei Magieklassen entscheiden und beginnen so die Vorgeschichte des düsteren Kämpfers Harkyn. Wir haben die Wahl zwischen Prügel, Täuschung und Trost. Alle Klassen beinhalten 4 mächtige Zaubersprüche, welche sich einander zwar ähneln und trotzdem einzigartig sind. Wir haben uns für die Prügel-Klasse entschieden, schließlich sollen die fiesen Dämonen erstmal ordentlich Eine verpasst bekommen. Wer glaubt mit der Magieklasse ist die Sache schon erledigt, der irrt, denn im zweiten Schritt wählt man seine primäre Ausrüstung aus einem von drei Sets. Da gibt es den Krieger mit schwerer Rüstung, Stahlschwert und Schild der Gegner ordentlich einheizt, den Kleriker, der mehr auf mittlere Rüstung und eine Hammer/Schild Kombination steht und den Schurken, der Aufgrund von leichter Rüstung und Dolchen seine Stärke in seiner Flinkheit sieht. Nachdem bereits mit der Prügel-Klasse klar sein sollte, dass wir diesmal auf Hau-Drauf-Devise setzen entscheiden wir uns für das Krieger-Set.

Hat man diese ersten Entscheidungen erst einmal getroffen, so erfreut uns eine Filmsequenz mit Eindrücken aus der Spielewelt und wir sind gleich in Vorfreude auf das erste Gemetzel. Und das lässt auch nicht lange auf sich warten, denn bereits mit Ende der Cutscene befinden wir uns in unserem ersten Kampf. Eine kleine Infobox teilt uns mit, dass wir sowohl schnelle als auch aufgeladene Angriffe vollführen können, jedoch einen Teil unserer Energie verbraucht. Auch ermöglicht der Schild das Parieren von schwächeren Attacken der Gegner. Das war’s dann auch schon mit dem Tutorial, auf alle weiteren Steuerungselemente bzw. weitere Spielinhalte wird zunächst nicht eingegangen und auch im späteren Verlauf wird zwar die ein oder andere Infobox auftauchen, das meiste gilt es allerdings in harter Selbsterfahrung zu erproben und zu erlernen. Dementsprechend kommt es dann nicht selten vor, das man sich in einem Kampf findet und erst einmal alle Tasten in unterschiedlichster Variation durchprobiert um herauszufinden wie man nun diesen Heiltrank aktivieren kann oder dem Feind einem seiner verheerenden Zauber entgegenschleudert.

Doch keine Angst die komplexe Steuerung hat man nach der ersten Spielstunde bereits im Griff. Umso mehr Spaß machen nun auch die Kämpfe gegen die Dämonen, denn wir können unseren Spielstil je nach Lust und Laune entsprechend schnell anpassen. So können wir mit starken Attacken vom Gegner mit unserem Schild blocken und ihm anschließend mit der anderen Hand eines auf die Rübe geben oder nach schnellem Wechsel in Braveheart-Manier mit dem beidhändigen Schwert auf den Feind zustürmen und ihn im Klingenhagel untergehen lassen. Sollten wir mit der Nahkampfmethode nicht so fruchten wie erwartet, wechseln wir das Schild gegen einen Handschuh, mit welchem Fernkampfangriffe ermöglicht werden. Alternativ können wir unseren Zweikampf jederzeit mit Zaubersprüchen unterstützen. Beides verbraucht Magie, die sich zwar regeneriert jedoch taktisches Feingefühl für den richtigen Einsatz erfordert.

Kill with Skill

Aber nicht nur bei der Steuerung steht man zuerst etwas an. Ein erster Blick in die Charakteroptionen bombardiert uns regelrecht mit verschieden Informationen und Tutorial-Infoboxen, die alle wichtige Aspekte des Spieles beinhalten, jedoch gerade am Anfang für reichlich Verwirrung sorgen. Erreichen wir nämlich nach einigen Gemetzeln einen der verstreuten Kristall-Checkpoints, können wir nicht nur unseren Lebensbalken und verbrauchte Tränke wieder auffüllen sondern besitzen ebenso die Möglichkeit gesammelte Erfahrung in Zauberpunkte oder Attributspunkte zu investieren. Mit diesen können dann die Charaktereigenschaften erhöht oder Zauber erlernt bzw. verbessert werden. Sollten wir während des Gefechts doch einmal dem Tod nicht entrinnen können, so respawnt man am letzten Kontrollpunkt. Alle Erfahrungspunkte die man jedoch zwischen Speichern und Ableben angesammelt hat gehen erstmals verloren, können aber bei raschen auffinden des Leichnams wieder zurückgewonnen werden.

Genauso wichtig wie das richtige Skillen ist das Inventar. Durch Erforschen der Spielewelt wird diese immer mehr befüllt. Ein Limit an maximal tragbaren Gegenständen gibt es nicht und so können wir nach Lust und Laune Rüstungselemente, Waffen, Schilde und Handschuhe wechseln so wie wir es für sinnvoll erachten. Doch bereits hier eine kleine Warnung: Jede Wahl hat Konsequenzen. So sind stärkere Rüstungen zwar widerstandsfähiger, limitieren unseren Helden jedoch in der Bewegungsgeschwindigkeit. Das ist dann besonders unterhaltsam, wenn wir einen der anstürmenden Feinde mit einer Seitwärtsrolle ausweichen wollen und unser Charakter dabei aussieht wie ein Sumo-Ringer in Slow-Motion. Wie erwähnt kann auch unser Inventar nicht überladen werden, unser Held jedoch schon. Jede Ausrüstung besitzt nämlich einen Gewichts-Wert. Wird das momentane Maximum an tragbarem Gewicht erreicht, so können keine weiteren Angriffe mehr durchgeführt werden. Diese Info stand sicherlich in einer der Infoboxen vom Anfang aber ganz ehrlich, wer liest schon 7 Boxen hintereinander?!

Im späteren Spielverlauf bekommen wir zusätzlich die Möglichkeit unsere Ausrüstung durch Runen aufzuwerten. Dazu müssen zunächst versiegelte Runen durch Besiegen von Feinden oder Plündern von Truhen gesammelt werden. Anschließend können diese dann beim Dämonenschmied des Vertrauens geschmiedet werden. Abhängig von Größe der Rune und zusätzlich investieren Erfahrungspunkten fällt dies einmal besser einmal schlechter aus.

Live, Die, Repeat

Hektischer kann es dann schon mal bei den Bosskämpfen werden. Hier zählt nämlich der richtige Einsatz der zahlreichen Waffen, Rüstungen und Fertigkeiten. Nicht selten erwischt man sich dabei, das man in den einzelnen Kampfphasen gezielt Ausrüstung wechselt nur um die Chance den Feind zu besiegen auch nur minimalst zu steigern. Dass man hier mit häufigen Ableben rechnen muss ist selbsterklärend. Umso größer ist dann die Freude, wenn der Boss nach etlichen Spielminuten das zeitliche Segnet und uns dabei auch noch ein paar hübsche Goodies hinterlässt.

Fazit

Lords of the Fallen ist ein herausforderndes Action-RPG, das seinen Spielkollegen um Nichts nachsteht. Es bedarf zwar einiger Spielzeit um das volle Potential des Spieles ausschöpfen zu können, aber dann ertappt man sich immer häufiger selbst bei der Erfahrungspunkte- und Itemjagd. Die Welt ist grafisch ansprechend gestaltet und die verschiedenen Erkundungsmöglichkeiten und Levelebenen reizen einen „nur noch schnell“ diesen Durchgang zu erkunden. Auch die üppig verteilten Checkpoints erleichtern gerade Neulingen den Einstieg. Story Liebhaber von RPG-Spielen werden hier allerdings nicht glücklich, denn mit Ausnahme des Intros, das mehr Fragen aufwirft als das Spiel beantwortet, werden kaum weitere Geschichtspfade erzählt. Wer also wieder Lust auf abwechslungsreiche Kämpfe und unzähliges Inventar hat ist bei Lords of the Fallen genau richtig, sollte aber genügend Zeit für das Erlenen des Spiels mitbringen.

— Fabian Padrta
Bewertung

Urteil + Forderndes RPG + Fette Bosskämpfe + Level und Aufwertemöglichkeit + Üppiges Waffenarsenal - Extreme Forderung an Spieler in den ersten Spielstunden - Mäßige Hauptstory
Alles in Allem Kill 'em all