Mo, 30. September 2019
Borderlands 3 vorgestellt

Loot me baby one more time

Borderlands 3

Die Vorstellung eines Sequels zu einer erfolgreichen Spielserie ist immer ein Drahtseilakt für eine Spieleschmiede: Die Erwartungen der langjährigen Fans klettern mit jedem vergangenen Jahr exponentiell nach oben. Solche Spiele sollten also auf jeden Fall ihre Zielgruppen zufrieden stellen und dabei aber noch so viele Verbesserungen beinhalten, um auch potentielle neue Fans mit ins Boot zu holen.
Die Texaner von Gearbox sind hier aber auf Nummer sicher gegangen: Borderlands 3 ist nach wie vor ein typisches Borderlands-Spiel. Warum das aber unserer Meinung nach vollkommen der richtige Weg war und Borderlands im Vergleich zu seinen Vorgängern in fast allen Bereichen das bessere Spiel geworden ist, klären wir im Test!
Wenn man an Borderlands denkt dann vor allem an eines: Loot, Loot und nochmals Loot. Und hier liefert der dritte Teil der Serie wohl die größte Abwechslung aller uns bekannten Loot-Shooter.

Die zufällig aus zig verschiedenen Teilen generierten Items wirken dieses mal einfach noch ausgereifter und tief-gängiger. Das liegt auch daran dass verschiedenen Waffenhersteller sich nun drastischer voneinander abheben. Während sich in den Vorgängern viele Hersteller nur durch die Waffenfarbe unterschieden, hat nun jeder Hersteller seinen komplett eigenen Bausatz für seine Schießprügel. Dies sorgt nicht nur für eine nochmalige Erhöhung der enormen Waffenanzahl zu den Vorgängern, sondern die verschiedenen Bleispritzen spielen sich nun dank neuer Möglichkeiten, wie taktischer Feuermodi oder wechselbaren Elementarschäden auch wesentlich unterschiedlich.
Zusammen mit den wirklich perfekt aufgenommenen Waffensounds fühlt sich eine taktische Dahlpistole mit Schalldämpfer nun komplett anders an als ein großkalibriger Jakobs Revolver mit Zielfernrohr. Das selbe gilt auch für die anderen Loot-Items wie Schilde und Granaten-Modifikatoren! Diese gameplay-technische Vielfalt motiviert ungemein neue Dinge auszuprobieren. Genau wie es bei einem Loot-shooter sein sollte.
Besonders praktisch: rare Items leuchten nun Intensiver und werden auf der Minimap markiert, sollte man trotzdem mal eines übersehen, holt man es sich einfach aus einer Lost-Loot Maschine in unserem Hauptquartier.
Doch nicht nur Waffen und Items haben eine Generalüberholung erfahren: abwechselungsreiche Skilltrees für jeden der 4 Vault Hunter haben nun auch ihren Weg ins Spiel gefunden. Jeder der 4 spielbaren Charaktere hat nun statt wie serientypisch einem, sogar 3 verschiedene Action-Skills zur Auswahl, welche sich grundlegend voneinander unterscheiden. Die einzelnen Klassen spielen sich damit herrlich abwechslungsreich und können sich auch bei gleicher Charakterwahl im Multiplayer besser ergänzen: So kann man sich als Drohnensteuernder Agent Zane sich einfach schnell auf seine Schild-Fähigkeit umskillen, um seinem Team den Rücken freizuhalten!

Und das wird auch bitter notwendig sein, denn die abwechslungsreichen Bosskämpfe, verlangen uns nun deutlich mehr ab, als noch in den Vorgängern. Wems aber zu schwer werden sollte kann nun auch jederzeit in einen alternativen leichten Modus wechseln.
Generell wird das Zusammenspielen mit anderen Spielern einfacher: Gearbox legt hier für lootbasierte Spiele längst zum Standard gewordene Neuerungen wie instanziertes Loot und skalierte Schwierigkeitsgrade für einzelne Spieler nach. Wer also immer mit Loot-Dieben zu kämpfen hatte, oder nie mit seinen Freunden am selben Level war, kann nun bedenkenlos drauflos spielen. Alle diese Neuerungen, sind aber auch komplett optional und können nach Lust und Laune abgeschaltet werden.
Ein riesiges Kaufargument für die Broderlands-Serie war sicherlich immer die Präsentation und der markante Cellshading Look: Auch hier gelingt es Borderlands 3 auf die zeitlos gute Grafik von Borderlands 2 noch mal eins draufzusetzen. Mit dem Umstieg auf die Unreal Engine 4 sehen nun vor allem Lichteffekte und Shader irre gut aus. Hinzukommen Current-Gen-typisch mehr Umgebungsdetails und schärfere Texturen.
Immer wieder führt uns das Spiel an Panoramen die einfach nur sagenhaft gut aussehen. Dies liegt vermutlich auch an den im Vergleich zum Vorgänger deutlich größeren Maps. Borderlands 3 ist zwar nach wie vor kein Open-World-Spiel doch die neuen großen Gebiete sind randvoll gefüllt mit kleineren und größeren Nebenquests und versteckten Loot-Kisten: Erkunden zahlt sich also aus.
Neu ist nun auch, dass wir nun nicht mehr auf den Ödland-Planeten Pandora beschränkt sind, sondern auch andere Himmelskörper wie den Dschungel-Mond Eden-6 bereisen können. Das bringt nicht nur willkommene optische Abwechslung ins Spielgeschehen – manche der neuen Regionen bieten neben neuen Gegnern auch spieltechnische Abwechslung wie verminderte Schwerkraft. Es ist zu erwarten, dass auch der Season-Pass einfach hier ansetzt und neue intergalaktische Reiseziele hinzufügen wird.
Aber irgendwas war da ja noch… Skurrile Charaktere und Humor waren immer schon ein Teil von Borderlands und sind es auch in Borderlands 3 wieder.
Besonders die meisten Nebenquests sind so herrlich skurril und voller Popkultur Zitate, dass man nie genug haben kann. Aber der 2. Teil der Serie erschuf mit Handsome Jack auch einen der markantesten und vielschichtigsten Videospielbösewichten der letzten Jahre.
Und hier sitzt vermutlich die größte, weil auch einzige, Schwäche des dritten Teils im Vergleich zu seinen Vorgängern. Denn so unterhaltend sie auch ist, die Geschichte ist dieses Mal einfach schwächer als beim Vorgänger Borderlands 2. Dabei machen die beiden Calypso Zwillingen ihre Sache als Erzschurken eigentlich gut, bieten aber einfach nicht dieselbe Faszination wie Handsome Jacks innerlich zerrissener Charakter.

Fazit

Kurz und knapp kann man sagen: Borderlands 3 ist dort angekommen, wo die Serie immer hinwollte.
Man erfindet das Rad zwar nicht neu aber, das muss man auch nicht: Loot und Präsentation sind sagenhaft! Der Shooter steckt voller kleiner und großer Verbesserungen und spielt sich so rund wie nie zuvor! Einzig die Geschichte hinkt dem 2. Teil etwas hinterher.
Dieser Makel ist aber schnell vergessen, wenn der frisch gefällte Obermotz etwas golden Leuchtendes gedropt hat. Entschuldigt uns bitte, Wir müssen dann mal weiterlooten!

— Benedikt Heger

9

Das Gute

- Viele Detailverbesserungen

- Geniale Grafik

- Viel motivierendes Loot

- Tolle Nebenquests

- Abwechslungsreiche Vault Hunter

Das Schlechte

- Schwächere Hauptgeschichte

Shortcut Borderlands 3
Release 13. Sep 2019
Studio Gearbox Studios
Publisher 2K Games
Alles in Allem Lootastisch!