Es hat sich ausgelacht

Es hat sich ausgelacht

LoL - Das Brettspiel

LoL – Last one Laughing – hat sich als Unterhaltungsserie mit Michael Bully Herbig und etlichen seiner Comedy-KollegInnen wohl bereits herumgesprochen. Den es ist durchaus unterhaltsam, wenn man Comedians für eine bestimmte Zeit gemeinsam in eine Raum sperrt und ihre liebste Beschäftigung NICHT dürfen – nämlich lachen.

Doch kann das Serienformat mit Personen, die Lachen zu ihrem Beruf gemacht haben, auch mit uns Otto Normalos als Brettspiel Variante funktionieren? Wir haben es ausprobiert.

Finde den Komiker in dir

LoL – Das Brettspiel funktioniert auf der gleichen Basis  wie die Streaming-Serie. In einer Gruppe von freiwillig und unfreiwillig komischen Personen findet man sich zusammen und darf in einem definierten Zeitrahmen (lautf Spielanleitung 20 Minuten) nicht lachen. Dazu zählen auch bereist Mundwinkel nach oben verziehen oder lächeln. Jeder Anflug von Freude wird hier bestraft, es heißt also stoisch bleiben.

Es heißt sich getreu dem Original frei bewegen, die anderen piesacken und im besten Fall zum Lachen bringen. Wer seine zwei Leben verlacht hat, der spielt zwar weiterhin mit hat aber verloren.

Das Spiel schlägt vor, dass man die Mitspielenden auch darüber in Kenntnis setzt, dass man LoL spielen möchte, damit sich die einzelnen Personen auch vorbereiten können mit Sketches oder Verkleidungen.

Doch ob das so gut funktioniert bleibt ein wenig zu bezweifeln. Denn wenn man sich so einfach tun würde mit wirklich lustigen Sketches, dann wäre man wahrscheinlich Kabarettist geworden. Die eigene Lächerlichkeit so auf Abruf vorzubereiten ist nicht ganz so einfach wie es klingen mag. Dem ein oder anderen liegt das vielleicht ein bisschen mehr, für andere verbreitet das eher Panik als Spaß.

Abhilfe mit Standardwitzen

Doch keine Angst, nicht jeder der mitspielen möchte muss auch der geborene Comedy-Held sein. Das Spiel liefert natürlich genügend Inspirationen mit diversen Aufgaben, Dialogmöglichkeiten, dämlichen Ideen und Witzekarten. Diese kann man nutzen wenn man ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hat – muss man aber nicht.

Denn ob man diese so unterhaltsam findet, das liegt wohl in der Frage welches Humorniveau man hat. Die Witzekarten sind gespickt mit Standard Witzen die man irgendwo her schon kennt, Fäkalwitzen – die halt irgendwo trotzdem immer ziehen – und dem typischen seichten Niveau, welches man eben mit Witzen verbindet.

Auch die Inspirationen lesen sich erst mal mehr dämlich als witzig, da kommt es wohl auf die Umsetzung und Improvisation der Mitspielenden an ob diese wirklich lustig werden. Denn nur weil sich random Personen auf die Sessel stellen, auf den Tisch hauen oder andere darum bitten ihnen den Bauch zu kraulen verfallen wohl kaum alle in schallendes Gelächter.

Es braucht also schon ein wenig Extrovertiertheit der Spieler, damit man aus diesen Vorschlägen auch witzige Situationen zaubern kann.

Gelacht wird, aber auch ein bisschen lächerlich

Ja natürlich – wir haben über den ein oder anderen Witz natürlich gemeinsam gelacht und unsere Leben verspielt. Insbesondere wenn eine Person in der Runde dabei ist, die besonders leicht zu erheitern ist kann das Spiel schon mal eine Herausforderung werden.

Doch grundsätzlich belächelt man eher die Lächerlichkeit mit der man peinlich berührt versucht lustig zu sein. Zwischen dämlichen Witzen und dummen Aktionen wechselt und nie wirklich weiß ob das überhaupt lustig sein kann oder man danach vollkommen von seinen Freunden als verrückt abgeschrieben wird.

Wann spielt man LoL?

Zudem fehlt uns so ein klein wenig die richtige Gelegenheit um LoL – Das Brettspiel wirklich auszupacken oder in einen Spieleabend zu integrieren. Denn entweder es bedarf einer kompletten Runde, die sich vollends auf die Challenge einlassen möchte und sich auch darauf vorbereitet oder die Umsetzung gestaltet sich eher schwierig.

Denn nur die Inspirationen ohne Vorbereitung sind nicht allzu lange unterhaltsam und auch die Grundstimmung um sich emotional so in das Spiel fallen zu lassen, dass man jede dumme Idee mitmacht ist schwierig herzustellen. Denn auch für die Parties mit alkoholischer Begleitung eignet sich LoL kaum, denn dann ist die Selbstbeherrschung zumeist ohnehin dahin.

Wann also spielt man LoL?
Bei Brettspieleabend mit der Familie sind wohl kaum alle auf dem selben Humorniveau, geschweige denn wollen sich alle zum Affen machen. Bei der Geburtstagsfeier sind wahrscheinlich zu viele Personen anwesend, als dass es adäquat spielbar wäre. Beim Saufabend mit den besten Kumpels stehen schlichtweg andere Dinge im Vordergrund. Die wirklich passende Gelegenheit für LoL hat sich uns leider noch nicht gezeigt.

Eignet sich wohl am Besten noch für Schauspielschulen um die Improvisationsfähigkeiten der Studierenden zu fördern.

Fazit

Wer an Flachwitzen, Fäkalhumor und eigentlich Witze aller Art seinen Spaß hat, der wird auch bei LoL – Das Brettspiel definitiv zu seinen Lachern kommen. Doch viel mehr als ein Witzebuch ist es dann leider auch nicht, denn eine wirkliche Gelegenheit dafür als auch eine geeignete Gruppe die sich darauf einlässt ist wohl zumeist eher schwer zu finden. Wir bleiben lieber dabei den Profis dabei zuzusehen.

— Nina

4.5

Das Gute

+ Inspirationskarten und Aufgaben

+ irgendwelche Witze schlagen dann immer mal an

Das Schlechte

- Humorniveau

- geeignete Mitspieler mit Improvisationskönnen

- kaum geeignete Spielgelegenheiten

Shortcut LoL - Das Brettspiel
Publisher Ravensburger