So, 4. März 2018

Autowäsche benötigt - Gravel

Endlich wieder ein Rennspiel! Doch halt, was liest man da? Off-Road mit den Entwicklern von Milestone – das ist auf jeden Fall einen näheren Blick wert! Auf geht’s in den Dreck!

Mit Gravel erscheint, wenn auch etwas verspätet, der Arcade-Racer, den sich eigentlich kein Auto-Freak wünscht. Denn die Karren werden bis nach oben dreckig und es gibt keine Möglichkeit, sie zu waschen. Auch unnötig, denn es geht darum, der erste zu werden, und den Bossen zu zeigen, wer die Krone im Matsch verdient hat. Wir haben Gravel für euch getestet und sagen euch, ob sich das Schlamm-Catchen auszahlt!

Off-Road Masters!

In einer fiktiven Serie, die über Off-Road Rennen einen dramatischen Spannungsbogen fädelt und mit gefürchteten Profis als Barrieren für Neulinge wirbt, die kann nur gut sein! In Gravel befindet sich der Spieler in der Rolle eines Rookies und muss über die diversen Episoden Erfahrungspunkte sammeln und Kurse meisten, um gegen die Bosse antreten zu können und den Olymp abseits des Asphalts erklimmen zu können.
In den zwanzig Episoden gibt es aber maßig zu tun und so überschlagen sich die Events, die Rally-Fahrer durch die Mangel nehmen: Zeitrennen, klassische Runden, Eliminationsrennen und die Checkpoint-Races bieten alle altbekannten Fahrmöglichkeiten. Doch was Gravel einzigartig macht, dass alle Strecken maximal Straßen und Asphalt im Hintergrund zeigen. Denn Off-Road macht alles ein wenig mehr Spaß!

Challenge accepted!

Doch Gravel legt euch auch allerhand Steine in den Weg, die unter den Reifen nicht so viel zu suchen haben. So ist die KI zwar immer recht fair unterwegs, doch verlässt man einmal die Ideallinie, so rasten die Konkurrenten völlig aus, rammen euch oder schieben euch so fest an, dass eine 180 Grad Drehung unvermeidbar ist und das Rennen aussichtslos verloren ist. NEIN! Denn die Jungs und Mädls bei Milestone haben für solche Szenarien die Rückspul-Funktion eingebaut und so könnt ihr das (euer) Versagen rückgängig machen und ein paar Sekunden vor dem fatalen Fehler noch einmal ansetzen.
Auch in Sachen Einstellungsmöglichkeiten sollten keine Wünsche offen bleiben und so kann man Traktion, automatisches Bremsen oder die Aufhängung der Achsen einstellen und so auch den Punkte-Multiplikator für das Rennen ein wenig verändern, um sich schneller an die Bosse heranarbeiten zu können.
Doch genau da setzt Gravel an: die Fahrphysik ist zwar nicht auf Simulationsebene, jedoch bleibt genug Freiraum, um mit den verschiedensten Fahrzeugtypen Spaß zu haben. Ladet eure Controller auf, denn ab dem Zeitpunkt des Starts vibrieren die Motoren durchgehend und Drifts sind im Matsch natürlich auch an der Tagesordnung. Vorallem im späteren Verlauf eines Rennens merkt man das schön bei den stark abgefahrenen Spurrinnen, die man dank Rumble-Motoren ordentlich zu spüren bekommt.

Fazit

Gravel ist ein Arcade-Racer mit genügend Tiefe, um auch Sim-Fans ein wenig zu besänftigen. Abseits der Straßen darf man nun mal Spaß haben. Wer über die generischen Spiel-Modi, altbekannten Features und die nicht so überragende Grafik hinwegsehen kann, der bekommt einen spaßigen Kampagnen-Modus, mit allerlei Schlamm im virtuellen Gesicht und spannende Rennen gegen eine faire KI, die es gilt zu besiegen und im Dreck verpuffen zu lassen. Für die sozialen Rennfahrer bleibt natürlich auch der Online-Multiplayer-Modus, denn Splitscreen gibt es (wieder einmal) keinen.
Gravel darf man dennoch als sehr gute Abwechslung in einer bisher asphaltgrauen Renn-Landschaft erkennen und zu schätzen wissen!

— David Bitzan
Bewertung

Urteil + wildes Fahrvergnügen + das man zu spüren bekommt + viele Einstellungsmöglichkeiten - generische Features - Grafik nicht Up-To-Date
Alles in Allem Good