Mi, 22. Oktober 2014

Disney Infinity 2.0 - Review

Einmal Iron Man sein, einmal wie Thor den Hammer schwingen oder wie Black Widow über den Boden gleiten. Genau das kann man jetzt mit Disney Infinity 2.0. Superheld auf die Infinity Base und ab damit!

Wenn Disney was in die Hand nimmt, ganz egal ob es dabei ein neues oder schon bekanntes Konzept ist, dann schreit das ja beinahe nach Vergoldung. Ein Spiel, 3 Welten und jede Menge erweiterbare Spielfiguren. Das Konto von Disney lacht und unsere Geldbörse weint. Denn das kleine Kind in uns schreit ganz laut nach MEHR!

Disney Infinity 2.0 legt dabei zu den bekannten und überall beliebten Disney Figuren noch eine Schippe drauf und hat damit auch echte eingefleischte Comic Fans auf dem Gewissen. Denn jetzt kommen die Marvel Superhelden auf die Base und wollen bespielt werden. Da kann man als echter Fan natürlich nicht davor die Augen verschließen und muss es einfach haben.

Das Spielprinzip ist so einfach wie genial – die echten Figuren werden per Infinity Base in das Spiel transferiert und können dort gesteuert werden. (Irgendwo kam uns dieses Spielprinzip auch schon vor dem ersten Disney Infinity unter… irgendwie ist mir der Titel aber leider entfallen…) Das mit dem Starterset gelieferte Level – die Avengers selbst. Also gleich mal Iron Man und Thor rauf auf die Base und losgezockt.

Schnell erkennt man – das Spiel ist ein Kinderspiel und das merkt man auch wirklich. Für echte (ältere *räusper*) Zocker wird Infinity nicht gerade die schwerste Herausforderung darstellen. Die Level sind recht einfach und nicht gerade fordernd. Für einen Sechsjährigen mag das auf Dauer noch interessant sein, für eingefleischte Spieler irgendwann Routine. Auch nur sehr selten ist das Spiel wirklich in einem externen Level aufgebaut. Die meiste Zeit läuft man durch New York um rund um den Avengers Tower (wieso hab ich den bei meinem New York Aufenthalt verfehlt?) und holt sich kleine Missionen von Nick Fury, Wasp oder Miss Marvel. Aber auch die Missionen wiederholen sich leider sehr stark und dauern in ihrer Ausführung kaum länger als wenige Minuten.

Das Spielerlebnis selbst ist also recht einfach, wie kann man als Marvel Fan dann trotzdem noch weiter zugreifen? Ich kann mir echt noch immer nicht erklären wo das Playset für Guardians of the Galaxy und Spiderman hergekommen ist? Und diese Fülle an Figuren die bei mir zuhause stehen? Die Erklärung ist so schrecklich wie einfach – der Sammlerwahnsinn! Man sieht eine Figur – man muss sie haben (wer kann schon an einen süßen Waschbären vorbei gehen) – man braucht das richtige Playset dazu um ihn auch zocken zu können. Denn ja, leider sind die Charaktere wieder nur beschränkt in den Playsets einsetzbar. Gerade bei Marvel und den Avengers irgendwie schade, denn auf ihre Art und Weise gehören die ja doch alle zusammen (ohne hier das gesamte Marvel Universum offen legen zu wollen).

Die Playsets bieten damit Spielzeit von 5-6 Stunden jeweils, ganz witzig aber eben nicht gerade die Herausforderung für eingesessene Zockerfreunde. Bleibt nur die Toybox zu erkunden, vielleicht kann man sich ja selbst ein aufwendigeres Level zusammenbauen. Doch hier sei gewarnt – wer damit beginnt sollte jede Menge freie Zeit haben. Die ersten Versuche, sind kläglich gescheitert, bis man sich einmal durch das Tutorial durchgearbeitet hat, hat man die ersten Tipps schon wieder vergessen. Eine eigene Toybox zu erstellen erfordert wirklich viel Gelduld, viel Zeit und viel Kreativität. Eigentlich auch noch viel Spielzeit im Vorfeld, denn die einzelnen Bausteine für die Toybox wollen eingekauft werden. Was dahingegen einfacher und wesentlich entspannter ist – die neuen Innenräume gestalten, einrichten und verzieren. Da kann man sich schon mal in den Marvel lastigen Spielzeugen verlieren und sich ein echtes Disney Schloss zusammenbauen. Meine Schloss Tür steht offen für Besucher.

Wer die Playsets durch hat und sich nicht selbst an die Toybox wagen will, der hat aber Glück. Denn Disney bringt selbst jede Woche neue Toybox Level heraus und man kann sich auch durch eine Vielzahl an usergenerierten Toybox-Level durchstöbern und so noch einiges an Spielzeit heraus holen.

Warum man das machen sollte, auch wenn die Herausforderung nicht unbedingt steigt? Weil man einfach seine Lieblingscharaktere durch die Welten wandern sehen will und das alleine schon ein bisschen süchtig machen kann. Irgendwo schläft ja doch das kleine Kind noch in jedem von uns und Disney Infinity 2.0 lässt das auf jeden Fall erwachen.

Man kann auch zu zweit gerne wieder in die Kindheit eintauchen – Co-Op ist bei den Avengers ja am Tagesplan. Der Splitscreen ist leider ein wenig verwirrend, da vertikal geteilt und so einiges an Rundumblick verloren geht. Wenn dazu noch kommt, dass euer Mitspieler euch mit Thors Hammer die ganze Zeit „unabsichtlich“ attackiert, dann kann es schon dazu kommen das Iron Man mehr am Boden liegt als durch die Gegend fliegt. Der Spielspaß ist zu zweit aber auf jeden Fall immer noch gegeben.

Disney Infinity 2.0 ist ein wirklich herziges und süchtig machendes Kinderspiel für alle Konsolen. Was den Comic Nerd erfreuen wird, dass sich die Charaktere denen man im Spiel begegnet nicht nur auf die allbekannten beschränkt, sondern euch auch Figuren begegnen werden, die der 08/15 Comic Freund von heute nicht kennen wird. Die Vielzahl und Detailverliebtheit bei den Charakteren macht es also wirklich nochmal spielbar! Als Comic Freund wünscht man sich genau dieses Spiel, nur leider mit ein bisschen mehr Herausforderung an den geübten Spieler – dann wäre es wirklich perfekt!

— Nina Z.
Urteil + Superheldenvielfalt + witziger Multiplayer + unendliche Toybox Erlebnisse - geringe Spielzeit - wiederholende Missionen
Alles in Allem Awesome