Mi, 22. April 2015

Von versteckten Klingen und Frühlingsrollen - Assassin‘s Creed Chronicles: China

Der Episodenwahn nimmt auch auf heimliche Killer keine Rücksicht. Nun zieht auch Ubisoft nach und schafft mit Assassin’s Creed Chronicles: China den ersten Teil einer Chronicles Trilogie. Das Spielesetting ist dieses Mal jedoch ein anderes. Es verschlägt uns nämlich nicht nur nach China, sondern erstmalig in eine 2.5D Welt der Assassinen. Wie sieht nun wohl ein Killeralltag aus?

In Assassin‘s Creed Chronicles: China steuern wir die weibliche Protagonistin Shao Jun auf ihrem Rachefeldzug. Ausgebildet von niemand andern als Ezio Auditore (bekannt aus einigen vorigen Teilen) macht sie sich auf den Weg die Templer in China zu vernichten. Dabei schleichen wir an feindlichen Wachen vorbei, schlagen aus dem Hinterhalt zu oder stellen uns dem Feind im offenen Kampf. Jeder Spieler kann also seine bevorzugte Taktik wählen.

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Allerdings geht es im alten China deutlich gemütlicher zu als in den actiongeladenen Vorgängern. Primär schleichen wir uns nämlich durch die einzelnen Gebiete und kommen dabei sogar ohne einen einzigen Kill aus. Dies ist zwar möglich, aber wenn man schon als berüchtigter Assassine gilt macht es doch eher umso mehr Spaß die feindlichen Einheiten Stück für Stück auszuschalten und die verbliebenen Gegner verwundert zurückzulassen. So huschen wir von Deckung zu Deckung und lenken Feinde mittels Pfeifen oder Knallwerk auf falsche Fährte.

Die Steuerung geht dabei flüssig von der Hand und die zahlreichen Infotexte und Kurztutorials ermöglichen es einem immer voll im Mittelpunkt des Geschehens zu sein. Zusätzlich erleichtern uns sichtbare Lichtkegel das Erkennen der feindlichen Blickwinkel und hervorgehobene Elemente potentielle Versteckmöglichkeiten.

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In den Levels bewegen wir uns nicht nur, wie es für 2D Spiele üblich ist von links nach rechts, sondern haben agieren mit der Umgebung um so die Tiefe des Spieles zu verändern. Dies ist zwar jetzt kein spieltechnischer Meisterclou, haben es andere Spiele bereits früher getan, jedoch grafisch ansehnlich animiert und flüssig in den Spielprozess eingegliedert. Dies bietet somit eine noch dynamischere Bewegungsmöglichkeit.

Wer seine Routen gut plant, seinem Spielverhalten treu bleibt und einen Erinnerungsabschnitt erfolgreich bewältigt, der wird mit Punkten belohnt. Diese wiederum schalten neue Fähigkeiten und Verbesserungen frei. Das fördert nicht nur die Motivation im Level, sondern bietet Wiederspielwert und eine potentielle Highscorejagd.

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Der erste Teil bietet mit seinen 13 Levels ca. 6h Spielzeit für geübte Spieler. Zusätzlich können in jeder Erinnerung verschiedene Sammelobjekte (Animusfragmente, Truhen) gefunden und Nebenmissionen absolviert werden. Hat man das Spiel einmal durchgespielt gibt es einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad. Die Sprachausgabe ist in Englisch mit jeweiligen Untertiteln der Landessprache.

Neben Teil Eins der in China spielt sind zwei weitere Teile geplant. Teil Zwei wird in Indien angesiedelt sein, in dem wir voraussichtlich ein mysteriöses Artefakt aus den Fängen der Templer bergen müssen. In Teil Drei betreten wir das düstere Russland, wo wir ebenfalls für allerhand Aufruhr bei den Templern sorgen.

Fazit

Assassin‘s Creed Chronicles: China ist ein unterhaltsamer Stealth Ableger in der Welt der Assassinen. Die Umsetzung ist spielerisch sicherlich gelungen. Zeitgemäße Grafik, flüssiges Gameplay und zahlreiche Parallelen zu den anderen Teilen unterstützen unsere Meinung. Allerdings hat man sich bei der Story auf einen sehr strikten, nahezu banalen Handlungsstrang fixiert, welcher den Spieler nicht gerade vor dem Bildschirm fesselt. Dadurch wirkt ACC weniger wie ein flüssiges ganzes als eher ein nettes Game für Zwischendurch.

— Fabian Padrta
Bewertung

Urteil + Animationen und Grafik + Spielefluss und Gameplay + Mehrere Lösungsmöglichkeiten in den Levels + Upgrades - Banale Storyline - Zu Beginn nur ein Schwierigkeitsgrad, ein zweiter wird erst freigeschaltet - Linear und wenig fesselnd
Alles in Allem Good