Mo, 13. Januar 2020
Let's go on a Quest!

Let's go on a Quest!

Oculus Quest im Test

Virtual Reality ist jetzt schon seit ein paar Jahren ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Die häufigsten Argumente gegen VR sind: nicht ausgereift, zu teuer, zu wenig gute Spiele. Und zum Teil stimmte es, bisher hat VR die Massentauglichkeit gefehlt. Doch dann kam die Oculus Quest.

Vor etwas über einem halben Jahr hat Facebook die Oculus Quest auf den Markt gebracht und verblüfft immer noch mit der konsequenten Weiterentwicklung dieser Brille. Die Quest ist eine Stand-Alone VR Brille, mit integrierten Kameras, Mikro und Lautsprechern, eine portable VR-Konsole wenn man so will. Es werden keine Kabel oder Sensoren oder ein teurer PC benötigt, alles wird direkt von der Brille aus verarbeitet.

Freiheit in alle Richtungen

Da man nicht mehr an ein Kabel gebunden ist, kann man nicht nur unbeschwert und ohne Stolpergefahr VR erleben, die Brille kann auch ganz einfach zu Freunden oder Familie mitgenommen werden. Auch wenn sich der Akku dem Ende neigt, reicht es eine Powerbank anzuschließen und man kann in Ruhe weiter zocken.

Spielbibliothek

Die Oculus Quest läuft auf Android-Basis, somit ist es manchmal nicht einfach die Spiele 1 zu 1 zu porten. Dennoch hat die Quest bereits nach nur einem halben Jahr ein beeindruckendes Lineup an Apps und Spielen erreicht. Mit Klassikern wie „Job Simulator“, „Beat Saber“, „Super Hot VR“ oder „Moss“, bis hin zu dem Exklusivtiteln „Vader Immortal I-III“ ist für jeden etwas dabei. Außerdem bieten Gratis-Games wie „VRChat“ oder „RecRoom“ selbst ohne zusätzliche Investitionen bereits etliche Stunden Spielspaß.

Art and Entertainment

Leider hat die Quest keinen allzu starken Prozessor integriert, da der Fokus auf Games und nicht auf Kunst-Apps liegt. Dennoch haben es Apps wie „Tilt Brush“, „SculptrVR“ oder „KingSpray Graffiti“ auf die Plattform geschafft. Auch wer sich als DJ probieren möchte, kann dies mit „TribeXR DJ School“ ohne zusätzliches VR oder DJ Equipment kaufen zu müssen. Wem sein Fernseher zuhause zu klein ist, kann über diverse Apps Kino in VR erleben. „Netflix“, „Amazon Video“, „BigScreen“ oder „Youtube“ sind nur ein paar der vielen Media-Apps, die auf der Quest verfügbar sind.

Updates und Support

Facebook entwickelt weiterhin neue Features und bringt diese mit kostenlosen Updates auf die Quest. Somit war die erste große Überraschung „Oculus Link“, das es einem erlaubt Rift und Steam Spiele via USB Verbindung am PC über die Quest zu spielen. Dadurch hat man eine Stand-alone VR Brille, die auch für den PC verwendet werden kann.

Auch hat Facebook bereits ein SDK für Finger-Tracking heraus gebracht, das in Zukunft das Benutzen vieler Apps ohne Controller möglich machen soll.

Streamen und Aufnehmen

Die Quest besitzt die Funktion Gameplay aufzuzeichnen, das man ganz einfach via USB am PC speichern kann. Damit andere live zuschauen können, was gerade gespielt wird, kann man auf der Ouclus App am Handy/Tablet oder direkt auf Facebook streamen.

Es ist erstaunlich, wozu die Oculus Quest ohne zusätzliche Hardware in der Lage ist. Die kabellose Erfahrung ist Gold wert und das kommende Finger-Tracking zeigt, dass Facebook nicht daran denkt, VR aufzugeben.
Die Brille ist ab rund 450 € erhältlich, somit kann ich sie allen empfehlen, die sich überlegt haben, eine VR Brille zu besorgen, aber bisher aufgrund der hohen Anschaffungskosten gewartet haben.