25 Jahre skug presents
Afrika Shoah Memory Festival
Live im fluc am 3. und 4. November, jeweils ab 21 Uhr
Das Musikjournal skug thematisierte im letzten Jahr mit dem Festival Polska skug A radikal Vol. 1 zum ersten Male in Österreich die Musik der zweiten und dritten Generation nach der Shoah (abgesehen von Klezmer). Nun wird bei einem zweiten Festival der Shoah-Schwerpunkt in Richtung afrikanische Diaspora erweitert.
Die Herrenpolitik des späteren Nationalsozialismus wurde bereits in den Kolonien eingesetzt und in den ersten Vorformen der Konzentrationslager in Deutsch-Südwestafrika (1894-1915, heute Namibia) an den Hereros mörderisch getestet. Reichskanzler Otto von Bismarck sandte den Ersten Reichskommissar Heinrich Göring, den Vater des späteren Nazi-Reichsmarschalls, nach Südwestafrika. »Der Völkermord an den Hereros ist der erste historische Genozid deutscher Kolonialherren in Afrika. Er ist ein Vorbote für die späteren Ereignisse, die mit dem Holocaust 1939-1945 endeten«, schreibt Pierette Herzberger-Fofana in ihrem spannenden Buch »Berlin – 125 Jahre danach. Eine fast vergessene deutsch-afrikanische Geschichte« (Wien 2010). Eine wichtige Inspiration für das Festival war auch William Kentridge, der sich ebenfalls mit diesen Verbindungen zwischen dem Herero-Genozid und dem Holocaust auseinandersetzt.
skug lädt zur Teilnahme an der aktiven Erinnerungsarbeit mittels Jazz, Experimental, Bikutsi, »Falasha-Memories« …
Mit dem Festival Polska skug A radikal, das 2014 anlässlich der 100. Ausgabe von skug stattfand, rückte eigenwilliges, experimentelles Klangforschen mit Bezug auf in der Shoah wurzelnde Traumata ins Zentrum. Es gelang für die Stadt Wien Neues: Besonders junge Frauen der dritten Generation nach der Shoah – die Enkelinnen der Geflüchteten, Überlebenden und Ermordeten -, aber auch Personen der zweiten Generation waren sowohl als Artists als auch Publikum dabei. Außerhalb des engen Klezmer- und Misraelipopbogens wurden zusätzliche musikalische Ausdrucksmittel gefunden. Es geht um Schmerz und Aufbruch – ein Umkreisen, eine Integration des Schmerzes sozusagen. Eine Selbstermächtigung, aber auch eine Abgrenzung von den Traumatafolgen der Großelterngeneration und den eigenen Eltern.
Gere Teklay
In Wien lebender Sänger und DJ aus Eritrea wird Songs aus seinem muslimischen, orthodoxen und jüdischen Heimatland singen, aus dem gerade sehr viele Menschen flüchten. Begleitet von einem Musiker mit traditionellem Instrument.
JUUN und Mamadou Diabate
Ein erstaunliches Experiment: Pianoguts, die Innenteile eines Klaviers, gespielt mit diversen Schlegeln, zu den Melodien eines Sambla-Balaphons. Holzbretter treffen auf Kürbisse, seltsame Geräusche auf Melodien, die Sambla-Sprache auf ein neues, selbst erfundenes Instrument zwischen Rhythmus und Melodie.
www.musicaustria.at/magazin/interviews-portraets/mica-interview-mit-mamadou-diabate
Roman Grinberg/Jon Sass/Saa Danilov
Ein Aufeinandertreffen von afrikanischer und jüdischer Musik – mit Tuba, Klavier und Klarinette.
www.musicaustria.at/magazin/interviews-portraets/roman-grinberg-wenn-das-alte-ausgeloescht-ist-von-wem-soll-man-die
Africa Shoah Memory Music Festival is a festival for musicians who are children of parents or grandparents, who were victims of the Shoah. The festival gives these children the possibility to experiment on more musical generies, like Experimental Avantgarde, jazz, poems with music, Punk … to find new perspectives on life, in this case with african or arab jews or other african musicians.
21.00h
Spende erbeten!