Ein von der Maloche gepeinigter Untertan der modernen Erwerbsgesellschaft erhebt seine Stimme gegen das Joch der unbarmherzigen alltäglichen Pflichten.
Zwischen Arbeit, Beziehung und den unzähligen kleinen Aufträgen des Lebens bleibt von der viel beschworenen Freiheit wenig übrig. Während der Rhythmus des Alltags gnadenlos weitertaktet, wird der Mensch zur „leeren Battarie“ – ausgebrannt und dringend reif für ein wenig Zeit für sich selbst.
Mit viel Wiener Schmäh greift „Zeit fia mi“ ein Lebensgefühl auf, das vielen nur allzu vertraut ist: lange Arbeitstage, kaum Verschnaufpausen und Wochenenden, die heimlich von lästigen Alltagspflichten erobert werden. Hinter dem Grant steckt eine ironisch-bissige Kritik an einer Arbeits- und Leistungskultur, in der Selbstbestimmung und persönliche Freiheit allzu oft auf der Strecke bleiben.
So wird der Song zum proletarischen Freiheitsruf im Gewand eines Wiener Grantlers: charmant, bissig und mit einem Augenzwinkern – aber mit einer Frage, die durchaus ernst gemeint ist: Wer führt in unserem Leben eigentlich Regie?
— Sebastian Juhn