Mittlerweile etabliert als Smalltalk-Thema Nr. 1, sorgt das österreichische Wetter für Gemütsschwankungen und Psychosen der schönsten Sorte. Dass man Hagel und Orkane nicht unbedingt mit freudigen Hopsern willkommen heißt, wäre ja grundsätzlich noch nachvollziehbar.

Prinzipiell ist es aber ohnehin wurscht, welches Wetter gerade herrscht. Der landläufige Wiener und sein weibliches Pendant haben bestimmt etwas daran auszusetzen.

 

Heiß und trocken
Es ist Sommer und die Temperaturen sind dementsprechend. Trotzdem hört man an jeder Ecke ernüchterndes Schnaufen und Jammern, wie heiß es nicht ist. Die Durchschnittsperson erbost sich an Schwitzen und Wasserverschleiß. Und erst die trockene Luft! Oder wie der Hausmeister der Nachbarstiege kompetent feststellte: "Haaß is. Trocken is. Geht ma scho wohi!"

 

Heiß und feucht
Kaum ist die Luft feucht, kann der professionelle Grantscherm endlich sein Lieblingswort "schwül" benutzen. So ermüdend wie die feuchte Hitze auch sein mag, für ein paar vernichtende Worte reicht die Kraft gerade noch aus. Oder im intellektuellen Hausmeister-Jargon: "Wonn de Luft so feicht is, do konnst nur auszuckn."

 

Kühler
Es ist kühler, die Wohnung erreicht wieder Normaltemperatur und der Schlaf wird erholsamer. Naiv mag man nun glauben, die allgemeine Stimmung wäre besser. Der gemeine Keppler erfreut sich nun aber an Äußerungen wie "Wos is des für a Sommer?", "Wonn’s so koit is, konn ma nimma im Freien sitzen." und  "Wonns a bisserl regnen tätt, okay. Oba glei sowas?".

 

Regen
Weil es soviel Spaß macht, sich über Dinge zu beklagen, die man nicht ändern kann, wird auch der Regen (alias Sauwetter) als persönlicher Schlag unter die Gürtellinie interpretiert. Wer dann noch den Schirm vergessen hat, der wäre am besten überhaupt zuhause geblieben. Wieder weiß mein Lieblingshausmeister die Lage perfekt einzuschätzen: "Der Regen…herst… Do wirst miselsüchtig."

 

Windig
Montagmorgen sorgte ein erfrischender Wind für angenehme Temperaturen. Von Abkühlung spricht jedoch in Wien niemand mehr, Frust und Ernüchterung sind an der Tagesordnung.  Frisuren werden zerstört, Röcke hochgeweht. Der Hausmeister begrüßt mich fröhlich mit: "Bei dem Wind wirst zum Verbrecher."

 

Und die Moral von der Geschicht‘: recht machen kann man es uns nicht.

© Eiki

 

 

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