Mo, 22. Februar 2016

Werbung für Europäische Werte

VOLUME Filmpreview: Where to Invade Next

Provokateur/Dokumentarfilmer Michael Moore, der uns schon mit Filmen wie ‚Bowling for Columbine‘ (Schulschießereien), ‚Fahrenheit 9/11‘ (Bush und der 11. September) und ‚Capitalism – A Love Story‘ (über den Finanzmarktcrash 2008) schockiert (und amüsiert zugleich) hat, bringt jetzt einen Aufklärungsfilm darüber in die Kinos, wie toll es in Europa eigentlich ist und was die Amis alles von uns lernen könnten.

Um das auch kritisch-ironisch allen verklickern zu können, muss er in die jeweiligen Länder, die tolle soziale, wirtschaftliche oder politische Errungenschaften haben, einmarschieren – daher der Titel. Während wir also mit Michael Moore in verschiedene Länder einfallen, erfahren wir, dass das Studium gratis sein kann, es angenehme Gefängnisse gibt und man in einer Schulmensa auch richtiges Essen bekommen kann. Das kommt alles lustig mit der typischen Michael Moore Masche, mit der er immer ganz naiv fragt, um dann von der Antwort überrascht zu sein.

Das Problem für den österreichischen Zuschauer ist, dass er glücklicherweise in Österreich lebt und Dinge wie 13./14. Monatsgehalt, Bio-Essen und adäquate Entlohnung bzw. Gewerkschaften zu den zivilisatorischen Mindeststandards gehören – vom kostenlosen Studium ganz zu schweigen. Selbst wenn konservative und wirtschaftsliberale Kräfte auch bei uns permanent versuchen, diese Errungenschaften abzusägen, wissen wir doch von ihrer Existenz, ganz im Gegensatz zur US-Bevölkerung, an die dieser Film in erster Linie gerichtet ist. Trotzdem sehr amüsant!


Regie: Michael Moore
Mit: Michael Moore
Kinostart
: 25.02.2016
Bewertung: 3/5