Fr, 28. Oktober 2016

Was brauche ich wirklich?

Volume Filmpreview: Bauer unser

Der Bauer beutet die Tiere aus, die Gesellschaft den Bauer. „Bauer Unser“ ist ein Film über die Zwangsneurose, immer größer werden zu wollen.

In diesem interessanten, aber wie immer bei solch einer Thematik zugleich ziemlich deprimierenden Dokumentarfilm werden wichtige Fragen gestellt und mit eindrücklichen, aber wenig gestellten Bildern beantwortet. Es heißt, dass man immer kostengünstiger, immer effizienter werden soll. Das geht nur über die Menge. Die Betriebe investieren also immer mehr, damit sie größer werden können.
Aber wie lange geht das gut? Wenn wir so weitermachen, darüber sind sich führende Wissenschaftler einig, wird die Landwirtschaft in 50 Jahren die Menschheit (auch im sogenannten Westen) nicht mehr ernähren können und als Draufgabe den Planeten ruiniert haben. Blöd ist, dass Menschen lieber möglichst wenig Geld in die Qualität ihres Essens investieren, damit sie sich Unfug wie neue Handys oder Fernsehgeräte leisten können. Das hält die Wirtschaft in Gang, treibt aber viele Bauern in den Agrar-Wahnsinn.

Es geht aber auch anders: Bauern, die nur so viel produzieren, wie sie als Familie schaffen, die verschiedene Sachen anbauen und sich nicht von Gier, sondern der Frage „Was brauch ich wirklich?“ leiten lassen. Freizeit ist diesen Bauern genauso wichtig, wie Geld verdienen.
Allerdings gibt es da auf der anderen Seite noch die Konkurrenz der Hormonrinder aus den USA, die ihr Mastendgewicht um 40% schneller erreichen und die österreichischen Bauern vom Markt fegen, wenn das Handelsabkommen TTIP kommt. Ein sehr harter, informationsreicher Film.


Regie: Robert Schabus
Kinostart: 11.11.2016
Bewertung: 4/5