Mi, 23. November 2016

There's something wrong with the system

Volume Filmpreview: Ich, Daniel Blake

Manchmal gewinnen auch gute Filme die Goldene Palme von Cannes – so auch in diesem Fall. Der explizit linke Regisseur Ken Loach hat in allen seinen Filmen die Unterdrückten, die Marginalisierten, die Ohnmächtigen als Helden und wirft seinen speziellen, etwas überspitzten Blick auf die, die sonst unsichtbar bleiben (müssen).

„Held“ der Geschichte ist Daniel Blake, ein Hackler, der gerade einen Herzinfarkt überlebt hat. Nun bekommt er vom Arzt Arbeitsverbot. Doch sein Martyrium geht jetzt erst richtig los: Wenn er nicht arbeitet, bekommt er keine Arbeitslosenversicherung, wenn er arbeitet, stirbt er. Der Bürokratie- und Paragrafendschungel dürfte in Großbritannien noch größer als in Österreich sein, denn der arme Daniel Blake wird von Saulus zu Paulus geschickt, ohne etwas zu erreichen.

Er hat kein Geld, um zu essen, kann nicht arbeiten, bekommt keine Unterstützung. Er lernt Katie und ihre zwei Kinder kennen, denen es ähnlich geht, und versucht nun, auch noch ihnen zu helfen. Wie lange kann das noch gut gehen? Die Darstellung der Armut und die behördliche Unterdrückung der Armen in diesem Film stärken die Solidarität und zeigen, dass Kürzungen und Schikanen der Behörden keine Strategie sein dürfen.


Regie: Ken Loach
Mit: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKiernan, Briana Shann
Kinostart: 25.11.2016
Bewertung: 4/5