Di, 19. Februar 2019
Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

Vom Kind zum Poeten

VOLUME Kinokritik: Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

Dass der Film auf der gleichnamigen Erzählung von André Heller basiert, lässt stark autobiografische Bezüge vermuten. So heißt die Hauptfigur Paul Silberstein, der ein sehr übles Verhältnis zu seinem Vater hat, einem Fabrikanten jüdischer Herkunft.

Paul muss in einem katholischen Internat sein Dasein fristen und schafft es nicht, aus dem despotischen Wirkungskreis seines Vaters auszubrechen. Derweil wäre er zu Höherem berufen: Ein Poet schlummert in ihm, der nur darauf wartet, freigelassen zu werden, um sich der Macht der Liebe auszusetzen und seinen verqueren Humor zur außergewöhnlichen Gestaltung ganz eigener Realitäten zu nutzen.

Doch der eiserne Wille des Vaters hält das Kind im Zaum. Noch. Die teilweise sehr interessante, stellenweise jenseitige und manchmal auch etwas langatmige Geschichte führt zurück in die späten 50er Jahre, die auch oder vor allem in Österreich eine Zeit grauer und verklemmter Lähmung gewesen sein dürfte.

Regie: Rupert Henning
Mit: Valentin Hagg, Karl Markovics
Kinostart: 01.03.2019
Bewertung:
 3/5

— Thomas Varkonyi