Di, 16. Juli 2019
Kriminell schön

Kriminell schön

VOLUME Kinokritik: Anna

Die so offensichtlich hübsche Russin Anna wird von einer amerikanischen Model-Agentur entdeckt und gepusht und so sehr eingesetzt, dass sogar die CIA auf sie aufmerksam wird. Ihre wahren Qualitäten bleiben aber weiter im Verborgenen.

Luc Besson zeigt wieder mal, dass er nur Material anrührt, aus dem auch was wird. Mithilfe einer gekonnten Mischung aus alten und neuen Gesichtern erzählt er die Geschichte der Russin Anna, deren Lebensstationen erst nach und nach enthüllt werden, deren Vita aber dadurch nur noch bewegender und ergreifender wird – und auch mitreißender!

Der Plot dreht sich ständig genauso gekonnt wie Anna ihren Körper, egal ob es nun gilt einen ihrer Lover zu verführen oder einer Kugel auszuweichen. Sie lügt, ohne mit der Wimper zu zucken, sie gibt sich mit jeder Faser ihres Körpers den Männern hin. Das alleine würde schon die Gefahr mit sich bringen, irgendwann aufzufliegen und unterzugehen. Aber Anna ist auch verdammt klug, und so ahnt sie die Schachzüge ihrer Gegner voraus und sichert sich dementsprechend ab.

Luc Besson’s „Der Prof” war schon kein Film für kleine Kinder, aber im Vergleich zu „Anna“ wirkt er wie der frühe Kinderschuh zu diesem genialen Machwerk.

Regie: Luc Besson
Mit: Helen Mirren, Sasha Luss
Kinostart: 19. Juli 2019
Bewertung: 4/5

 

— Thomas Varkonyi