Do, 12. April 2018

Master & Servant

Volume Filmpreview: Herrliche Zeiten

Ein plastischer Chirurg und seine Frau erfreuen sich eines feinen Lebens, sind aber irgendwie unzufrieden. Da taucht plötzlich ein Kerl auf, der gerne ihr Sklave sein möchte. Aber nicht im SM-Sinn, sondern so richtig, auf die griechisch-römische Art. Er will keine Bezahlung, zu dienen reicht ihm vollkommen. Zudem kann er scheinbar alles. Kochen, reparieren, Cocktails mixen, Umbauten organisieren. Seine Frau ist auch mannigfaltig talentiert, von ihrer Optik ganz zu schweigen.

Dass da nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann, liegt irgendwie auf der Hand. Die Grimassen, die Oliver Masucci während des Geschehens ständig schneidet, verdeutlichen, dass es sich hier (hoffentlich) um Satire handelt. Dass deutschsprachige Satire aber nicht realistisch, geschweige denn wirklich lustig sein darf, weiß man schon seit Max Frischs inhaltsschwangeren Theaterstücken aus der Schule. So ist es auch hier, es kommt einfach alles zusammen: zum Beispiel ein äußerst exotischer Nachbar oder verhaltensoriginelle Bauchfettabsaugungen. Einfach zu viel des Guten.

Wir erfahren außerdem, dass Katja Riemanns Brüste recht ansehnlich sind, Lize Feryns Po diese aber um Längen toppt. Allein aus diesen Ingredienzen hätte ein zumindest amüsanter Film entstehen können, aber der durchsichtige Satireschmäh und die vollkommen überdrehten Charaktere verhindern das irgendwie. So ist der Streifen ein Teil dessen, was er vorgibt, zu kritisieren: der Geist geistloser Zustände, das Seufzen der geknechteten Kreatur. Schade eigentlich, Potenzial hätte die total abgedrehte Story auf jeden Fall gehabt.


Regie: Oskar Roehler
Mit: Oliver Masucci, Katja Riemann
Kinostart: 04.05.2018
Bewertung:
2/5