Di, 24. November 2015

Jeder hat das Recht auf einen Anwalt

VOLUME Filmpreview: Bridge of Spies - Der Unterhändler

Berlin, 1961. Der Krieg ist mindestens so kalt, wie der Winter. Tom Hanks gerät als verschnupfter Anwalt zwischen die Fronten und versucht über die Freilassung eines amerikanischen Spions zu verhandeln.

James Donovan (Tom Hanks) hat bei Gott keinen leichten Job. Er soll einen gefangen genommenen russischen Spion vor Gericht verteidigen – den wohl unbeliebtesten Menschen in den damaligen USA. Und obwohl ihn die Amerikaner gerne unter der Erde sehen würden, sympathisiert Donovan (und der Kinobesucher) irgendwie mit dem Kerl und erspart ihm den elektrischen Stuhl. Wie sollte es anders kommen, ballern die Russen etwas später ein amerikanisches Spionageflugzeug vom Himmel und greifen sich den Piloten. Donovan muss sich in ein bitterkaltes Ost-Berlin begeben, um einen Austausch zu arrangieren. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, klauen sie ihm dort auch noch seinen Mantel.

Steven Spielberg inszeniert mit Bridge of Spies – Der Unterhändler ein packendes Geschichtsdrama, das auf wahren Begebenheiten basiert. Dass es der Film in sich hat, ist keine Überraschung. Waren doch die Coen-Brüder am Drehbuch beteiligt, während ein hervorragender Tom Hanks den wirklich überzeugenden Cast anführt. Verpackt wird das Ganze in einen glaubwürdigen Look und raus kommt dabei großes Kino, das bis zum Schluss fesselt. Mit Sicherheit keine leichte Kost aber definitiv empfehlenswert. Die eine oder andere Oscarnominierung dürfte damit wohl gesichert sein.


Regie: Steven Spielberg
Mit: Tom Hanks, Mark Rylance, Amy Ryan
Kinostart: 27.11.2015
Bewertung: 4/5

— Daniel Kubera