Glück und Zufriedenheit

Entbehrliches Wissen #54

Genug von der Krise, widmen wir uns lieber dem Glück und der Zufriedenheit. Die kann man schließlich berechnen, kaufen oder bekommt sie gleich direkt in der Schule beigebracht – bevor es zu spät ist und man Kinder anstatt Geld hat..

Das Glück ist ein Vogerl – goa liab owa scheu, heißt es da in einem Wiener Lied aus dem 19. Jahrhundert. Dass sich die Österreicher nicht gerade in ihrem Wohlbehagen suhlen, dafür aber mit Hingabe die motivlose Unzufriedenheit zelebrieren, gilt zwar als Klischee, so richtig glücklich scheint man hierzulande aber dennoch nicht zu sein – zumindest laut Happy Planet Index (kurz HPI). Demzufolge belegt Österreich nämlich weltweit nur Platz 42 auf der Glückseligkeitsskala – knapp hinter Tadschikistan und gerade noch vor den Deutschen. Am freudestrahlendsten sind hingegen die Menschen Mittelamerikas: Costa Rica, Belize und Panama liegen an der Spitze. Auch die Israelis sind vorne mit dabei. Als glücklichstes europäisches Land liegt Albanien auf Platz 17. Wirklich schlecht schneiden hingegen die USA mit Platz 104 ab. Verantwortlich für diese originelle Reihung ist die Methode des umstrittenen Indexes: Der HPI errechnet sich nämlich aus der durchschnittlichen Lebenserwartung mal Lebenszufriedenheit dividiert durch den ökologischen Fußabdruck. Eine relativ simple Rechnung für ein jahrtausendealtes Problem. Glück definieren und messen zu wollen, hat eine lange Tradition. Aristoteles beschrieb es als etwas, das der Mensch um seiner selbst Willen anstrebt, wobei es um die objektive Erfüllung seiner tugendhaften Natur geht. In Konsumgesellschaften versteht man Glück heute im Gegensatz dazu vor allem als subjektives Gefühl, das als wirtschaftliche Triebkraft funktioniert.
Aber auch auf politischer Ebene hat das Vogerl sein Nest gefunden. In Bolivien und Ecuador wurde es als Konzept des buen vivir Teil der Verfassung und in Bhutan gibt es seit 1979 ein Bruttoinlandsglück, das versucht, einem rein wirtschaftlichen Maßstab einen ganzheitlichen Bezugsrahmen gegenüberzustellen. In Deutschland und Österreich ist man vielmehr der Auffassung, dass Glück prinzipiell etwas Lernbares ist und hat es als Unterrichtsfach an einigen Schulen eingeführt. Jeder will und soll glücklich sein, aber was macht eigentlich sorglos und zufrieden?
Sport, Alkohol und Zärtlichkeit vielleicht? Kinder sind’s jedenfalls nicht. Studien zufolge sind Menschen mit Familie nicht automatisch glücklicher oder unglücklicher als ohne. Oft entscheidet das Geld. Alleinerziehende sind mit ihrem Leben demnach deutlich unzufriedener als Singles ohne Kinder, wobei laut einer anderen Studie alleinerziehende Väter bei der Online-Partnersuche besonders begehrt sind.
Wer mal einen Blick in die Ratgeberliteratur- Abteilung gemacht hat, weiß, dass das Geschäft mit dem Glück boomt. Der HPI ist nicht der einzige Versuch der letzten Jahre, das Glück in Zahlen zu packen und messbar zu machen. Es gibt auch „seriöse“ Glückswissenschaftler, die darüber nur lachen können. Eine andere Studie, der World Happiness Report, orientiert sich zum Beispiel an ähnlichen Daten wie der HPI, kommt dabei aber auf ein komplett anderes Ergebnis. Demnach leben die glücklichsten Menschen in der Schweiz – Österreich liegt auf dem 8. Platz. Vielleicht ist das Glück ja ein Vogerl, das gern im goldenen Käfig sitzt.

In aller Kürze

  • Termiten erkennen die Größe eines Holzstückes an ihren Kaugeräuschen.
  • Kapitäne dürfen keine Trauungen vornehmen.
  • Die ukrainische Grenze liegt näher an Wien als Vorarlberg.
  • Der Schnabel des Kiwi-Weibchens ist um 30% größer als der des Männchens.
  • Während des Gähnens hören wir schlecht.
  • Österreich hat die höchste Handydichte Europas.
  • Das Muumuu ist ein traditionelles Kleid aus Hawai.
  • Doping galt bis 2008 in Österreich nicht als Straftat.
  • Kamele haben drei Augenlieder.
  • LEGO ist aufgrund der Stückzahl der größte Reifenhersteller der Welt.
  • Betrunkene Bienen dürfen nicht in den Bienenstock hinein.
  • Das größte Lebewesen der Welt ist ein Pilz.
  • Frauen verbringen durchschnittlich 170 Minuten täglich mit Tätigkeiten im Haushalt, Männer 80.
  • Wien hat etwa 585 Hektar Weinanbaufläche.
— Daniel Kubera