Di, 21. Dezember 2010

Entbehrliches Wissen #16

Diesmal gibt es eine kleine Geschichte über Parasiten, die sich einfach nicht wegschwitzen lassen, das ewige Warten und Raumschiff Enterprise.

Wir warten immer noch – darauf, dass die U- Bahn kommt, dass wir an der Reihe sind, dass die Ampel grün wird, dass der Freund daher- kommt oder der Dillo vor uns endlich weiter- fährt. Im Schnitt macht das durchschnittlich fast drei Jahre unseres Lebens aus, die wir al- lein mit solchen kurzen Wartereien verbringen. Und dabei ist jene Zeit noch gar nicht miteinge- rechnet, die wir auf der Uni oder in der Arbeit damit totzuschlagen versuchen, rein gar nichts zu tun, weil alles andere zu anstrengend ist. Dazu kommen noch etwa vier Monate Schlaf im Jahr, das heißt ein gutes Drittel der Lebenszeit, die die meisten Menschen im Bett verbringen, andere auch am Fußboden, auf der Couch oder zu später Stunde in öffentlichen Verkehrsmit- teln. Gerade dann sollte darauf geachtet wer- den, dass sich die üblichen nächtlichen Aus- dünstungen in Grenzen halten.
Hyperhidrosis bezeichnet extremes Schwitzen während des Schlafens, wobei alles auffällig unangenehm wird, was eineinhalb Liter Flüs- sigkeit pro Nacht übersteigt. Auch das scheint bereits verhältnismäßig viel und bedeutet eine wahre Sintflut für die geschätzte Million Para- siten, die den menschlichen Körper bevölkern.
Sie können sich in allen möglichen Körperteilen einnisten, wie etwa in der Leber, im Hirn oder sogar in den Augen. Drei Viertel der Weltbevöl- kerung leben beispielsweise mit einem Wurm in ihren Eingeweiden. Einer der Bekanntesten – der Bandwurm – kann eine Länge von bis zu 20 Metern erreichen. Über 56 Millionen Men- schen bringen jährlich einen Parasiten aus dem Urlaub zurück. Aber nicht alle schädigen den Körper, manche helfen das Immunsystem zu stabilisieren oder werden zur Heilung von Asth- ma eingesetzt. Manche Leute vertreten sogar die Meinung, dass Parasiten das menschliche Verhalten steuern können und setzten sich tat- sächlich wissenschaftlich damit auseinander. Bei Tieren funktioniert das so: Der Saiten- wurm bringt seinen Wirt – meistens eine Grille – dazu, ins Wasser zu springen, obwohl die- se gar nicht schwimmen kann und auch sonst nicht suizidgefährdet ist. Der Wurm braucht das Wasser, weil er sich nur dort vermehren kann. Der tschechische Biologe Jaroslav Flegr hat Menschen getestet, die von dem Parasit Toxoplasma gondii befallen waren und kam zu dem Ergebnis, dass diese zu mehr Schuldgefühlen neigen und unsicherer und sorgenvoller sind, als ihre gesunden Mitmenschen. Außer- dem schnitten sie in Reaktionstests schlechter ab und verursachten deswegen mehr Verkehrs- unfälle.
Dass die Persönlichkeitsveränderung wirklich mit dem Parasiten zusammenhängt, ist jedoch schwer zu beweisen und erinnert teilweise mehr an eine Folge Raumschiff Enterprise als an die Wirklichkeit. Was jedoch der traurigen Wirklichkeit entspricht: Nichelle Nichols aka Leutenant Nyota Uhura war die erste schwarze Frau, die einen weißen Mann – William Shatner aka Captain James Tiberius Kirk – im amerikani- schen Fernsehen küsste. Die Folge mit dem Ti- tel „Plato’s Stepchildren“ wurde erstmals 1968 gezeigt, obwohl sich einige Sender in den Süd- staaten weigerten sie auszustrahlen. Während der Dreharbeiten musste darauf geachtet wer- den, dass sich die Lippen der beiden Darsteller in Wirklichkeit nicht berühren. So wild können diese 68er also auch nicht gewesen sein.

In aller Kürze:

  • Als Gewölle oder Speiballen werden die insbesondere von Eulenvögeln, aber auch von vielen anderen Vögelarten ausgewürgten unverdaulichen Nahrungsreste bezeichnet
  • 75 % aller Lebewesen auf der Erde sind Parasiten.
  • Ithyphallophobie ist die Angst eine Erektion zu sehen, zu haben oder an eine zu denken.
  • Über 70% der männlichen Autofahrer halten sich für überdurchschnittlich gute Autofahrer.
  • Der medizinische Ausdruck für „Husten“ ist „Expektorieren“.
  • Jean-Claude Van Damme ist ausgebildeter Ballett-Tänzer.
  • Möchte man mehr als zehn Luftballons fliegen lassen, muss man zuerst die Genehmigung der Luftfahrtbehörde Austro-Control einholen. Diese erteilt dann je nach Zuständigkeit und Gefahrenabschätzung die Luftraumfreigabe.
  • Der Name der Handelskette SPAR kommt aus dem holländischen und bedeutet „Tanne“.
  • BILLA ist die Abkürzung von „Billiger Laden“, BIPA kommt von „Billiger Parfumerie“.
  • Neil Armstrong betrat den Mond zuerst mit dem linken Fuß.
  • Als Kulisse für den Maschinenraum im letzten Star Trek Film aus dem Jahr 2009 diente eine Bierbrauerei von Budweiser.
  • Die USA entwickeln zur Zeit eine Atombombe mit Diebstahlsicherung.