Mi, 21. März 2018

Eislaufdrama

Volume Filmpreview: I, Tonya

Mit dem Eiskunstlaufen ist das so eine Sache. Die Einzigen, die sich dafür interessieren und nicht in Pension sind, sind aktive Sportler. Diesen Film kann man sich aber auch anschauen, wenn man sich ungefähr genauso viel mit dem Eiskunstlaufen identifiziert, wie mit Josef Stalin.

Apropos Diktator: Die Mutter der angehenden Eiskunstläuferin Tonya ist hart wie eine Morgenlatte, zynisch wie ein dreibeiniger Hund und raucht mehr Zigaretten, als der Marlboro Mann. Für diese dankbare Rolle bekam Allison Janney – völlig zurecht – 2018 den Oscar. Aber auch die restlichen Darsteller sind auf der Höhe ihrer Kunst und so ist dieser Film jetzt schon einer der besten dieses Jahres.

Das Drama um den Anschlag auf Tonyas Konkurrentin Nancy ist ein Lehrstück über die Auswüchse einer Mediendemokratie. Zugleich ist die Geschichte ein wahnsinnig lustiger und gleichzeitig extrem tragischer Abgesang auf den American Dream aus dem Blickwinkel von White Trash, also dem Subproletariat. Empfehlung!


Regie: Craig Gillespie
Mit: Margot Robbie, Sebastian Stan
Kinostart: 23.03.2018
Bewertung:
4/5