Fr, 30. Oktober 2015

Ehrgeiz und Gier machen zum Tier

VOLUME Filmpreview: Macbeth

Macbeth ist ein Heerführer im Dienste des schottischen Königs, aber irgendwie will er mehr. Wie Isnogud, der Comic-Intrigant, möchte er Kalif anstelle des Kalifen sein, in diesem Fall also anstatt seines Lehensherrn König von Schottland. Dazu verleitet wird er von einer doch eher ambivalenten Prophezeiung. Und auch seine Frau wäre einem Dasein als Königin nicht abgeneigt.

Dass sowas für niemanden ein glückliches Ende beschert, dürfte klar sein, immerhin handelt es sich hier um eine der berühmten Tragödien des größten Dichters aller Zeiten, Shakespeare. Düster wälzt sich die Handlung dahin, Blut, Dreck und Gewalt in langsamen, kargen Bildern.

Man freut sich über die Untertitel, denn im Original, welches an dieser Stelle trotz allem empfohlen wird, ist Shakespeares Englisch etwas gewöhnungsbedürftig – aber andererseits hervorragend gesprochen und gespielt. Besonderes Lob gebührt Marion Cotillard (und ihrem Dialect Coach). Problematisch ist nur, wie bei allen Shakespeare Verfilmungen (außer bei Kurosawa), dass Kino nun mal kein Theater ist, und man sich also dringend von der Theaterästhetik entfernen sollte. Das gelingt auch hier leider nur selten. Und so warten wir weiter auf die perfekte Shakespeare VerFILMung…


Regie: Justin Kurzel
Mit: Michael Fassbender, Marion Cotillard, David Thewlis, Jack Reynor
Kinostart: 30.10.2015
Bewertung: 3/5