Do, 2. Februar 2017

Das Leben ist billig und Crackhuren sind willig

Volume Filmpreview: Suburra

Regisseur Stefano Sollima ist kein zimperliches Kerlchen. Der Sohn des legendären Italowestern-Regisseurs Sergio Sollima macht seinem Vater als Mafiafilm-Regisseur alle Ehre. Während er bei der extrem harten Mafiaserie „Gomorrah“ Regie führt, hat er auch noch Zeit für diesen Faustschlag ins Gesicht des Publikums gefunden. Mit Schlagring wohlgemerkt.

In Rom sind alle korrupt. Das klingt jetzt nach einem Gemeinplatz, aber wie korrupt es wirklich ist, zeigt dieser Film schonungslos: die Politik – man ahnte es. Die Wirtschaft – man ahnte es. Die Kirche – man ahnte es. Die bürgerliche Gesellschaft – man ahnte es.

„Suburra“ schafft es dabei so greifbar, so intensiv, so spannend und so grausam zu sein, dass man froh ist, dass es kein Geruchskino gibt. Politiker macht sich erpressbar, Mafioso schützt ihn, anderer Mafioso will auch was vom Kuchen, großes Gemetzel. Wer nicht tötet, wird getötet, den Vorletzten beißen die Hunde. Der Letzte beißt dafür ins Gras. Zu obskur? Dann ab ins Kino!


Regie: Stefano Sollima
Mit: Pierfrancesco Favino, Elio Germano, Claudio Amendola, Greta Scarano, Giulia Elettra Gorietti
Kinostart: 02.02.2017
Bewertung: 4/5