Mi, 10. Dezember 2014

Zombie Epidemie im Urlaubs-Paradies

Game Rezension: Escape Dead Island

Die Wartezeit zu Dead Island 2 ist euch zu lange? Dann gibt es gute Nachrichten, denn Deep Silver bietet euch mit Escape Dead Island ein Spin-off der ganz besonderen Art. Hier hat der Reporter Cliff nicht nur alle Hände voll zu tun um seine eigene Haut zu retten, nein! Er versucht auch noch die ganzen Ereignisse bestmöglich vor die Linse zu bekommen. Doch ist das Spiel ein würdiger Nachfolger?

Wir befinden uns auf der Inselgruppe Banoi, zwei Tage vor dem Zombieausbruch. Eine Spezialkommandoeinheit infiltriert die geheime Forschungsstation, doch irgendwas geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Es stinkt nach Verrat. Wochen Später landen der Journalist Cliff und seine beiden Begleiter auf einer der Inseln und wollen die Geschehnisse vor Ort ergründen und dokumentieren. Doch schon bald muss sich die Crew gegen unzählige Zombies und mystische Gegebenheiten behaupten.
Willkommen an Board
Wir blicken unseren Helden voller Mut über die Schultern und erkunden erst einmal die Insel im Detail. Dabei stoßen wir relativ rasch auf die ersten Zombies, die sich auf der Insel breit gemacht haben. Nachdem wir unsere ersten Waffen gefunden haben können wir uns auch gegen diese behaupten. Schleichend nähern wir uns dem nichts ahnenden Untoten und befördern ihn, wie es sich für Zombieslasher gehört, erst einmal mit einem Schraubenzieher ins erneute Ableben. Diesmal hoffentlich für immer. Ein Rufzeichen über den feindlichen Köpfen zeigt uns dabei an, wie sehr wir schon die Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben. Ist dieses ausgefüllt, so stürmen die Untoten direkt auf uns zu und wollen uns an den Kragen. Dann heißt es Verteidigung mit allen Mitteln. Ob im Nah- oder Fernkampf ein mit ausreichendem Button-mashing können wir uns gegen jeden auch noch so großen Untoten behaupten. Mittels Sprint stoßen wir die Feinde nicht nur um sondern können durch einen anschließenden Takedown diese gleich direkt ins Jenseits befördern. Zusätzlich können wir die Zombies auch stupsen um diese in Elektrozäune oder ähnliche verheerende Umgebung zu verfrachten. Auch kann mit Objekten wie Radios interagiert werden um die Untoten auf eine falsche Spur zu locken.

Ist die Bedrohung abgewehrt so können wir uns mit der weiteren Erkundung der Insel beschäftigen. Unser Fotoapparat ermöglicht es uns dabei einen der 86 möglichen Schnappschüsse zu ergattern. Aber auch unzählige Sammelobjekte wie Postkarten, Geheimakten usw. können während der Erkundung entdeckt werden. Diese können dann im Hauptmenü unter Galerie eingesehen werden.
Sollte man einmal nicht weiter kommen, dann liegt das oft daran das man das richtige Tool noch nicht gefunden hat. Mit dem richtigen Objekt, wie etwa dem Seil, können wir uns nämlich im späteren Spielverlauf an gefährliche Klippen abseilen um neue Bereiche freizuschalten.
What you get is what you see
So sehr es einem auch reizt die Ereignisse auf der Insel aufzudecken umso mehr wird man allerdings von dem Gesamtpacket Escape Dead Island enttäuscht. Man vermisst immer häufiger eine genauere Übersicht über den Spielcharakter. Das Spiel bietet einem z.B. keinen Überblick über die Gesundheit des Charakters. Zwar wird der Bildschirm mit steigender Trefferzahl durch Zombies rot gefärbt, aber ob man nun nur zwei oder drei Treffer einstecken kann bleibt einem ein Rätsel.
Auch auf ein Crafting System wurde komplett verzichtet. Eine Verbesserung der Nahkampfwaffe wird dadurch bewerkstelligt, dass man eine bessere findet. Aber auch hier vermisst man eine genaue Auflistung und wenn es auch nur eine Bezeichnung wie „Schaden: 3“ wäre. Auch die Karte ist sehr schlicht gehalten und beinhaltet lediglich die Übersicht aller bereits bekannten Gebiete. Unbekannte Gebiete werden mit einem >>?<< deklariert. Das Einzige an dem nicht gespart wurde war definitiv das Cell-Shading Blut, das während der Gefechte nur so über den Bildschirm spritzt.
Facts in an Apocalypse
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern präsentiert sich Escape Dead Island in der 3rd Person. Zusätzlich wurde das Spiel in comic-ähnlicher Cell-Shading Grafik gehalten. Die Zwischensequenzen wurden in Comicstrips inkl. Untertiteln verpackt und erzählen uns immer wieder die Ereignisse zwischen den Spielpassagen. EDI beinhaltet 12 Kapitel, wobei jedes Kapitel im Schnitt auf ca 30-45 Minuten kommt. Dadurch kommen Durchschnittspieler auf eine Spielzeit von ca. 5-6h. Die Sprachausgabe ist rein English mit Untertiteln.
Fazit
Für viele Spieler wäre Escape Dead Island das Spiel zur Überbrückung bis zum Release von Dead Island 2 gewesen. Die Storyline ist hierzu perfekt in die fiktive Welt integriert. Umso mehr schmerzt es einem, warum man eine solch interessante Geschichte in eine weniger umwerfende Spielewelt packt. Bei einem kleinen Downloadtitel wären die Erwartungen vielleicht geringer gewesen, aber spieltechnisch kann sich der  0815-Titel nicht gegen andere genreähnlichen Kollegen behaupten. Daher bezweifeln wir, dass viele Spieler überhaupt erst in den Genuss des Abspanns kommen werden.


ENTWICKLER: Fatshark
PUBLISHER: Deep Silver
GENRE: Action-Adventure
PLATTFORM: PS3, Xbox 360, PC