Mi, 4. Februar 2015

You've met with a terrible fate, haven't you?

Game Review: Legend of Zelda: Majora's Mask 3D

Fast 15 Jahre ist es her, seitdem ich als kleiner Junge das beste Spiel meiner Kindheit in die Hände bekam. Unzählige Stunden sammelte ich Masken und Herzteile im Action-Adventure, in dem ich bereits jedes noch so kleine Geheimnis auswendig kannte. Als Nintendo 2011 den Vorgänger Ocarina of Time als 3DS-Version veröffentlichte, wurde mein innerer Aufschrei nach einem Majora’s Mask Remake immer lauter und nun endlich, 2015, kann ich wieder ein Stück Kindheit in 3D wiedererleben.

Warum hast du ’ne Maske auf?
Das Spiel schließt da an, wo der Prequel Ocarina of Time aufgehört hat. Link reitet mit seinem treuen Pferd Epona durch die Verlorenen Wälder, auf der Suche nach seiner Fee Navi. Dort wird er von einem Horror Kid, welches eine eigenartige Maske trägt, überfallen und klaut uns dreist unsere Okarina. Wir kennen unseren Dieb bereits aus unseren Abenteuern in Hyrule, denn Horror Kids sind Kinder, die sich in den Verlorenen Wäldern verirrt haben und zu kleinen dämonenartigen Wesen werden, die bekannt für ihre Streiche sind.
Bei der Verfolgung des Diebs gerät Link in das Land Termina. Dicht auf den Fersen verwandelt das Horror Kid ihn in ein kleines DekuKind, ein humanoides Pflanzenwesen. Als dieses spielt man auch gleich den Anfang des Spiels und man kann sich schon mal darauf gefasst machen, öfter seine Gestalt ändern zu müssen. Link findet sich kurze Zeit später innerhalb eines Uhrturms in Unruhstadt wieder, einer zentral in Termina gelegenen Ortschaft. Hier trifft er auf einen reisenden Maskenhändler, der sich als eigentlicher Besitzer der Maske des Horror Kids zu erkennen gibt. Er bietet Link an, ihm zu seiner  ursprünglichen Form zu verhelfen und dafür solle er doch bitte die gestohlene Maske wieder zurück bringen.
Denn dabei handelt es sich um nichts Geringeres als Majoras Maske, ein beseeltes, böswilliges Objekt, welches die Handlungen seines Trägers beeinflusst. Zusätzlich verleiht die Maske dem Träger unsagbare Kräfte, mit denen Horror Kid, lustig wie es nun mal ist, einfach mal den Mond auf Kollisionskurs mit der Erde bringt. Ach übrigens, wir haben nur 3 Tage dafür Zeit. Ja, ist denn der wahnsinnig?!

 
Das Spiel mit der Zeit
Und hier kommt auf der springende Punkt, der Majora’s Mask so besonders macht: Wir haben wirklich nur 3 Tage, und diese vergehen wie im Flug. Denn eine Stunde in Termina sind nur 45 Sekunden in Echtzeit, was uns nur 54 Minuten lässt, das Spiel zu beenden… Keine Sorge, nicht ganz. Denn sobald wir unsere Okarina der Zeit wieder bekommen, können wir damit Zeit manipulieren. Somit ist es uns mittels Hymne der Zeit möglich, jederzeit zurück zu Tag 1 zu gehen, Stunden vorzuspringen oder Zeit langsamer vergehen zu lassen.
Auch wenn man anfangs das Gefühl hat, dass die Welt doch recht klein sei und man ständig Déjà-vus erleben darf, ändert sich das schnell. Denn früh kommt man drauf, dass Events und Ereignisse an einem bestimmten Tag oder Zeitpunkt stattfinden, oder sogar über mehrere Tage hinweg absolviert werden müssen.

 
Hilfe von allen Seiten
Um bei diesen dutzenden (nennen wir sie) Nebenquests noch den Überblick zu behalten, gibt es das Bombernotizbuch. Die Bomber sind eine kleine Gruppe von Kindern in Unruhstadt, die es sich als Aufgabe genommen haben, anderen Leuten zu helfen. Sobald man innerhalb des „Die ersten 3 Tage“-Tutorials in der Gang aufgenommen wird, erhält man besagtes Notizbuch, in dem sich Link alle Nebenquests und Events mit zugehörigen Zeitpunkten aufschreibt, um sie später aufsuchen zu können. Mit dem Remake kann sogar ein Wecker gestellt werden, damit man zeitgenaue Events nicht vergisst und wieder zu Tag 1 springen muss. Dies kann auf die Dauer recht nervig sein, da man, bis auf ein paar wenige, alle seine Items und Rubine verliert. Deshalb sollte man stets versuchen, seine 3 Tage so gut wie möglich zu nutzen.
Was ist dran am Remake?
Story und Welt sind so ziemlich gleich geblieben bis auf ein paar Kleinigkeiten, die aber kaum bemerkbar sind. Ein paar mehr Töpfe und Kisten für Goodies, noch mehr Hinweise bei kniffligen Quests und eine Steinmaske, die nach 15 Jahren nicht mehr an der gleichen Stelle gefunden werden will. (Goddamnit!) Des Weiteren gibt es, wie auch schon im Ocarina of Time Remake, wieder einen Sheikah Stein, der einem immer weiterhilft, wenn man gerade wo nicht weiter weiß. Er zeigt einem genaue Orte, Hinweise und Screenshots, damit das Spiel nie in einen frustrierenden Zustand kommt, an dem man sich einfach nicht zu helfen weiß. Besitzer des New 3DS können sich auch freuen, denn mit dem zusätzlichen C-Stick ist eine noch einfachere Kamerasteuerung möglich, die dem 21. Jahrhundert gerecht wird.

Eine weitere, angenehme Neuerung ist das überarbeitete Inventar. Items können mit einem Klick ausgerüstet und aktiviert werden, während man gleichzeitig die Karte jederzeit vor sich hat.
Ein Punkt, der aus meiner Sicht zu bemängeln ist, dass es keinen Master-Quest Modus gibt. In Ocarina of Time 3D wurde Master Quest hinzugefügt, das nach dem einmaligen Durchspielen absolviert werden kann. Hier gibt es keine Herzen mehr in Büschen und überarbeitete, erschwerte Dungeons, gefüllt mit stärkeren Gegnern. Dies gibt es in Majora’s Mask 3D leider nicht. Man kann sich nur den selbst auferlegten Hardmode einstellen, indem man keine Herzteile und – container sammelt, sowie keine Hilfsmasken benützt und so das Game mit nur 3 Herzen durchspielt.

Fazit
Majora’s Mask ist und bleibt für mich das beste Spiel der Legend of Zelda-Reihe und mit dem Remake fuhr Nintendo eine geniale Strategie, die aufging. Gute, aufbereitete Grafik und Ton, perfekte Story, sowie ein gelungener 3DEffekt machen Majora’s Mask zu einem perfekten Launchtitel für den New 3DS. Und als Legend of Zelda-Fan heißt das nichts anderes als: Ran an die limitierten Collector’s Editions!


ENTWICKLER: Nintendo
PUBLISHER: Nintendo
GENRE: Action-Adventure
PLATTFORM: 3DS