Do, 17. März 2022
Final Soulslike Fantasy

Final Soulslike Fantasy

Stranger in Paradise - Final Fantasy Origin Review

Was ist mit diesem Jahr los? Ein Soulslike Titel Jagd den nächsten und will vielleicht sogar den Titel GOTY erwerben. Dass Team Ninja dieses Feld beherrscht, haben sie schon mit NioH und Ninja Gaiden bewiesen. Nun dürfen sie für Square Enix ein Spiel in der Final Fantasy IP machen. Doch was darf man erwarten? Einen Welttitel oder doch nur ein Gameplay Remix in anderem Gewand?

Stranger in Paradise will die Welt des Klassikers Final Fantasy (1987) nicht nur in neuem Gewand, sondern sogar in neuem Gameplay erstrahlen lassen. Jake, unser Hauptprotagonist, ist Teil eines drei, nein vier, nein vielköpfigen Teams von Auserwählten. Diese haben sich auf die Kappe geschrieben als „Krieger des Lichts“ das Chaos aus ihrer Welt zu verbannen. Referenzen und Cameos alter Charaktere auf den alten Titel wurden auch geschickt positioniert und lassen den einen oder anderen Gamingveteranen in Nostalgie schwelgen.

Viel mehr wollen wir zur Storyline aus Spoilergründen auch nicht verraten, wobei es da leider auch kaum gravierend viel zu Spoilern gäbe. Denn Stranger in Paradise lebt definitiv nicht von der Tiefe seiner Charaktere oder großartigen Handlungsplots. Im Gegenteil, es werden eher in Anlehnung an NioH Missionen gestartet in denen wir unsere Helden auf ihrem Abenteuer begleiten. Diese laufen zum Großteil Identisch ab. Wir wählen über unseren Hub eine Haupt- oder Nebenmission aus. In dieser gilt es dann ein Gebiet zu erkunden und entweder eine Anzahl an Monstern zu töten oder den Bossfight am Ende zu gewinnen.

Na gut das klingt jetzt im Großen und Ganzen noch nicht so vielversprechend. Warum sollte man sich also Stranger in Paradise trotzdem ansehen? Die Antwort ist ganz klar: Das Kampfgameplay. Denn die meiste Zeit seid ihr auf der Suche und am Experimentieren mit eurer Charakterklasse aka Job. Insgesamt gibt es 28 mögliche Jobs, bei denen zwischen Basic, Fortgeschritten und Experten unterschieden wird. Sammelt ihr auf euren Erkundungstours eine Waffe ein, so schaltet ihr die dafür zugehörige Basic-Jobbeschreibung frei. Jake kann immer zwei Jobs gleichzeitig ausgerüstet haben und per Tastendruck zwischen diesen Movesets wechseln. Durch das Besiegen von Feinen sammeln wir Erfahrungspunkte für die jeweiligen Jobs und können diese auf Stufe 30 hochleveln und weitere Fähigkeiten freischalten. Jeder der Basic und Fortgeschrittenen Jobs hat zusätzlich die Option neue Jobs freizuschalten. Dadurch sind manchmal Fortgeschrittene Jobs Kombinationen aus mehreren Basic Jobs und Experten Jobs Kombinationen aus Fortgeschrittenen Jobs. Letztere Spiegeln also quasi die „Meisterklasse“ eures bevorzugten Spielstils. Aber man muss sich nicht durchgehend auf einen Spielstil festlegen. Gerade das Experimentieren und Wechseln unterschiedlicher Klassen sorgt bei uns für Spielspaß.

Neben den Jobs bestimmt unsere Ausrüstung quasi unseren Heldenlevel. Jeder Level gibt uns quasi einen Basisschwierigkeitsgrad bzw. Ausrüstungslevel an und verspricht meistens mindestens, oftmals aber höheren, Loot innerhalb des Gebiets. Deshalb empfiehlt es sich für den „leichteren“ Spielweg alle Nebenmissionen abzugrasen um bessere Ausrüstung zu sammeln und somit Fit für die nächste Hauptmission zu sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen braucht man sich bei Stranger in Paradise nicht über zu wenig Loot ärgern. In der Regel droppen selbst die einfachsten Gegner zwischen 1-3 random Gegenstände. Eine Antwort warum unser Inventar für mehr als 1499 Gegenstände Platz hat. Wer dabei, so wie wir schnell die Übersicht verliert welches Gear gerade am besten ist und nicht selbst taktieren möchte, der kann jederzeit per Tastendruck die Option „automatisch die beste Ausrüstung anlegen“ nutzen. DANKE für dieses Feature.

Zwischen unseren Missionen dürfen wir im Hub auch unsere Ausrüstung zerlegen bzw. beim Schmied aufwerten. Nach zahlreichen Stunden Spielzeit haben wir die Option für das Zerlegen aufgrund der Lootmassen natürlich öfters genutzt. Den Vorteil unser Gear beim Schmied zu verbessern haben wir aber noch nicht entdeckt, da wir oftmals kurz nach dem Betreten eines neuen Gebiets sowieso bessere Ausrüstung gefunden haben. Aber vielleicht ist das etwas für das Endgame oder die Meisterung der  höchsten Schwierigkeitsstufe.

Apropos Schwierigkeit, ein Thema das bei Soulslike Games natürlich auch auf den Radar gehört. Davon bieten man uns nämlich zu Beginn drei an: Story, Action, Schwer. Wer nur nach Buttonmashen sucht, der ist mit der Story-Mode gut bedient. Hier kommt man ohne große Taktik ala Devil May Cry durch alle Dungoens und so gut wie gegen alle Bosse durch. Etwas komplexer sind dann die anderen beiden Schwierigkeitsgrade. Wer allerdings das Spiel einmal durchgespielt hat bekommt die Option Chaos. Für Soulsveteranen würden wir mal behaupten dass dementsprechend das erstmalige Durchspielen eine Übungsspielwiese ist um dann im ultimativen Schweregrad zu bestehen.

Wozu braucht man die Spielwiese? Naja das Kampfsystem ist neben bereits erwähnten Optionen durchaus komplex. Denn zusätzlich liegt der Fokus auf höherem Schwierigkeitsgrad auf drei Elementen: Der Willensleiste, dem Seelenschild, sowie der MP-Wiederherstellung.

Die Willensleiste, im Spiel gelb gehalten, finden wir sowohl bei Feinden wie auch bei uns selbst wieder. Wird diese durch Angriffe beim Feind gesenkt, so können wir dessen „Willen brechen“ und der Gegner taumelt in einer Art Betäubung vor sich hin und greift nicht mehr an. Das ist oftmals unsere Chance einen der Chaos Finishermoves zu machen, ordentlich Schaden zu verteilen oder uns kurz für eine Regeneration zurückzuziehen. Aber Achtung: Auch unser Wille kann gebrochen werden und dann sieht es oftmals düster aus.

Der Seelenschild, ist neben unserem optional ausrüstbaren Schild, die Option um Fähigkeitsangriffe vom Feind komplett zu blocken und zu absorbieren. Dadurch können wir für eine gewisse Anzahl selbst diese Fähigkeit einsetzten. Aber auch hier saugt der Seelenschild an unserem Willen und lässt uns im worst-case als Futter für die Feinde stehen.

Um jegliche Spezialaktionen, sei es nun Zauber oder Angriffsmovesets, auszulösen benötigen wir MP. Zu Beginn eines Levels ist diese Leiste oftmals mit nur zwei Balken versehen. Durch Kills von Feinden kann diese aber erweitert werden und erleichtert uns den Kampf gegen den Boss am Ende des Dungeons. Allerdings verlieren wir einen Teil unserer MP wenn wir im Kampf mit Feinden nicht aufpassen oder sogar sterben.

Auf unserer Reise sind wir aber nicht allein. Wir können wahlweise zwei NPCs mit unterschiedlichen Jobs mitnehmen oder in den Weiten des Word Wide Webs nach Mitstreitern auf unserer Chaosbeseitigung suchen. Je nach Schwierigkeitsgrad stellen sich die NPCs gar nicht so dumm an und man ist nicht zwingend auf menschlichen Support angewiesen.

Fazit

Strangers of Paradise – Final Fantasy Origin versucht mit neuem Gameplay ein bisschen frischen Wind in die IP zu bringen. Dabei liegen die Stärken ganz klar am komplexen und fordernden Kampfsystem und dessen Meisterung. Ganz klar viel zum Probieren und zahlreiche Stunden Beschäftigung. Allerdings darf man sich auf der Storyfront nicht allzu viel erwarten, schon gar nicht wenn man sich als Fan der ersten Final Fantasy Stunde sieht. Hierzu wirkt die Geschichte und die Helden viel zu wenig ausgereift um nicht banal zu sagen. Wer also Bock auf ein bisschen Aktion im Final Fantasy Universum hat um die Wartezeit auf FF XVI zu verkürzen der sollte unbedingt auf die Jagd nach dem Chaos gehen.

 

— Fabian Padrta

7.9

Das Gute

+ Komplexes Kampfsystem

+ Umfangreiches Jobsystem

+ Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade

+ Einsteigerfreundlich

Das Schlechte

- Storyline

- Monotone Level

Shortcut Stranger in Paradise - Final Fantasy Origin
Release 18. Mär 2022
Studio Team Ninja, Tecmo Koei Holdings, Square Enix
Publisher Team Ninja, Tecmo Koei Holdings, Square Enix
Alles in Allem Your Final Fantasy of Soullike