Di, 14. April 2020
Rückkehr nach Raccoon City

Rückkehr nach Raccoon City

Resident Evil 3 Remake

Nach Ausbruch des Virus, das sich rasend schnell in Raccoon City verbreitet hat, spielen wir diesmal als Jill Valentine, Mitglied der Spezialeinheit S.T.A.R.S., und gehen auf Erkundungstour durch die Stadt.

Allerdings haben wir dafür nicht allzu viel Zeit, denn schon nach der Einstiegs-Szene taucht Nemesis auf: eines der hässlicheren Umbrella Corp. – Experimente, dem selbst ein Entspannungsbad in Säure nichts anhaben kann. Doch auch Unterstützung eilt uns sehr bald zur Seite. Carlos „I have fabulous hair“ Oliviera: ein naiver aber gutherziger Sicherheits-Angestellter der Umbrella Corp., dessen Ziel es ist, so viele Zivilisten wie möglich aus der Stadt zu bringen, bevor diese – ach Schreck – von der Regierung mit einer Bombe zerstört werden soll, um die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Doch auch ein Silberstreif tut sich auf: vielleicht gibt es ein Heilmittel?

S.T.A.R.S.!

Storytechnisch hat Resident Evil 3 leider nicht besonders viel zu bieten: trotz der zahlreichen Cutscenes geht nicht besonders klar hervor, warum es Nemesis auf Jill abgesehen hat. Alle größeren Ereignisse werden schnell in Nebensätzen oder Notizen abgetan, eine Auflösung der eigeführten Konflikte gibt es kaum bis gar nicht. Besonders im Vergleich mit Resident Evil 2, den Charakteren Leon und Claire und deren Dynamik zeigt sich schnell, dass der Nachfolger schlichtweg nicht mithalten kann.

Positiv fällt jedoch auch hier wieder sowohl das großartige Sounddesign, als auch die wunderhübsche Grafik auf, wenn auch meine PS4 Pro wirklich hörbar mit HDR zu kämpfen hatte.

Wie schon in Resident Evil 2 spielen wir Jill über die Schulter blickend. Gespielt werden kann in mehreren Schwierigkeitsmodi, die hauptsächlich beeinflussen wie viele Hits Jill aushält und wie viele Items man bekommt.

Eine Kugel zu wenig verschossen

Ich möchte hier gleich vorwegschicken, dass sich das Spiel nicht ausgeglichen anfühlt. Während wir anfangs nur mit einer relativ schwachen Waffe ausgerüstet werden und durch die zombie-überlaufenen Straßen von Raccoon City irren, während Nemesis hinter jeder Ecke schon auf uns wartet bekommen wir ein wenig später schon so viele Waffen und unterschiedliche Munition, dass das Inventar bald überfüllt ist. Hier kann ich euch nur raten: macht Platz für die Granaten! Besonders stark zeigt sich dieses Ungleichgewicht an Stellen, die ihr als Carlos zockt: Sein Maschinengewehr ist so viel stärker, als alles was Jill zur Verfügung hat, dass man überhaupt keine Lust mehr hat, zu ihrer Story zurückzukehren.

Auch Nemesis ist in diesem Hinblick problematisch. Da er uns schon von Anfang an jagt und Jill anfangs keine Möglichkeit hat, ihn zu bekämpfen, bleibt uns als SpielerInnen nichts anderes übrig, als konstant davonzurennen. Das hat schon mit Mr. X nicht besonders viel Spaß gemacht und sorgt dafür, dass wir kaum Zeit haben uns auf der Map richtig umzusehen.

Da Resident Evil 3 zum größten Teil auf den Straßen und im Untergrund von Raccoon City stattfindet, gibt es auch weit weniger Rätsel und versteckte Items, denn dafür bleibt neben den Zombiehorden keine Zeit. Das sich vorsichtige Umsehen, zurücklaufen um ein noch nicht abgeschlossenes Rätsel zu lösen und Einsammeln von Schlüsseln fällt diesmal fast komplett weg, der Schwerpunkt liegt hier eher bei Action. Eine Überraschung hält das Spiel parat: wir dürfen für kurze Zeit in die Polizeistation zurückkehren, die wir ja aus Resident Evil 2 kennen und erleben mit, wie Marvin Branagh infiziert wird. Dass hier sowohl die Umgebung, als auch die Gegner wiederverwendet wurden, ist natürlich amüsant, letztendlich bleibt aber doch ein wenig der Eindruck von fehlender Kreativität.

Fazit

In der allerersten Szene wird uns vorgeführt, was Jills größte Angst ist: nämlich selbst infiziert zu werden. Ich könnte mir kaum einen besseren Einstieg für dieses Spiel vorstellen, schon gar nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wo uns die Angst vor Infektion nur allzu gut bekannt ist.

Trotzdem hat dieser Teil der Resident Evil Reihe mit starken Problemen zu kämpfen. Zu viele Cutscenes, zu unausgeglichenes Gameplay, zu wenig Zeit um sich wirklich mit der Umgebung bekannt zu machen. Mit dem unglaublich gelungenen Resident Evil 2 Remake kann dieser Teil leider nicht mithalten. Wer jedoch die action- und shooter-lastigeren Teile der Reihe bevorzugt, kommt hier schon eher auf seine Kosten.

— Doris Edlinger

7

Das Gute

+ Grafik

+ Sounddesign

+ Anpassbare Schwierigkeit

+ Actionlastig

+ Mehr Resident Evil!

Das Schlechte

- Nicht ausgeglichen

- Maps kommen zu kurz

- Weniger Rätsel

- Nemesis!

Shortcut Resident Evil 3 Remake
Release 3. Apr 2020
Studio Capcom
Publisher Capcom
Alles in Allem es lebt. ES LEBT!