Di, 5. Februar 2019
Sora, Donald und Goofy sind zurück!

Sora, Donald und Goofy sind zurück!

Kindom Hearts III

A Long time ago… Genauer gesagt ganze 13 Jahre ist es her, dass sich Kinder und Jugendliche, Final Fantasy und Disney Fans vor den Spielekonsolen verschanzt haben und Stunden wenn nicht sogar tagelang verschollen waren. Grund dafür war Kingdom Hearts II – der zweite Teil einer genialen Fusion aus fantastischem Rollenspiel und kindlichem Hack&Slay. Danach kamen Ableger, Zwischenteile und Remakes die zwar allesamt gut und schön waren, die Story erweitert, extrem intensiviert und ausgedehnt haben aber halt eben doch nicht das Original waren. Erst nach 13 Jahren dürfen sich genau diese (mittlerweile vielleicht in die Jahre gekommenen) Fans wieder vor den Konsolen vereinen und endlich das Ende einer langen Reise zocken – Kingdom Hears III!

Eine Karussellfahrt durch Disney Filme

Die Story startet altbekannt und genau so wie man Kingdom Hearts kennt und natürlich auch liebt. Mit Sora, Donald und Goofy geht es wieder auf eine turbulente Schlacht gegen die Herzlosen. Quer durch Disney Welten wie Arendelle (Frozen), San Fransokio (Big Hero 6) oder auch die Toy Box (Toy Story). Schöne Welten die Spaß machen und das alte Feeling wieder richtig aufleben lassen. Teilweise folgen diese Welten den Original Filmen, manche bringen aber ganz eigene Geschichten mit sich. Beides davon hat seinen Charme und macht auf jeden Fall Laune. Auf jeden Fall darf man sich in jeder der Welten ausführlich umschauen und auf einige Spieldauer freuen. Denn im Gegensatz zu den Vorgängern verbringt man dieses Mal gut zwei bis drei Stunden in jeder Welt – und nicht mehr nur kleine Ausschnitte wie in so manchen Welten der früheren Teile.

Storypart die Zweite

Zwischen den hübschen Disneywelten wird immer wieder stückchenweise die eigentliche Original Story rund um Kingdom Hearts eingestreut. Ein bisschen Information hier, ein Stückchen neuer Insight dort. Wirklich viel tut sich da in den ersten Spielstunden des Games nicht und wir sprechen da von gut und gerne 25 Stunden zocken die man hier schon verbringen darf.

Erst danach kommt der interessante Part, zumindest für all jene die Seit Jahren schon auf eine Weiterführung der Geschichte warten und nun endlich wissen wollen was wirklich hinter Xehanort, Ansem und wie sie alle heißen steckt. Denn erst nach den Disney Welten startet die echte Story so richtig durch. Mit eigenen Welten und einem Wiedersehen beinahe aller Charaktere die man im Laufe der Story kennen lernen durfte. Man darf sich auf Videosequenzen gefasst machen die right in the feels gehen – so es Kindom Hearts eben auch tun soll.

Der Storybogen bekommt somit endlich einen Abschluss – welchen verraten wir natürlich nicht – und das nach vielen Jahren und vielen Spielen. Doch war es das Ende von Kingdom Hearts? Wir empfehlen euch: Macht euch auf die Suche nach den Lucky Emblems und lasst euch überraschen! Es zahlt sich auf jeden Fall aus!

Fighting in Style

Aber was hat sich jetzt nicht nur story-technisch sondern auch von der Gamemechanik getan zu den Vorgängern? Einiges, denn diesmal dürfen wir auf so gut wie alle Spielmechaniken der Vorgänger zurückgreifen.

In Kingdom Hearts III müsst ihr euch nämlich nicht nur für ein Schlüsselschwert entscheiden (welche immer bis zu zwei Verschiedene Formänderungen haben) sondern könnt gleichzeitig auf drei Schlüsselschwerter zurück greifen. Diese könnt ihr durch einen kurzen klick auf den Steuerkreuz rechts einfach durchschalten und so wirklich schnell und gerne auch mitten im Kampf schon mal das Schwert und damit auch euren Kampfstil ändern.

Denn jedes der Schlüsselschwerter hat nicht nur andere Formänderungen sondern auch eigene Spezialkommandos wenn ihr genügend Treffer damit gelandet habt. Sobald die Leisten aufgeladen sind kann mit Dreieck ein solches Kommando ausgelöst werden. Damit könnt ihr mit den unterschiedlichsten Schlüsselschwertern und Spezialkommandos euren Kampfstil immer an die Situation anpassen und euch richtig auf die Gegner abstimmen. Genauso möglich ist das auch mit euren Magie Attacken, die nach einiger Zeit Hochmagie Attacken zur Verfügung stellen. Besonderer Clou bei der Sache: Hochmagie verbraucht keine MP und kann somit schnell und einfach verwendet werden.

Aber die Dreieckstaste kann noch viel mehr und wird im Laufe des Spiels wohl zu eurem besten Freund werden. Denn mit dieser Taste löst ihr ebenfalls die Teamangriffe gemeinsam mit euren Kampfgefährten aus. Donald und Goofy  aber auch die anderen Disney Kumpanen im Laufe des Spieles bieten euch da immer wieder Hilfe an und eure Teamangriffe können dann einfach durch Tastendruck aber doch sehr mächtig übers Feld rasen. Besonders positiv zu erwähnen: Wenn die Weltenabhängigen Charaktere zu eurer Team-Party dazu stoßen müsst ihr euch jetzt nicht mehr entscheiden welche der Helden euch auch im Kampf zur Verfügung stehen. Donald und Goofy stehen das gesamte Spiel an eurer Seite und die anderen Disney Charaktere gesellen sich einfach zu. Ihr könnt also durchaus mal in Teams zu viert oder gar fünft unterwegs sein!

Noch dazu kommen die Attraktionsangriffe (ebenfalls mit Dreieck ausgelöst – wir habe euch gewarnt, Dreieck wird euer bester Freund) die eine gehörige Portion Disneyland in das Spiel bringen. Immer wieder im Kampf tauchen speziell markierte Gegner auf welche, wenn ihr sie innerhalb einer bestimmten Zeit trefft, einen Attraktionsangriff triggern. Dabei dürft ihr euch auf verrückte Tassenkarussells, Ringelspiele, Rafting oder auch Schießachterbahnen freuen die in extremen Neon Farben auf dem Bildschirm Auftauchen und von euch gesteuert werden. Der Schaden den ihr damit anrichten könnt ist enorm und der Spaßfaktor noch mal größer. Wer schon mal im Disneyland war, der hat noch mehr Spaß dabei, denn der kennt die Attraktionen wahrscheinlich sogar live und fühlt sich mit jedem Auslösen an seinen Disneyland Trip erinnert!

Neben Angriff, Magie und jede Menge Sonderkommandos natürlich auch wieder dabei sind die Koop-Kommando-Attacken mit welchen ihr Disney Charaktere auf das Feld beschwören könnt. Dann könnt ihr mit Simba, Arielle, Stitch und Co übers Feld rasen und ebenfalls ordentlich Schaden austeilen. Hier ist allerdings Achtung geboten – die Koop-Kommandos verbrauchen eine komplette volle MP Leiste, da sollte ihr danach zumindest keine lebensrettenden Maßnahmen mehr brauchen bis eure MP Leiste wieder voll ist.

Zudem bekommt auch die Flow Motion aus Birth by Sleep in Kindom Hearts III wieder eine Rückkehr, denn die Kampfgebiete sind teilweise wesentlich größer und durch relativ freies Laufen (auch an Wänden hinauf) und schwingen könnt ihr wirklich einen schönen Kampffluss zustande bringen. Eurem Stil sind dabei kaum Grenzen gesetzt und ihr könnt euch eure Perlen rauspicken die zu eurem Kampfstil passen.

Das alles klingt erst mal enorm viel – sollte aber kein Problem sein. Wer die alten Teile Kingdom Hearts gespielt hat kennt die Mechaniken und wird sich relativ schnell wieder hinein finden. Außerdem werden die unterschiedlichen Funktionen erst Schritt für Schritt in das Spiel eingeführt. Ihr habt also ausreichend Zeit euch an die diversen Angriffe zu gewöhnen und euren bevorzugten Kampfstil zu wählen und insbesondere herauszufinden! Trotz der Vielzahl an Möglichkeiten wird man also nicht überfordert und findet sicherlich seinen eigenen Stil.

Gibt es überhaupt Kritik?

Die Disney Story ist bunt und unterhaltsam, die eigene Kingdom Hearts Story findet ihr gesammeltes Ende und der Kampfstil ist nochmal verbessert und aufgewertet zu den Vorgängern. Klingt alles perfekt bis ins letzte Detail, gibt es da überhaupt noch Kritik zu äußern? Ein bisschen – allerdings nur sehr kleine Punkte.

Wer zwischendurch mal eine Runde Kingdom Hearts zocken will der hat hoffentlich auch genügen Zeit eingeplant. Denn wenn man gleichzeitig auch die Story vorantreiben will, dann kann es gut und gerne mal sein, dass man eine Stunde lang keinen Speicherpunkt mehr findet und somit eventuell zwischen der Wahl steht abzudrehen und die bereits gezockten Parts nochmal zu spielen oder die anstehenden Termine zu verschieben. Das war immer schon mal so bei Kingdom Hearts und hat sich auch diesmal nicht geändert. Durch Cutscenes und verpflichtende Story-Kämpfe vergeht schon mal einiges an Zeit und das muss eben am Stück gespielt werden.

Wer zudem die Vorgänger – und damit zumindest Kingdom Hearts I und Kingdom Hearts II – nicht gespielt hat, der wird in Kingdom Hearts III storytechnisch wahrscheinlich ein bisschen verloren sein. Es gibt zwar eine kurze Zusammenfassung die man sich im Hauptmenü anschauen kann und diese 20 Minuten Video zahlen sich auch auf jeden Fall als Auffrischung aus. Wer keinen Plan hat, der wird sich allerdings nicht ganz in der Komplexität der Story und Charaktere zurecht finden. Nicht ohne Grund hat Square Enix wohl die letzten Jahre Remake nach Remake rausgehauen um die neuen Spieler auf Kingdom Hearts III vorbereiten zu können.

Was ein bisschen auffällt und eventuell für den ein oder anderen störend sein mag – es sind lange Jahre vergangen seit dem letzten Teil und das Publikum der ersten Teil ist wohl oder übel natürlich auch ein bisschen reifer geworden. Auch wenn in den Spielen jetzt nicht so viel Zeit vergangen ist und die Story eigentlich direkt fortgeführt wird hat man stellenweise doch ein bisschen das Gefühl, dass auch die Charaktere von Kingdom Hearts ein klein wenig älter und erwachsen geworden sind. Insbesondere Riku und Kairi ziehen hier stark vorne weg (auch wenn das natürlich mit ihren Erfahrungen in den letzten Teilen zu tun haben kann). Der einzige der hier außen vor bleibt: Sora. Immer noch genauso quietschlebendig und naiv wie in den ersten Teilen. Irgendwie wirkt das manchmal ein bisschen fehlt am Platz. Ein bisschen mehr Verantwortungsbewusstsein und Reife hätte man ihm stellenweise doch geben können. Allerdings war und ist das halt auch irgendwo immer noch der Charme von Sora.

Storytechnisch wird man zwar zufrieden gestellt – die Frage ist allerdings natürlich ob die eigenen Erwartungen erfüllt werden. Der Disney Teil ist süß und herzig allerdinsg wenig informativ (wie auch bereits in den Vorgängern) und der richtig wichtige Part dann vielleicht einen Ticken zu kurz. Wer extrem hohe Erwartungen hat wird vielleicht enttäuscht, wer sich einfach nur eine schöne Fortsetzung mit (gutem?!) Abschluss wünscht wird befriedigt. Die Enttäuschung liegt wenn dann wahrscheinlich nur in den eigenen Erwartungen und zu denen hat die lange Wartezeit auf diesen dritten Teil wahrscheinlich einiges beigetragen. Egal in welche Richtung im Endeffekt.

13 Jahre – hat es sich ausgezahlt?

Das wir lange, ja eigentlich sogar ewig, auf den dritten Kingdom Hearts Teil gewartet haben wissen wir ja bereits. Doch hat es sich jetzt auch wenigstens rentiert? Natürlich ist die Optik (wie man es sich von den Tripple A Titeln von Square Enix erwarten darf) genial und die Renderings wunderschön. Einen so smoothen Donald haben wir noch nie gesehen und die Cut Scenes sind einfach nur atemberaubend.

Auf das Feeling stimmt wieder bis zur letzten Sekunde. Die Story ist extrem ausgeklügelt und alle Stränge finden zusammen. Jedes einzelne Puzzleteil (und mag es zum Erscheinen der Zwischentitel auch noch so weird gewirkt haben) findet seinen Platz und erfüllt einen Zweck im Gesamtbild.

Darum ist diese Frage schlichtweg und ganz einfach mit JA zu beantworten. Die Fans werden auf jeden Fall zufrieden gestellt und Square liefert wieder mal perfekt ab wie zu erwarten war

— Nina Z.

9

Das Gute

+ Abschluss nach langem Warten

+ alle Kampfspiele kombiniert

+ wunderschöne Optik

+ The Feels

Das Schlechte

- stellenweise lange Durststrecken ohne Speicherpunkt

- ohne Vorwissen kein Einstieg in die Story

Shortcut Kindom Hearts III
Release 29. Jan 2019
Studio Square Enix
Publisher Square Enix
Alles in Allem Great