Do, 18. November 2021
Back to Inselfeeling

Back to Inselfeeling

Animal Crossing 2.0

Mittlerweile ist es eine ganz ordentliche Zeit her, dass uns Animal Crossing für laaange lange Zeit Urlaubsfeeling beschaffen hat. Über 700 Stunden Spielzeit sprechen da wohl für sich. Doch irgendwann ist das Inselleben eingeschlafen. Trotz wundervoller Updates zu Halloween und Weihnachten – was immerhin schon gut ein halbes Jahr nach dem Spielerelease war – sind die Updates irgendwie eingeschlafen. Das Inselleben war plötzlich weniger Urlaubsfeeling als mehr tägliche Routine die sich in einen täglichen Trott und Alltag verwandelt haben. Immer wieder gab es kleine Verbesserungen an Stellschrauben, aber so richtig angezogen haben uns die nachgeschobenen Updates dann doch nicht.

Doch jetzt kommt Animal Crossing Version 2.0 einfach so um die Ecke geschossen und ändert alles. Denn plötzlich gibt es gratis Updates und Zusatzcontent für den wir zahlen sollen (oder eine Premium Mitgliedschaft von Nintendo Plus abschließen müssen). Doch zahlt sich das aus? Sind das gut investierte Sternis die man hier anlegt?

Gratis ist immer gut

Fangen wir erst mal ruhig und entspannt an. Was für Content bekommt man beim großen Versionsupdate 2.0 gratis dazu. Nette Gimmicks, die aber auch wieder nicht allzu viel ändern. Ab sofort ist es möglich nicht nur auf fremde Mysterie-Inseln zu fliegen, sondern auch zu schippern, dort andere Jahreszeiten vorzufinden oder Gyroiden auszugraben. Die Gyroiden kennen wir schon als kleine „Hydranten“ die bis jetzt immer nur Geld von uns verlangt haben, doch jetzt können wir die witzigen Dinger in klein züchten und sie spielen uns auch noch witzige Melodien vor. Also noch mehr Sammelspaß in Animal Crossing der Kompletisten auf jeden Fall ordentlich bei der Stange halten wird.

Zudem eröffnet im Museum jetzt ein kleines Kaffeehaus. Dies ist – ja wie könnte man es erwarten – natürlich supercute, allerdings war es dann leider auch schon wieder. Viel Interaktion ist hier momentan noch nicht möglich – man hat hier nur an einer netten Zusatzszenerie gewonnen an der man sich mit Freunden und anderen Inselbewohnern treffen kann.

Schon ein weniger interessanter – unsere Animal Crossing Charaktere haben über die lange Zeit auf der Insel endlich kochen gelernt! Über ein Jahr hungern hat dann wohl doch kreativ gemacht und so könnt ihr jetzt eure angebauten Obst und Gemüsesorten auch zum Kochen verwenden. Funktioniert gleich wie Anleitungen, so sammelt man sich über die Zeit seine eigene Rezeptesammlung zusammen um all seine Freunde zu verköstigen.

Außerdem bekommt Harvey’s Insel jetzt auch endlich mehr Sinn. Wer nach all den Krediten bei Nook noch Geld übrig hat kann sich hierher jetzt all die speziellen Verkäufer einladen und sich einen eigenen Trailerpark zusammenbauen. So kommt man zumindest öfter zu neuen Gemälden oder Teppichen im Angebot, die sich zwar nur wöchentlich ändern, aber kein tägliches einloggen mehr benötigen um ja nicht den einen Tag zu verpassen wo man neue Schuhe oder Blumen hätte kaufen können. Die Händler sind trotzdem immer noch wie gewohnt unterwegs, doch jetzt auch hier anzutreffen, was so manche Sammlerjagd vielleicht ein bisschen einfacher macht. Wer nämlich zum Beispiel seine Einrichtungsgegenstände immer in den falschen Farben im Shop kaufen konnte, der kann jetzt beim frisch getrauten Ehepaar Björn und Rosina diese einfach umgestalten lassen und FINALLY die einheitliche Einrichtung zusammen tragen die man wollte. Es sind immerhin die kleinen Dinge, die einen immer gewurmt haben aber jetzt umso einfacher sind.

Animal Crossing muss nicht immer ein soziales Game sein

Bei Melinda könnt ihr dann noch neue Regeln für die Insel aufstellen (Nachteulen können so auch spät abends noch in den Shops einkaufen) oder euer Lager bei Nook nochmals um einiges vergrößern. Animal Crossing scheint endlich an dem Punkt angekommen zu sein, wo eine angenehme Spielatmosphäre ohne täglichen Einlogg-Zwang erreicht werden kann. Es fühlt sich gut an, einfach ins Spiel droppen zu können und auch mal ohne fremde Hilfe (von tausend anderen Inseln und nicht vorandenen Freunden) an die Items zu kommen, die man gerne hätte. Und ja ich gehörte zu den Wahnsinnigen, die sich sogar in eigenen Foren angemeldet haben, zu Katalogisierparties geflogen sind und jede Menge Anleitungen getauscht haben. Es hat Zeit gekostet, war teilweise gar nicht mehr so unterhaltsam sondern mehr Zwang alle Einrichtungsgegenstände in den selben Farbtönen bauen zu können und den eigenen Katalog nur möglich voll und dick zu bekommen um an der perfekten Einrichtung arbeiten zu können. Jetzt ist damit endlich Schluss und vieles davon kann einfach alleine erreicht werden. Klar mach Animal Crossing immer noch mehr Spaß mit Freunden, aber nicht immer haben diese auch Zeit nur weil man sich gerade das eine WICHTIGE Item bei ihnen aus dem Shop holen will.

Also macht Update zwar nicht viel wirklich Neues, aber es bringt auf jeden Fall einen schönen Spielfluss ins Game, insbesondere, wenn man durchaus gerne mal alleine spielt.

Poki sind der neue heiße Scheiß

Doch Schluss mit lustig. Wir reden hier immerhin über das Game mit dem schlimmsten Kredithai der Spielegeschichte und jetzt streckt dieser seine Finger auch in eure realen Geldbörsen aus. Denn für den „Happy Home Manager“ müsst ihr real in die Tasche greifen. 29 kostet das Update – oder ihr bekommt es gratis wenn ihr euch für einen Nintendo Online PLUS Mitgliedschaft entscheidet. Die kostet euch 39 Euro fürs gesamte Jahr, lässt euch alle Games online zocken und bringt euch Nintendo 64 Games zum zocken dazu. Für Fans die sowieso online sein wollen also auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Doch man muss schon mal ehrlich sein, das Update macht sich von Beginn weg eigentlich nicht sympathisch. Nachdem ihr Karlotta kennen gelernt habt könnt ihr in Zukunft auf dem Flughafen eine neue Option auswählen: „Zur Arbeit gehen“. Ehrlich?!? Wir spielen seit über einem Jahr ein Spiel um der Realität (und dazu gehört in den meisten Fällen wohl auch die Arbeit) entfliehen zu können und jetzt sollen wir ingame auch noch arbeiten? Wir waren erst mal sehr suspekt, doch lasst mir euch versprechen, ihr solltet euch von diesem irritierenden Satz nicht abschrecken lassen.

Traumberuf Innenarchitekt

Denn zur Arbeit fliegt ihr auf eine Ferieninsel wo es ab sofort euer Job ist, die Ferienhäuser anderer Charaktere zu gestalten. Ihr wandert also über den Strand, sprecht eure favorisierten Charaktere an und richtet ihnen ein schönes Feriendomizil auf ihrem eigenen Grundstück ein. Darin besteht literally eure Arbeit – anderer Häuser zu designen.

Doch nicht gar zu früh gefreut, jeder Charakter hat natürlich schon ein bisschen seine Vorstellung wie es in seinem Ferienhaus aussehen soll und daran solltet ihr euch auch halten. Diese Richtlinien beschränken sich zwar gerade mal auf drei Items die platziert werden müssen und den Rest könnt ihr euch eigentlich trotzdem frei von der Leber designen. Und das Beste an der Sache: Ihr zahlt die Einrichtung nicht, sondern habt unbegrenzt Zugang zu Möbeln und Dekostücken! Es sind eurer Phantasie also wirklich keine Grenzen gesetzt.

Ok vielleicht nicht ganz keine Grenzen, denn wenn ihr gleich von Beginn weg alle Items zur Verfügung hättet wäre das dann doch ein klein wenig langweilig. So sammelt ihr mit jedem neuen Ferienhaus, dass ihr aufbaut neue Einrichtungsgegenstände die ihr zukünftig verwenden könnt, erweitert euer eigenes Angebot der Ferienhausagentur und lernt auch noch ordentlich was für eure eigenen vier Wände dazu. Denn dank des Updates bekommt ihr euch über die Zeit neue Bastelanleitungen, die euch wirklich unendliche Möglichkeiten in eurem Zuhause bieten. Von echten Zwischenwänden bis hin zu niedrigeren Trennwänden und Säulen bleiben jetzt echt nur mehr sehr wenige Einrichtungs-Wünsche unerfüllt. Zudem kann man seinen ganzen Style jetzt auch noch mit Deckenlampen aufpeppen, die dem ganzen Raum gleich noch mal ordentlich Flair geben.

Es mag zwar sehr repetitiv klingen, permanent nur Ferienhäuser für andere einzurichten, doch auf Grund der vielen unterschiedlichen Kundenwünsche macht das Update wirklich Laune. Wenn man sich auf die unterschiedlichen Styles einlässt und so neue Sachen ausprobiert findet man vielleicht sogar noch das ein oder andere unerwartete Design für sein eigenes Haus.

Zudem gilt es über lange Zeit wirklich auch die Ferienhausagentur zu optimieren mit einer Schule, Kaffeehaus, Restaurant und mehr auf der Insel. So kann man sich auch mal ein Shopdesign überlegen und neue Dinge einrichten. Macht Spaß und bringt auf jeden Fall Abwechslung.

Fazit

Auch nach unzähligen eingerichteten Ferienhäusern reißt der Innendesigner Spaß noch nicht ab. Immer wieder neue Erweiterungen bringen neuen Pfeffer und lassen einen auch wieder zu alten Ferienhäusern zurückkehren und diese optimieren. So steckt man sicherlich auch wieder einiges an Spielstunden in das Update und damit ist es auf jeden Fall sein Geld wert. Insbesondere mit den kleinen Upgrades die man sowieso gratis oben drauf bekommt macht Animal Crossing plötzlich wirklich wieder ordentlich Spaß und es könnte sein, dass meine Spielstunden vielleicht doch noch in den vierstelligen Bereich abheben…

— Nina Z.

8.5

Das Gute

+ neue Items

+ neuer Spielspaß

+ Designmöglichkeiten

Das Schlechte

- repetitiv

Shortcut Animal Crossing: Happy Home Paradise
Release 5. Nov 2021
Studio Nintendo
Publisher Nintendo