Mo, 6. Dezember 2021
Ein Ring uns zu knechten

Ein Ring uns zu knechten

Halo Infinite im Test

Nach 6 Jahren, einige Verschiebungen und Memes später findet Halo Infinite endlich den Weg zu uns nach Hause. Endlich wieder den Master Chief steuern und Brutes killen. Endlich wieder einen Ring bestaunen. Doch war es das Warten wirklich wert?

Spartan, what is your profession?

Die Infinity ist verloren. Der Master Chief ist in den unendlichen Weiten des Alls verschollen und jegliche Hoffnung scheint verloren. Doch ein verirrter Überlebender findet den Spartaner und begibt sich mit John-117 auf eine (weitere) aussichtslose Mission um den Ring Zeta Halo von den Banished zu befreien und ihre Ziele zu erfahren.

Die Story setzt 6 Monate nach den Ereignissen von Halo 5: Guardians an, Cortana ist tot die Menschheit so gut wie ausgelöscht. Die Banished angeführt von Atriox haben den Ring eingenommen und schmieden geheime Pläne – doch der Master Chief ist gekommen um die Pläne zu durchkreuzen und natürlich in altbekannter Manier alles wegzuballern was sich bewegen kann.

Are You Ring-fit?

Wer Halo nun seit 20 Jahren verfolgt, der wird kein Problem mit der Storyline haben. Selbst nach der Master Chief Collection sollte jedem klar sein, was ein Halo-Ring ist oder woher der Master Chief und die UNSC kommen.
Doch wer quereinsteigt, der muss sich erst einmal in die Lore einlesen, denn ein „was bisher geschah“ gibt es nach 6 Jahren Entwicklungszeit trotzdem nicht.
Bekannt als der emotionslose Elite-Killer wirft sich der Master Chief in ein weiteres Abenteuer und bekommt auch einen neuen KI-Begleiter „Weapon„, mit der er erst warm werden muss und eine Beziehung aufbaut. Hier werden die Stärken der Story schnell klar: die emotionale Seite des Spartaners und seine Beziehung zu Cortana. Immer wieder bekommt man Rückblenden auf die bisherigen Teile, jedoch sind das am Ende zu wenig Puzzle-Teile für Neulinge in der Halo-Story um mitzuhalten und tiefer in die Geschichte einzutauchen.
Es wird weiter die Story rund um die Banished und den führenden Kommandant „Escharum“ gesponnen, die Zeta Halo fest im Griff haben.

Halo, is it me you’re looking for?

Natürlich ist Halo nicht umsonst ein Meilenstein im Shooter- und Gaming-Business. Das lineare Leveldesign und die Gegner-Arenen sind erhalten geblieben und werden in Halo Infinite nun durch eine Open-World erweitert. Ganz im Sinne einer Sandbox-Welt dürfen auf Zeta Halo nun endlich Stützpunkte eingenommen, Festungen erobert und Unteroffiziere aus dem Weg geräumt werden. Als Belohnung gibt es Ehre der UNSC Überlebenden, die euch mit mehr Ausrüstung beiseite stehen können. Je mehr Außenposten ihr einnehmt, desto schneller gibt es dort dann Zugriff auf Fahrzeuge und Waffen. Außerdem können überall in der Welt Skillpunkte für die Gadgets gefunden werden. Mit diesen könnt ihr Master Chiefs Skillset noch weiter verbessern – wie zum Beispiel den neuen Enterhaken.
Dieser hebt das Halo Gameplay noch ein Stück höher und bietet mehr Spielraum in Gefechten: Kreuzfeuer ausweichen, Waffen und Munition grabschen oder sogar dem Gegner entgegen zippen und mit einem Kolbenreiber die Visage abwerten. Außerdem könnt ihr euch mit dem Haken zu Fahrzeugen ziehen und den Insassen wie in typischer GTA-Manier aus dem Cockpit zerren und selbst die Kontrolle über Hydra, Banshee oder Scorpion übernehmen und das Blatt schnurstracks wenden. Hier gibt es zum bereits bekannten Halo-Gameplay noch eine Stufe drauf.

Apropos Gameplay: spielerisch spielt sich Halo Infinite also wie die alten Teile, was kein negativer Aspekt ist. Es wird am bereits revolutionierten Gameplay festgehalten und durch neue Funktionen aufgewertet. Auch die Boss Kämpfe können sich für einen Shooter sehen lassen. So muss man die Bounty-Aufträge erst ausfindig machen auf der Map, danach gegen ihn und seine Schergen antreten und zum Beispiel gegen einen Banished-Kriegsveteranen mit Jetpack und Energie-Hammer antreten – seine Attacken können aus der Luft mit Waffe passieren oder mit dem Hammer gen Boden krachen. Oder ein Covenant Elite, der mit seiner Tarnausrüstung und dem Energie-Schwert auf engstem Raum Paroli geboten werden muss. Abwechslung ist gegeben und gerade auf höherem Schwierigkeitsgrad eine Challenge auf allen Ebenen.

Fazit

Halo Infinite ist nach 6 Jahren Pause wieder zurück und will nicht nur Geburtstag feiern sondern das Shooter-Genre ordentlich aufmischen. Eine tolle Story, die für Neulinge etwas verwirrend wirken kann, geballt mit dem Gameplay aus 20 Jahren Erfahrung nehmen Spieler mit Halo Infinite auf eine emotionale und einzigartige Reise nach Zeta Halo mit. Halo Fans haben sich bereits Urlaub genommen – jeder der den Game Pass besitzt sollte auf jeden Fall downloaden, und Quereinsteiger in die Serie sollten vorher mal in die Master Chief Collection reinschnuppern. Well done, 343 Industries!

— David B.

9

Das Gute

+ Steuerung

+ Waffen & Gadget-Handling

+ Open-World

+ Story

Das Schlechte

- Story für Neulinge verwirrend

Shortcut Halo Infinite
Release 8. Dez 2021
Studio 343 Industries
Publisher Microsoft
Alles in Allem Awesome!