Di, 4. Juni 2019
Exit - Das Escape Room für daheim

Exit - Das Escape Room für daheim

Exit - das Spiel

Sie sind mittlerweile kein unbeschriebenes Blatt mehr und in den Wohnzimmern von Brettspielfans nicht mehr wegzudenken: Die “Exit – das Spiel” Reihe von Kosmos. Escape Room Geschichten für zu Hause – ohne echte Schlüssel oder Schlösser. Doch wir als geübte “Roomescapists” waren skeptisch, ob ein paar Karten an den Nervenkitzel eines Escape Room heran kommen können und haben nun endlich auch mal ein “Exit – das Spiel” getestet.

Ein Abend in kleiner Runde mit Freunden daheim, die Glotze gibt nichts her und die Finger sind auch schon wund vom Zocken – der perfekte Zeitpunkt um “Exit – das Spiel” aus der Lade hervor zu kramen und dem Ganzen mal eine Chance zu geben. Wir waren wirklich skeptisch. Kann eine kleine Schachtel mit ein paar Karten, einer Lösungsscheibe und einem Heft dem Feeling eines Escape Rooms nahe kommen? Können die Rätsel ohne Verstecken und Suche überhaupt schwierig, eventuell sogar herausfordernd sein?

Wir geben zu wir waren sehr überrascht und schnell überzeugt – aber JA sie können! Das System hinter den Exit Karten ist so ausgeklügelt und trotzdem so einfach, dass es einfach funktioniert und ordentlich Laune macht.

Spielen wir uns aus der Misere

Der Aufbau ist in allen Spielen sehr einfach und immer der gleiche – drei Kartenstapel bestehend aus Rätseln, Lösungen und Hinweisen, eine Lösungsscheibe und ein kleines Begleitheft passend zur Geschichte. In manchen Boxen noch ein paar mysteriöse zusätzliche Teile, die im Laufe des Spieles entdeckt und gebraucht werden.

Dann geht es schon los mit den Rätseln – eine kleine Geschichte zur Einleitung und die ersten Rätselkarten dürfen aufgedeckt werden. Anhand von diesen Rätseln und dem Begleitheft muss das spielende Team dann auf die Lösungen kommen. Diese Kombination aus drei Zahlen (oder Zeichen) wir dann auf der Lösungssscheibe eingestellt und ergibt eine Zahl. Diese führt im besten Fall zur richtigen Karte im Lösungsstapel und somit zu neuen Rätseln. Doch keine Angst davor auch mal eine falsche Kombination auszuprobieren – die Lösungskarten enthalten auch Nieten, wodurch ihr sofort wisst ob ihr das Rätsel korrekt gelöst habt oder doch noch an eurer Antwort feilschen müsst.

Die Rätsel sind abwechslungsreich und allesamt wirklich ohne Vorkenntnisse und Wissen zu lösen. Es braucht kein Genie (ganz egal ob in Allgemeinwissen oder Mathematik) um die Exit Games zu bestehen – alles was es zu Rätsels Lösung braucht befindet sich in der Schachtel. Ein bisschen zwischen den Zeilen lesen und hie und da ein Ticken Kombinatorik und man windet sich durch die Rätsel und kommt der letzten Lösung immer näher.

Hilfe der Kopf raucht

Aber was passiert, wenn eure Köpfe schon rauchen und einfach keiner auf die Lösung kommen will? Dafür gibt es die Hilfekarten, die für jedes Rätsel dabei sind. Pro Rätsel drei Stück an der Zahl, die jederzeit verwendet werden können und immer mehr Hinweise zur Lösung geben. Im schlimmsten Fall sogar das Rätsel komplett auflösen.

Diese Hilfekarten sind nochmals eine Genialität für sich. Die erste Karte zeigt den Spielern nur, welche Rätselkarten und Teile man für des Rätsels Lösung braucht und hilft den Spielern damit nur sich nicht in einem Rätsel zu verbeißen, welches vielleicht noch gar nicht lösbar ist. Die zweite Hilfekarte geht dann schon etwas Tiefer und zeigt ein bisschen mehr auf wie man an das Rätsel herangehen sollte. Während die dritte Karte das Rätsel dann komplett auflöst und auch die Lösungskombination vorgibt. Das mag einem mit nur drei Hinweisen vielleicht relativ schnell vorkommen, ist allerdings perfekt ausgewogen. Mit ein paar verschiedenen Anläufen konnten zumindest wir die  meisten Rätsel wirklich komplett ohne Hinweise lösen und haben wenn nur die Bestätigungen erhalten, dass wir auf dem richtigen Weg zur Lösung sind.

Ebenfalls sehr schön: “Exit – das Spiel” gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis. Wir haben uns zum Einstieg gleich mal an das Level Fortgeschrittene herangewagt und wurden nicht enttäuscht. Perfekt für alle Spieler, die sich mit der Systematik des Spieles schon auskennen und wissen auch ein bisschen mehr grübeln wollen. Wer sich da noch nicht ganz so sicher ist (und nicht den Frust haben will, weil man vielleicht doch an dem ein oder anderen Rätsel scheitert) – der kann am Anfang getrost zu Einsteiger greifen. Wir wagen und beim nächsten Mal auf jeden Fall gleich an Profi ran!

Einmal gespielt – zerstört für immer

Es mag im ersten Moment ein bisschen verstörend sein, aber ja die “Exit – das Spiel” Games kann man nur einmal spielen. Zu allererst kennt man nach dem erfolgreichen Entkommen natürlich die Rätsel bereits und somit wäre der Spaß an einem erneuten Spiel eher nicht vorhanden. (In eine und den selben Escape Room geht man als Spieler ja auch nur einmal.)

Doch viel drastischer – im Verlauf des Spiels ist es durchwegs notwendig Dinge zu zerschneiden, zerreißen oder zu knicken. Damit ist natürlich das Spielmaterial zerstört oder würde bereits Hinweise auf die Lösungen bieten. Es macht allerdings immens viel Spaß während dem Spiel herum zu schneiden und wirklich darauf herum zu kritzeln! Zudem ist fast das komplette Spiel aus Karton und kann somit ohne Probleme entsorgt und recycelt werden.

Fazit

Man kann eigentlich nichts anderes sagen – als “Exit – das Spiel” macht wirklich Laune, kommt seinem großen Bruder extrem nahe und entwickelt auf jeden Fall Suchtpotential. Wer sich zum Spiel auch noch einen Timer setzt hat den selben Druck wie eingesperrt in einem echten Raum und das Feeling stimmt einfach. Wir waren mehr als überrascht wie viel Spaß in einer so kleinen Schachtel steckt, wie abwechslungsreich die Rätsel (auch nach der zweiten Geschichte) sind und wie sehr wir uns darin verlieren konnten!
Auf jeden Fall einen Vorrat davon daheim anlegen!

— Nina Z.
Shortcut Exit - Das Spiel
Publisher Kosmos