Do, 12. September 2019
Übernatürliche Phänomene in einem ziemlich weirden Haus

Übernatürliche Phänomene in einem ziemlich weirden Haus

Control

Remedy Entertainment hat sich in den letzten Jahren mit ein paar ziemlich interessanten und innovativen Ideen was Videospiele angeht einen Namen gemacht. Gerade mit „Quantum Break“ – einer Mischung aus Serie und Videospiel – war der Ansatz des Gaming mal wirklich etwas komplett Neues. Jetzt gibt es ihr neues Game „Control“ und wir haben uns das übernatürlichen Story-Action-Adventure mal angesehen.

Paranormale Storyline

Das Federel Bureau of Control (FBC) ist die Behörde, die sich mit paranormalen Geschehnissen beschäftigt. Deshalb wurde das FBC bereits vor Jahren auf Jesse Faden und vor allem ihren Bruder aufmerksam, die in Kinderjahren Zeugen und Involvierte unerklärbarer Ereignisse waren. Damals verschwand Jesse’s Bruder, scheinbar entführt vom FBC. Jetzt – 17 Jahre später – macht sich Jesse auf den Weg ihren Bruder zu suchen und kein Weg führt dabei am FBC und deren Hauptsitz dem Old House vorbei.

Doch hätte Jesse nicht erwartet, dass gerade hier im Zentrum der Forschung über paranormale Geschehnisse die ungewöhnlichsten Dinge passieren. Der Direktor ist tot und das gesamte Gebäude scheint ein paranormales Phänomen an sich zu sein. Irgendwie hat sie scheinbar eine recht starke Verbindung zu dem Ganzen, denn das FBC kührt sie zur neuen Direktorin als sie die Waffe des alten Chefs an sich nimmt. Damit wird es zu ihrer Aufgabe die Geschehnisse zu untersuchen. Doch zeitgleich ist sie immer noch auf der Suche nach ihrem Bruder…

Becoming Supernatural

Natürlich hat auch Jesse einen Bezug zum Übernatürlichen. Es scheint irgendwie sogar von ihr angezogen zu werden und damit ist sie im FBC natürlich am richtigen Ort. Denn hier warten sogenannte „Objects of Power“ auf sie. Diese sind bei früheren paranormalen Geschehnissen entstanden und halten geheime Kräfte in sich verborgen wenn man weiß, wie man sie aktivieren kann. So lernt Jesse nicht nur mit der ungewöhnlichen, selbst nachladenden Waffe des Direktors umzugehen, sondern auch schweben oder per Telekinese-ähnlichen Kräften so gut wie alles im FBC durch die Gegend zu schießen.

Und mit so gut wie alles meinen wir das auch wirklich. Denn ganz egal ob es sich dabei um einen Sessel, eine explosive Gasflasche oder auch ein Bruchstück aus der Wand oder dem Boden handelt. Irgendetwas findet man immer mit dem man um sich werfen kann. Seine Energie dafür sollte man sich jedoch schon ein bisschen einteilen und mit der eigenen Munition (die sich zwar selbst nachlädt aber trotzdem Cool-Down-Zeiten unterliegt) aufteilen.

Über das Game hinweg wird Jesse immer stärker, sammelt unterschiedlichste Fähigkeiten und kann damit immer wieder neue Winkel des FBC erkunden, die uns vorher noch verborgen geblieben sind.  Somit bleibt das Old House bis zum Schluss ein sich wortwörtlich bewegendes Gebäude, welches immer wieder Überraschungen für den Spieler offen hält.

Gameplay

Grundsätzlich ist „Control“ was das Gameplay betrifft ein relativ normales Third-Person Adventure Game. Mit all euren Fähigkeiten und ziemlich interessanten Waffen heißt es die Hiss – die befallen und gegnerischen menschenähnlichen Wesen- zu erledigen.
Aber irgendwie dann eben doch nur grundsätzlich. Die Grundelemente sind alle da, man erforscht bewaffnet das FBC Gebäude und bahnt sich so seinen Weg durch die Gänge. Im Laufe der Zeit schießt man dann nicht nur um sich, sondern zerlegt das Gebäude eben in seine Einzelteile die man als Geschosse verwendet oder schwebt durch die Gegend. Relativ „normal“ für ein übernatürlich angehauchtes Game.

Doch was „Control“ so seinen komplett eigenen Charakter gibt ist, wie die Story und das Erforschen des Gebäude gehandhabt wird. Es gibt keine Waypoints die euch anzeigen wo ihr hin müsst und welchen Weg ihr als kürzeste Linie einschlagen solltet. Einziger Hinweis: auf der Map die ihr aufrufen könnt ist euer Ziel hervorgehoben und die Mission nennt euch die Abteilung des FBC in die ihr müsst. Den Rest bedarf es selbst herauszufinden. Überall im Haus gibt es Wegweiser und Hinweisschilder in welche Abteilungen ihr in der eingeschlagenen Richtung kommt und so müsst ihr das Gebäude wirklich eigenständig erkunden. Man ist also nicht komplett verloren, aber man muss seine Umgebung einfach viel aktiver wahrnehmen um sich zu orientieren. Genauso wie es in einem uns unbekannten Gebäude eben wäre. Selten aber doch kann das dazu führen, dass man sich in diesem abnormalen Gebäude ein bisschen verloren vorkommt aber die meiste Zeit bringt diese Freiheit einfach nur eine wirklich gute Spieltiefe mit sich.

Zudem gibt es keine Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad des Games zu verstellen. „Control“ fordert seine Spieler heraus das Spiel so zu erleben, wie Jesse es getan hat. Unvorbereitet, unbekannt und unwissend. Dabei trifft es aber doch den richtigen Grad – nicht zu schwer aber trotzdem herausfordernd. Insbesondere größere Boss-Gegner können schon mal ein bisschen an den Nerven zehren, mit der richtigen Taktik (die bei „Control“ nicht immer mitten in die Fresse rein lauten wird) bekommt man aber auch die klein.

Gerade was die Herausforderung die Story und das Gebäude zu erkunden angeht schafft „Control“ damit ein wirklich eigenes Erlebnis, dass einen doch sehr tief in die Geschichte eintauchen lässt.

Realität und Videospiel

Typisch Remedy gibt es natürlich auch in „Control“ ein Vielzahl an Verschmelzungen zwischen echtem Film und Videospiel. Denn wer aufmerksam durchs Old House läuft wird immer wieder verschiedenste Collectibles finden. Einiges davon Dokumente die jedem der möchte noch mehr Einblick in die Story des Paranormalen gibt oder Audiofiles die im FBC gemacht wurden und ebenfalls noch mehr Feeling und Story mit sich bringen. Manches aber auch wirkliche real aufgenommene Videos die im Spiel mit eingebaut sind und so ein wirklich sehr stimmige Komposition von Realität und Videospiel mit sich bringen. Das macht die ganze Story – so übernatürlich sie auch ist – irgendwie realer und greifbarer. Eine wirklich imposante und tolle Mischung die Remedy da zusammengebaut hat. Gerade weil der Übergang hier so fließend ingame passiert – was bei „Quantum Break“ noch zwei komplett voneinander getrennte Dinge waren.

Fazit

„Control“ schafft es wirklich mit innovativen Mischungen, einer interessanten Story und einem völlig freien Gameplay wieder ein sehr innovatives und doch eingängiges Game auf die Beine zu stellen. Die Stimmung passt, das Gameplay ist fordernd aber nicht zu schwer und das Setting einfach so überwältigend, dass man sich in „Control“ regelrecht verlieren kann. Metaphorisch und sprichwörtlich. Adventure-Fans und alle Freunde des Übernatürlichen mit einem leichten Hang zum Spuken werden mit „Control“ auf jeden ihre helle Freude haben!

— Nina Z.

8.5

Das Gute

+ Setting

+ Gameplay

+ Spielphysik

+ Erkundungsfreiheit

Das Schlechte

- Erkundungsfreiheit

Shortcut Control
Release 27. Aug 2019
Studio Remedy Entertainment
Publisher 505 Games
Alles in Allem Awesome