Do, 18. Februar 2016

Bravely Second: End Layer

Bravely Default hatte alles, was das JRPG Spielerherz begehrte. Eine epische Geschichte, einen fantastischen Soundtrack, liebevolle Charaktere und ein Entwicklungssystem, an dem man stundenlang herumtüfteln konnte. In ein paar Tagen kommt der langersehnte Nachfolger und wir haben ihn für euch schon mal getestet.

Wer den ersten Teil nicht gespielt hat oder nicht zu Ende gespielt hat, dem wird mit der ersten Videosequenz geholfen. Denn in den ersten Minuten wird euch die ganze Geschichte von Bravely Default erzählt.

Bravely Second fängt kurz nach dem Ende des Vorgängers an. Ringabell ist verschwunden, Tiz auch, Edea mischt im Militär auf und Agnes reist herum und kümmert sich um die Kristalle. Beschützt wird sie von der Kristallwache, der auch Yew angehört, den ihr spielt.

Von einem starken Gegner niedergestreckt müsst ihr hilflos zusehen, wie Agnes entführt und die Kristallwache dezimiert wird. Mit den 2 Überlebenden macht ihr euch auf, Agnes zu retten.

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Gameplay

Bravely Seconds Devise ist: verbessern statt experimentieren. Die Spieler wären wohl entäuscht gewesen, hätte Square Enix zu viel am Gameplay herumgepfuscht.

Jeder Charakter startet den Kampf mit 0 Brave-Punkten und kann diese mit dem verteidigenden “Default” Befehl ansammeln. Ihr könnt jedoch auch ins Minus gehen, gleich in der ersten Runde 4 Aktionen ausführen und dann 3 Runden aussetzen. Dieses System erfordert viel Strategie und bestimmte Klassen-Kombinationen sind hier sogar unschlagbar.

In Bravely Second gilt es nicht nur, unschlagbar zu sein, sondern auch schnell. Schafft ihr es, alle Gegner in der ersten Runde zu besiegen, dürft ihr euch über einen weiteren Bonuskampf freuen. Jeder Bonuskampf (solange ihr die Gegner in einer Runde besiegt, könnt ihr immer wieder weiter machen) erhöht den Multiplikator für eure Erfahrungspunkte, Klassenpunkte und euer Geld, bis ihr den höchsten Multiplikator von 3.0 erreicht habt. So schafft ihr es, mit verhältnismäßig wenig Kämpfen eure Klassen zu maximieren. Denn von diesen gibt es diesesmal sogar noch wesentlich mehr.

Entwicklung

Wie auch schon im Vorgänger kämpft ihr gegen Generäle des Bösen und erhaltet dabei jedes Mal einen Asteriks, der euch die jeweilige Klasse des soeben besiegten Generals freischaltet. In den Hauptmissionen trefft ihr auf neue Berufe, die dabei nur selten den Klassen des Vorgängers ähneln. Eine Zauberin, welche Zauber mit bestimmten Effekten kombinieren kann, ein Zentaur, welcher 4 Waffen anlegen kann, oder ein Katzenmensch, welcher Fähigkeiten von Gegnern lernen kann – unter den neuen Klassen findet man alles, was man braucht.

Wer dann immer noch Sehnsucht nach den alten Klassen hat, der kann sie durch Nebenmissionen freischalten. Jedoch gibt es hier eine Einschränkung, denn jede Nebenmission stellt euch vor ein moralisches Dilemma, bei dem ihr euch für eine Seite entscheiden müsst: Helft ihr lieber der Forschung, damit alle was davon haben, oder lieber den Nomaden, teilt ihr euer Essen oder schaut ihr, dass ihr selbst so lange wie möglich überlebt. Welche Klasse ihr freischaltet bestimmt ihr durch eure Entscheidung.

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Grafik & Sound

Grafisch hat sich sehr wenig getan, die Welt ist zum großen Teil die gleiche und viele Orte kennt ihr bereits aus Bravely Default. Der 3D Effekt ist, wie schon im Vorgänger, sehr gelungen und erweitert in vielen Bereichen des Spiels die Atmosphäre. Sound- und musikmäßig darf man nicht viel erwarten, denn man hat den gesamten Soundtrack des ersten Teils wiederverwertet und nur ein paar wenige Lieder sind neu.

Streetpass

Streetpass funktioniert ebenfalls genau so wie im ersten Teil: Ihr könnt anderen Spielern selbsterstellte Moves schicken und Charaktere anderer Spieler im Kampf einsetzen. Jeder Streetpass erweitert die Bevölkerung in eurer Kolonie um 1, wodurch ihr wesentlich schneller Geschäfte bauen und neue Moves erforschen könnt. Falls ein anderer Spieler euch in gewissen Klassen voraus ist, könnt ihr ihn mit eurem Charakter verbinden und somit auf die Fähigkeiten des anderen Spielers zurückgreifen.

Fazit

Wie schon mit dem ersten Teil kann Bravely Second von Anfang an begeistern. Die Geschichte reißt einen sofort mit und bietet auch in der bereits bekannten Welt viel Abwechslung. Neue und alte Klassen, die noch mehr zum tüfteln anregen, und Bonuskämpfe, von denen man nie genug kriegen kann. Lediglich der Soundtrack ist nicht so gut gelungen wie erhofft. Ansonsten bietet Bravely Second genau das, was sich ein Bravely Default Fan wünscht: Mehr von Bravely Default.

— Konrad Salomon
Bewertung

Urteil + Bonuskämpfe + viele neue Klassen + mitreissende Geschichte + 3D Effekt - bekannte Welt und bekannter Soundtrack
Alles in Allem Awesome