Mi, 10. November 2021
Der König ist tot, es lebe der König

Der König ist tot, es lebe der König

Age of Empires IV Review

Der König der Echtzeitstratgiespiele meldet sich zurück. Nachdem in den vergangen Jahren zahlreiche Remastered erschienen sind, freuen wir uns, dass Relic Entertainment endlich einen Neuableger der Age of Empires Reihe bietet. In zahlreichen Epochen bestreiten wir epische Schlachten. Doch wird dabei das Rad neu erfunden?

Lange Zeit war es still um die Echtzeitstrategiereihe von Age of Empires. 2005 erschien Age of Empires III, dem noch einige DLCs im Laufe der Jahre folgten. Mit der Definitiven Edition von Age of Empires I startete man 2018 ein erneutes Aufleben der Reihe. Nun 2021 gibt es endlich einen offiziellen Nachfolger, der das Genre in die aktuelle Zeit bringen soll.

Die wohl erste Änderung die sich bei uns gleich bemerkbar macht ist der Hub. Diesen erreichen wir auch wahlweise im Offline-Modus, always-online ist also nicht spürbar. Wer trotzdem sein persönliches Können und Statistiken von Microsoft aufgezeichnet haben möchte, dem wird eine Daueronlineverbindung allerdings empfohlen.

Der zentrale Hub dient, analog zu anderen zeitgemäßen Spielen,  aktuelle Newsfeeds zu empfangen, mit Leuten in Kontakt zu treten oder uns auf unsere nächste Session vorzubereiten. Zusätzlich verfügt unser Account über ein Art Fortschrittssystem. Schließen wir beispielsweise Kampagnenmissionen oder Übungsmissionen ab, so erhalten wir Erfahrungspunkte. Mit denen Steigen wir in unserem Spielerrang auf und signalisieren so anderen Spielern, das wir schon einige Stunden AoE IV auf dem Buckel haben. Zusätzlich werden einige Hintergrundfeatures freigeschalten, die wir uns dann zu Gemüte führen können.

Hierzu zählen Entwicklerbilder, wie aber historische Videos. Diese erinnern uns teilweise an die Discovery Tour von Assassin’s Creed. Man bekommt also quasi eine Dokumentation im  Spiel. Dabei haben sich die Entwickler bei den Filmaufnahmen unserer Meinung nach ordentlich ins Zeug gelegt und alleine diese sind der Grund die Kampagne und mehr zu absolvieren um in den vollen geschichtlichen Genuss zu kommen.

Age of Empires IV selbst bietet für Einzelspieler vier Kampagnen mit insgesamt 35 Missionen. Dabei werden Geschichtliche an die 500 Jahre abgedeckt. Die einzelnen Missionen sind dabei abwechslungsreich und versuchen uns zusätzlich, neben den zahlreichen Tutorials, das Spiel etwas mehr näher zu bringen. Das bietet einen Vorteil für Neulinge in der AoE-Welt, mag aber für erfahrenere Spieler, die nicht zu sehr an der Storyline hängen, eher langweilig wirken. Nach 20-25h je nach Schwierigkeitsgrad und Können hat man dann auch das Ende der Kampagne erreicht.

Unabhängig von dem Kampagnenmodus gibt es einen Übungsmodus. In diesem werden uns unterschiedliche Situationen, die während AoE auf uns zukommen, erklärt. Absolvieren wir diese Situation erhalten wir je nach unserem Können eine Bewertung  im klassischen Medaillen-Prinzip. Wer also möchte kann in jeder Kategorie nach Gold streben. Zusätzlich winken ein paar Erfahrungspunkte für unseren Account.

Doch was wäre AoE ohne Gefechte oder Multiplayer. Beide bieten in etwa den gleichen Umfang, wenn sich dieser jedoch im Vergleich zu vorherigen Teilen etwas geschmälert hat. Dabei können wir aus 8 unterschiedlichen Fraktionen auswählen. Auf vorgefertigten Karten kann aus voreingestellten Settings eine Art individuell gestaltetes Spiel gestartete werden. Dabei können bis zu 7 weitere Spieler oder KI gegeneinander antreten.

Wie sich das ganze verteilt bleibt einem also selbst überlassen. Allerdings verfügt AoE IV „noch“ nicht über einen Szenario-Editor, bei dem wir, wie früher, eine ganze Map selber gestalten können. Wir bauen hier aber schwer auf die Zukunft von AoE 4 und einen möglichen DLC.

Sofern man über das notwendige Equipment verfügt sieht AoE IV natürlich auch noch dazu bombastisch aus. In 4k und 1080p sah AoE auch noch nie schöner aus.

Fazit

Age of Empires IV wirkt auf uns als wäre die Reihe endlich in der aktuellen Zeitlinie angekommen. Das Gameplay und Steuerung sind zwar nicht neu Erfunden, Veteranen werden sich also schnell zurechtfinden, bringen aber vereinzelt frischen Wind. Geschichtsjunkies und jene die es werden wollen werden mit der Kampagne und den zusätzlichen historischen Videos definitiv auf ihre Kosten kommen. Der Gefechtsmodus sorgt auch für die Langzeitmöglichkeit für spätere Koop oder Einzelspielersessions. Trotzdem wünschen wir uns für die Zukunft noch den Szenarien-Editor damit die Community selbst auch wieder fleißig Hand an die Maps und Stories legen kann.

— Fabian Padrta

8.6

Das Gute

+ State-of-Art Age of Empires

+ Motivierendes Fortschrittssystem/Belohnungssystem

+ Umfangreiches Geschichtssetting

Das Schlechte

- Fehlender Szenarien-Editor

Shortcut Age of Empires IV
Release 28. Okt 2021
Studio Relic Entertainment, World's Edge, World’s Edge
Publisher Xbox Game Studios
Alles in Allem The King is Back