Do, 24. Oktober 2013

Nur nicht den Kopf verlieren!

Game Rezension: Puppeteer

Der hölzerne Puppenjunge Pinocchio war gestern – jetzt kommt Kutaro!

  
  
  
  
Eigentlich wurde der Mond von der Mondgöttin regiert und lebte in Frieden. Doch eines Tages kam der große böse Mond-Bär und stahl den schwarzen Mondstein. Sein magisches Gegenstück, der weiße Mondstein, ging dabei leider in die Brüche. Jetzt wird der Mond vom Mond-Bären tyrannisiert und für seine kleinen Helferlein im Schloss sammelt er die Seelen von Kindern, damit sie ihm als Puppen dienen.
Doch bei Kutaro hat sich der Mond-Bär verschätz. Der kleine Holzjunge verspricht zwar dem Bären zu dienen, doch der Mond-Bär hegt da so seine Zweifel. Darum verspeist der neue Herrscher den Kopf vom kleinen Kutaro kurzerhand und wirft seinen Körper hinfort in den Burggraben.
Gerettet durch die fliegende Katze Ying-Yang findet Kutaro so manch skurrilen Ersatzkopf.  Neben einem Skelett oder einer Spinne, können zu mancher Zeit auch eine Guillotine oder einfach nur ein Burger als Kopfersatz dienen. Doch um den Mond-Bären aus dem Schloss zu vertreiben, müssen Kutaro und Ying-Yang zuvor seine magische Schere stehlen, um sich in der Welt voran zu schnippseln. Doch wer den Mond-Bär um seine magische Schere bringt, der sollte auf der Hut sein und sich so schnell wie möglich einen Weg aus dem Theater herausschneiden.
In Puppeteer schneidet man sich also als kleiner Puppenjunge mit Schere und später auch Schild bewaffnet seinen Weg durch das Schloss von der einen Seite des Screens auf die andere und wieder zurück. Was auf Dauer vielleicht etwas langweilig klingen mag, kann aber durchaus unterhaltsam und witzig sein. Denn die Aufmachung von Puppeteer ist wirklich allerliebst und herzergreifend gelungen. Wie durch ein Marionettentheater schnippselt man sich hinter dem Theatervorhang durch die unterschiedlichen Ebenen eines Levels die sich ähnlich eines Pop-Up Buches immer wieder neu aufbauen. Durch die wunderbar angenehme und fast mystische Erzählerstimme und das immer wieder auftretende Lachen des Publikums fühlt man sich wirklich ein klein wenig ins Theater versetzt und hofft, dass der kleine Kutaro es in den nächsten Akt schafft.
Während man die beiden Charaktere Kutaro und Ying-Yang beide auch im Singelplayer Modus spielen kann, ist es ebenfalls möglich (und wahrscheinlich koordinativ wesentlich einfacher) zu zweit zu spielen. Denn alleine steuert man Kutaro mit dem linken Stick und Ying-Yang mit dem rechten Stick. Das kann in dem einen oder anderen Moment durchaus zu einer wirklichen Herausforderung werden. Man kann die beiden Charaktere pro „Vorhang“ auch hintereinander steuern, da Ying-Yang im Grunde genommen nur die anderen kleinen Puppenkinder retten kann oder kleine Kristalle findet aber man will ja zumeist doch immer alles auf einmal machen. Außerdem besteht sonst definitv die Gefahr immer wieder mal auf Ying-Yang zu vergessen und somit vielleicht sogar einen lebensrettenden neuen Kopf zu übersehen.
Auf jeden Fall ein unterhaltsames, fesselndes aber nicht sonderlich forderndes Game für die jüngere Spielergeneration oder die, die auch im fortgeschrittenen Alter noch mal so richtig jung sein wollen.


ENTWICKLER: SCE Japan Studio
PUBLISHER: Sony Computer Entertainment
GENRE:Platformer
PLATTFORM: PS3