Di, 7. Oktober 2014

Magnetisierend

Game Rezension: Teslagrad

Mit Teslagrad feiert ein weiteres Indy-Highlight sein Konsolen-Debüt auf Nintendos Wii U. Darin macht man sich die Kraft des Magnetismus zu Nutze, um Rätsel zu lösen und Fallen zu überwinden.

   
   
Der auf der Unity Engine entwickelte Puzzle Plattformer erinnert von den ersten Sekunden an an bekannte Genre Vertreter wie Braid oder Limbo. Völlig ohne Worte und Anleitung wird man in die handgemalte Welt hineingeschmissen. Mit Laufen und Springen bewältigt man den Prolog und gelangt in einen riesigen Turm. Der Hauptteil des Spiels dreht sich nun darum diesen zu erkunden und dabei die geheimnissvolle Story zu entschlüsseln.
Wie schon erwähnt, ist die Hauptmechanik des Spiels der Magnetismus. Das sieht zunächst in etwa so aus, dass man zuerst einen elektrisch geladenen Roboter berührt, um die Ladung abzubekommen und sich dann von einem Magnetfeld je nach Polung entweder Anziehen oder Abstoßen lässt um die nächste Plattform zu erreichen. Erste Rätsel bestehen damit im Betätigen von Schaltern um vorhandene Magnetfelder zu manipulieren.
Im Lauf des Spiels findet man aber diverse Upgrades mit denen man zusätzliche Fähigkeiten erhält, wodurch auch die Aufgaben entsprechend herausfordernder werden.
Mit neuen Fähigkeiten erschließen sich – ganz Metroidvania-like – auch neue Bereiche des Turmes und in dem ein oder anderen bereits besuchten Raum, lässt sich nun vielleicht noch eine geheime Stelle entdecken. Die hierfür so wichtige Worldmap wird sinnvollerweise auf dem Gamepad angezeigt, ist aber leider eine Schwachstelle des Spiels. Sie ist nicht ausführlich genug und kann vorallem nicht frei bewegt werden.
Das Gameplay ist eine gute Mischung aus Geschicklichkeit und Kopfzerbrechen, wobei der Faktor Geschicklichkeit etwas überwiegt. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel hält sich in Grenzen – wer Spiele wie Braid bewältigt hat, wird hier nur selten länger überlegen müssen. Dafür kann einem das Plattforming schon immer wieder einige Versuche abverlangen. Insbesondere bei den verschiedenen Bossgegnern auf die man trifft. Da jeder Schaden in Teslagrad tödlich ist, braucht es eine fehlerfreie Performance um diese zu besiegen. Klassisches Pattern-Learning und Schwachstellen finden ist hier angesagt – für mich persönlich immer noch eine der besten Arten von Endgegner-Herausforderungen.

Wer das Spiel durchspielen will, muss mehr als nur die gestellten Aufgaben bewältigen. In vielen Räumen gibt es versteckte Papierrollen mit Zeichnungen zu finden. Diese Zeichnungen geben auf dem Gamepad etwas mehr Aufschluss über die Geschichte des Spiels. Nur wenn man eine gewisse Anzahl von diesen gesammelt hat, kann man das finale Areal des Spiels betreten. Findet man noch deutlich mehr, wartet nach dem Endboss noch eine Überraschung.
Fazit

Mit 3-5 Stunden Spielzeit ist Teslagrad ein eher kurzes Abenteuer. Dafür aber ein abwechslungreiches und unterhalsames. Die Mechanik des Spiels funktioniert einwandfrei und macht richtig Spaß. Die Rätsel sind nicht zu schwer und waren nie frustrierend. Typische Indie-Tugenden wie handgemalter Grafikstil und geheimnissvolle Story, finden sich hier ebenfalls wieder. Dazu kommt noch ein orchestraler Soundtrack der die Atmosphäre hervorragend unterstützt. Wer Puzzle-Plattformer mag, kann bei Teslagrad bedenkenlos zugreifen.

  


ENTWICKLER: Rain Games
PUBLISHER: Rain Games
GENRE: Puzzle Plattformer
PLATTFORM: Wii U