Do, 18. September 2014

Backe Backe Kuchen

Game Rezension: Fantasy Life

Es ist immer wieder faszinierend, dass Tätigkeiten die im wahren Leben eher ungern gemacht werden in Spielen stundenlang faszinieren können. Diese Faszination erzeugt Fantasy Life hervorragend. Denn es wäre schon genug wenn man einfach seinen Leben nachgehen könnte, es wurde auch noch eine unterhaltsame komplexere Story eingebaut.

5 Leben verpackt als 12
Fantasy Life bietet einem gleich 12 Leben an, 3 mehr als Katzen. Vom Paladin, Fischer, Magier bis zum Schmied ist so ziemlich alles abgedeckt. Die Berufe sind in der Stadt jederzeit austauschbar und somit versucht man schnell alle 12 Leben aus. Was einem sofort auffällt ist die Ähnlichkeit mancher Berufe. Die Sammelberufe (Holzfäller, Bergarbeiter) gehen nach dem gleichen Prinzip vor. Man sucht einen Baum oder ein Erzvorkommen, benutzt seine Hacke oder Axt und durch Schläge (drücken von A) wird die Lebensleiste verringert. Auch Erstellungsberufe (Schneider, Schmied, Tischler, Koch, Alchemist) unterscheiden sich kaum und bieten immer die gleichen Minispiele (A lang drücken, A schnell hintereinander drücken, A zu einem bestimmten Zeitpunkt drücken). Dann gibt es noch die Fernkämpfer (Magier, Schütze) und die Nahkämpfer (Paladin, Krieger). Und zu guter Letzt den Angler der eine komplett eigene Art hat.

Jedes Leben wird durch eine kleine Einleitung vorgestellt. Hier bekommt der Spieler den ersten Auftrag vom Lebensmeister und wird nach erfolgreichem abschließen gleich befördert. Danach gilt es Herausforderungen zu erledigen die einem Sterne geben, welche einem ab einer gewissen Anzahl die nächste Beförderung ermöglichen. Das Gute an Herausforderungen ist: es sind genügend vorhanden, das Schlechte? Viele Herausforderungen müssen im jeweiligen Leben vollbracht werden, es reicht also nicht, dass man einen seltenen Baum den man als Paladin gerade entdeckt hat umhackt, dieser seltene Baum will als Holzfäller gefunden werden.. Somit wird jedes Level mit jedem Leben ein paarmal durchforstet.

The Good
Gleich von Anfang an begleitet den Spieler eine Fee, welche auch gleich das Reden übernimmt. Sie hat genauso ihre Herausforderungen die sie dem Spieler stellt, diese sind jedoch Lebensunabhängig und betreffen Sachen wie sich mit Leuten anfreunden oder bestimmte Orte besuchen. Durch die Fee werden wir auch gleich in eine Geschichte hineingezogen, durch die wir alle Herrscher der verschiedenen Länder treffen und ihre Hilfe in Anspruch nehmen um ein bevorstehendes Übel zu verhindern. Die Geschichte überrascht immer wieder mit Wendungen und Tiefgang und kann durchaus überzeugen.

Dargestellt wird die Welt in süßem kindlichen 3D. Teilweise wirkt es wie aus dem Studio Ghibli entsprungen und bietet auch durchaus bizarre Kreaturen. Selten kommen gezeichnete Videos zum Vorschein was Schade ist denn auch der Stil der Videos erinnert stark an Ghibli.
Untermalt wird Fantasy Life von der Musik von Nobuo Uematsu, dem ehemaligen Komponisten der Final Fantasy Reihe.

The Bad
Die Streetpass Funktion dient zunächst mal nur zum Angeben und nicht einmal dies funktioniert einwandfrei. Level, Bliss (die Wertung der Fee) und Sterne werden angezeigt. Jedoch nur die Sterne des aktuellen Lebens, was eigentlich nicht ausagekräftig ist. Das Level sagt auch wenig aus. Ein mittlerer Paladin wird ein höheres Level haben als ein hoher Schmied. Bliss ist noch am ehesten vergleichbar mit anderen Spielern aber auch diese Angabe kann täuschend sein.
Ansonsten kann der Spieler einen Gegenstand aussuchen den er teilen will, was jedoch nie passiert da die Bedingungen dafür viel zu hoch sind.

Der Coop-Modus bietet eher Nachteile als Vorteile. Das Leben kann nicht geändert werden und andere NPCs können nicht eingeladen werden. Missionen für mehrere Spieler gibt es auch keine.

The Ugly
Die Steuerung ist um sie mit einem Wort zu beschreiben: miserabel. Der Nintendo 3DS hat so viele Knöpfe und Kombinationsmöglichkeiten, dennoch beschränkt sich das Spiel auf eine mehrfache Belegung mancher tasten. A dient als Angriff und zum aufheben. Steht man zu weit weg greift man den Gegenstand an, welchen man aufheben wollte. Viel zu oft ist der Ärger groß dass hier nicht mitgedacht wurde. Der Touchscreen welcher in manchen Leben mehr Abwechslung bringen hätte können wird fast gar nicht genutzt.

Fazit
Fantasy Life trumpft hauptsächlich mit seinem süchtig machenden Spielprinzip. Ausser bei der Story, Grafik und Musik hinkt das Spiel in anderen Belangen vergleichbaren Spielen hinterher und hätte hier definitiv mehr bringen können. Das gleiche kann man jedoch auch über Pokemon sagen, dennoch machen beide Spiele unglaublich Spaß und wissen einen zu beschäftigen.
   


ENTWICKLER: Level-5
PUBLISHER: Nintendo
GENRE: JRPG/Simulation
PLATTFORM: Nintendo 3DS