Mi, 2. November 2016

Eine Reise in eine andere Welt - NYCC '16

Nichts ist derzeit beliebter als Comic-Con und Veranstaltungen dieser Art. Fans kommen von überall um die neuesten Produkte und Infos zu allen Entertainment Kanälen zu erhaschen, die sie nur kriegen können. Selbst, wenn das heißt, dass man lange Zeit darauf warten muss. Wir haben uns nach New York City begeben und uns in die Menge geworfen, um in der Popkultur ein Bad zu nehmen.

Genau 10 Jahre ist es nun her als Reed Exhibitions die New York Comic Con (NYCC) ins Leben gerufen hat. Anno 2016 verzeichnet die Messe über 170.000 Besucher, mehr als San Diego, und ist mittlerweile die größte Convention Nordamerikas.
In der Weltmetropole gibt es nicht nur die schöne Stadt zu besichtigen, für eine Woche wird in New York der Ausnahmezustand ausgerufen. Jokers und Harleys huschen durch die Gassen und große Kolosse wie Reinhard aus Overwatch oder der sprechende Baum Groot machen die Straßen von Manhattan unsicher. Denn Con-Zeit heißt für viele auch, dass ihr Cosplay getragen und gezeigt werden muss. Viele Fans verkleiden sich als ihre Lieblingscharaktere aus den Serien und Comic-Büchern und zeigen ihr Basteltalent. Dabei werden maximal bei der Waffenkontrolle Grenzen gesetzt.

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In den großen Hallen des Javits Center kann sich schonmal verlieren. Sei es bei der großen Auswahl an Comic- und Figuren-Händlern oder der immensen Anzahl an Künstlern, die ihre Werke zum Verkauf anbieten in der separaten Artist Alley. Wer sich die neuesten Infos über seine Helden aus Film und Fernsehen holen möchte, der kann sich in die Panels setzen und Fragen an die Stars stellen. Dabei gab es von Doctor Who, über den Netflix-Serienhit Stranger Things bis hin zu den aktuellsten Blockbustern Power Rangers und Resident Evil: The Final Chapter für jeden was zu entdecken. Doch man musste früh entscheiden, was man sehen möchte! Für Panels in den Hallen musste man sich gleich um 9:00 anstellen, damit man „eingetapped“ wird. Die RFID Chips in den Badges wurden verwendet, um einen Sitzplatz im gewünschten Panel zu reservieren. Erst wenn man diesen hatte durfte man zur rechten Zeit eintreten.
Für kleinere Räume oder externen Hallen wie dem Madison Square Garden gab es diese Regelung nicht. Ganz im Stil der SDCC gab es das „First Come First Serve“ Prinzip und jeder durfte sitzen bleiben. Dies führte zu einigen Beschwerden, vor allem bei den großen Panels wie „AMCs The Walking Dead“, wo 2.000 Fans draußen warten mussten, bis Zuseher die Stage wieder verlassen hatten.

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Als Premiere wurde heuer zum ersten Mal die BookCon gleichzeitig in New York veranstaltet. Autoren von Bestsellern sprechen über ihre Ideen, Auffassungen und die Prinzipien aus einem Buch einen Film zu machen. Hardcore Fans durften nach den Panels sogar zu einer privaten Autogrammstunde!
Am Showfloor gab es auch allerhand zu tun. Wer nicht gerade in Schlangen stand für exklusive Buch-Signierstunden oder exklusive Produkte kaufen wollte, der konnte auf den Bühnen bei Mitmach-Aktionen oder Goodie-Grabs so einiges an Gratis-Stuff abstauben. Natürlich mischen sich auch immer wieder Stars unter das Volk und so trafen manche auch auf die Agents Of S.H.I.E.L.D. Clark Gregg oder den neuen Ghost Rider Gabriel Luna.
Für Jäger und Sammler gibt es natürlich auch die Autographing und Photo-Area. Dort kann man seine Stars hautnah treffen, Autogramme, Selfies und professionelle Fotos mit ihnen kaufen. Das Highlight schlechthin machte der Comic-Meister Stan „The Man“ Lee, der 2016 seinen letzten Auftritt auf der Ostküste hatte. Wer von ihm ein Autogramm oder Foto wollte, der musste bis zu zwei Stunden vor Beginn anstehen und viel Geduld mitbringen. Weitere Namen wie Evangeline Lilly, Carrie Fisher oder Jack Gleeson waren nur wenige der über 15 Stars, die (fast) täglich für ihre Fans da waren, vorausgesetzt das Geld stimmt.

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Nachdem wir nun einige große Messen der Weltgeschichte bereits hinter uns haben, kann man ruhig schon mal ein Fazit ziehen. Nichts ist legendärer als die SDCC, da die Relevanz für viele Produzenten und ihrer Vergangenheit einfach unbestreitbar ist. Dennoch hat sich gezeigt, dass die NYCC die gemütlichere, stressfreiere Convention Nordamerikas ist. Wer sich nächtliches Camping am Hafen von San Diego ersparen will, um ein Panel zu sehen, der ist in New York zuhause. Aufgrund der Erweiterung zu externen Hallen wächst das Angebot an Möglichkeiten jedes Jahr weiter und für jeden Fan der Popkultur einen Ausflug wert. Allein schon wegen der Stadt!
Wer nicht so weit reisen will, der kann im November schon einen kleinen Einblick in die Arbeit von Reed Exhibitions erhaschen, denn die Vienna Comic Con findet bereits zum zweiten Mal in Wien statt und möchte ähnliche Ergebnisse erzielen wie der große Bruder in New York City!