Do, 5. Dezember 2013

All-in-One Konsole: Xbox One als Geschichtslehrer

Game Rezension: Ryse: Son Of Rome

Als Sohn Roms darf nach den Regeln Cryteks selbst der grafisch wunderschönste Legionär in Stücke geschnitten werden.
Doch ist Ryse DER Launchtitel für NextGen?

  
Lang ist es her, da haben die alten Römer mit ihren Legionen viele Länder des heutigen Europas eingenommen. Ryse: Son of Rome erzählt die Geschichte des jungen Soldaten Marius Titus und seines Aufstieges in der Rangordnung der römischen Armee.
Alles beginnt mit der Ermordung seiner Familie durch eine barbarische Bande und Marius schwört seine Geliebten zu rächen, worauf Kommandant Vitallion, Freund seines verstorbenen Vaters, ihn in seine 14. Legion versetzt um seine Rache durchzuführen. Auf seinem blutigen Pfad zu Genugtuung lernt Marius so einige schöne Dinge: Wenn man die Barbaren so schlimm malträtiert, dass man deren Leben ein blutiges Ende geben möchte, erhält man ein ZeitlupenQuicktime Event und wenn man die Buttons richtig trifft gibt es ein brutales Blutfeuerwerk. Je nach Level-Up lernt Marius immer mehr Killing Moves dazu und man wird immer wieder aufs Neue von den grafisch aufwendigen Hinrichtungen überrascht. Apropos Grafik: Hier hat sich Crytek wieder einmal selbst übertroffen, denn Ryse ist DER Hingucker für die NextGen Konsole. Wassereffekte, Sonnenlicht, das zwischen den dichten Waldbäumen bricht oder das Kolosseum in der Abendsonne, bei der man gern einmal auf den Schwertkampf vergisst, alles sieht brillant aus. Und dabei gibt es keine Ruckler! Aus dem 2011 als Kinect-Only Spiel angesetzten Konzeptspiel wurde ein 2013er Blockbuster Xbox One Launchtitel.
Leider bleibt beim Sohn Roms aber nicht viel über als die Hingucker. Denn so kämpft man sich durch 8 kurze Kapitel (6-7 Stunden für einen normalen Spieldurchlauf) immer von Lichtung zu Lichtung und schnetzelt sich durch diverse Gegnergruppen. Auch die immer gleichen Bosskämpfe machen das römische Kraut nicht fett. Damit es aber nicht allzu langweilig wird, bringen hier und da ein paar Legionärs-Entscheidungen, wo Bogenschützen taktisch richtig aufgestellt werden oder man entscheidet ob man frontal oder links flankiert, ein bißchen Abwechslung.
Auch der Multiplayer-Part reizt die Xbox grafisch aus. Im 2-Spieler Koop kämpfen Gladiatoren Seite an Seite im Kolosseum und metzeln durch die verschiedenen Gegnerwellen aus dem Singleplayer und man darf dabei auch nette Gadgets wie brennende Feuertöpfe oder ähnliches zu Hilfe nehmen.
Der SmartGlass Support der Xbox One findet bei Ryse ebenfalls seinen Einsatz. Mit Hilfe eures Tablets könnt ihr euch die freigeschalteten Extras ansehen, wie Artworks oder Biografien der Freunde, die ihr im Spielverlauf kennenlernt. Aber auch auf den Fortschritt eures Abenteuers oder die Ausrüstung eures Multiplayer Charakters für die nächsten Arenakämpfe könnt ihr hier zugreifen.
Ryse: Son of Rome zeigt auf jeden Fall wozu die neue Xbox (All-in-)One grafisch fähig ist. Der Gameplay Spaß kommt zwar nicht zu kurz, der Wiederspielwert hält sich aber in Grenzen. Wer Bock auf blutige Schlachten im alten Rom hat und sich mal die neue Xbox zu Gemüte ziehen möchte, der ist bei Ryse auf jeden Fall richtig.
FÜR ROM!


ENTWICKLER: Crytek
PUBLISHER: Microsoft
GENRE:
Hack’n’Slash, Action
PLATTFORM:
Xbox One