Fr, 11. Juli 2014

A Bullet in the head!

Game Rezension: Sniper Elite III: Afrika

Die Sniper Elite Reihe war bisher eher ein Nischenprodukt in Sachen Shooter, doch mit Sniper Elite III: Afrika führt euch Entwickler Rebellion nicht nur auf den warmen Kontinent sondern zeigt auch, dass man aus Fehlern der Vergangenheit lernen kann.

Der 2. Weltkrieg. Ein hartes Pflaster. In Sniper Elite III: Afrika muss der Spieler in der heißen, sandigen, nordafrikanischen Wüstenregion mit einem Scharfschützengewehr, Fernglas und einigen Gadgets ausgerüstet die Deutschen aufhalten. Und das auf eine sehr authentische Art und Weise: In 8 Missionen gilt es die Open-World Areale auszukundschaften, Ziele zu markieren und alle (nötigen) Feinde aus dem Weg zu räumen.
Die Umgebung ist schön animiert, man kann jedes Haus, das herumsteht betreten und vom Dach aus die Adlernester in aller Ruhe ausschalten. Während also die Gegner markiert sind, die Luft angehalten wird und der Bullet-Drop mitberechnet werden muss und dann den Abzug durchdrückt gibt es aus dem Vorgänger die allseits beliebten X-Rays wieder. Nennt mich verrückt, aber die X-Rays sind so gut gemacht, dass man sich bei jedem Schuss gemütlich zurücklehnt und den Augenblick an sich vorbeiziehen lässt, wenn die Kugel durch den Feind geht und man die Organe und Knochen sieht, die zerbersten.
Auch beim Erkunden trifft man auf so allerhand Schönheiten, da kann man schon mal bei einem schönen Sonnenuntergang die Zeit verlieren. Solltet ihr doch einmal entdeckt werden, dann werden Wachen nach euch suchen. Die KI hat mehrere Stufen von Alarmbereitschaft: ruhig, nervös, suchend und attackierend. Wie auch bei der Splinter Cell Reihe gibt es eine Silhouette wenn ihr entdeckt werdet, die euch anzeigt, wo die Wachen euch als letztes gesehen haben. Hierbei helfen die Gadgets, wie zum Beispiel Tretminen, Stolperdrähte und Stabgranaten beim Versteckspiel.
Sollten die Wachen erfolglos sein, kehren sie alle wieder auf ihren Ursprungsort zurück und alle bisher getöteten Gegner sind für sie völlig egal. Das nimmt ein bisschen den Realismus-Grad des Spiels.
Eine weitere Neuerung ist das Zerschießen von Motoren bei Autos. Wenn TNT angebracht wird oder auf den Motor und den Tank geschossen wird, dann wird den Kollegen in nächster Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich warm um’s Herz!
Auch beim Multiplayer wurde nicht gespart: neben dem üblichen Kompetitiven Modi wie Deathmatch, Team Deathmatch und Capture The Flag gibt es noch den Koop Mode, in dem man zu 2. Die Singleplayer Missionen (erneut) durchspielen kann, was neue Wege und mehr Dynamik in das Auskundschaften bringt.
Zusätzlich gibt es Challenges, wo man entweder Gegnerwellen bekämpft oder Extra-Maps spielen kann, wo ein Spieler der Sniper ist, und der andere der Späher und sich gegenseitig decken muss, um ans Missionsziel zu kommen. Dies erfordert jedoch viel Absprache, Geduld und Disziplin, denn einmal nicht aufgepasst ist der Kollege schon am Boden und die Mission gescheitert.

Sniper Elite III: Afrika macht vieles richtig und besser als der Vorgänger. Rebellion hat gezeigt, wie schnell man von einem No-name Shooter zu einem richtig guten AAA-Titel wird. Mit einem langen Singleplayer Modus, dem lustigen Koop und einem obligatorischen Multiplayer ist für Wiederspielwert gesorgt.
Wir vergeben 4 von 5 Patronen! BÄNG BÄNG BÄNG BÄNG!


ENTWICKLER: Rebellion
PUBLISHER: 505games
GENRE: Taktik-Shooter
PLATTFORM: Xbox One, Xbox360, PS4, PS3, PC