2013
30
Dienstag April

Tropfen auf heiße Steine

Palais Kabelwerk Oswaldgasse 35 A, 1120 Wien
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Einlass: 20:15 Uhr Beginn: 20:15 Uhr
  • Abendkasse 0.00
  • Vorverkauf 15.00

TheaterMusikPerformance von Rainer Werner Fassbinder und quersinn
Gemeinsam mit R.W.Fassbinder überschreiten wir Grenzen und suchen nach Identität und Heimat bei einander. Wir experimentieren mit unserer Lust. Wir nehmen uns die Freiheit, der wir vielleicht ohnehin unterworfen sind.

Ein Spiel über Beziehungen, Verstrickungen und deren pseudotragischen Ausgang.
„…Weil man beim Spiel die Menschen am besten kennenlernt.“ R.W.Fassbinder

Eines Tages war da irgendeine Sache, wo sie nicht gleicher Meinung sein konnten, eine kleine, unbedeutende Sache, eine Abweichung, aber von da ab gab es
kein gemeinsames Wir mehr, nur noch Abweichungen“ (Franz Pörtner)

Der beruflich erfolgreiche Leopold spricht den blutjungen Franz auf der Straße an und lädt ihn zu sich ein. Obwohl Franz mit seiner Verlobten Anna verabredet ist, kann er aus Neugier und Reiz dem älteren Mann nicht widerstehen und lässt sich von ihm verführen.
6 Monate später: es entsteht eine gemeinsame Lebenswelt. Leopold ist viel unterwegs, während Franz die häuslichen Pflichten übernimmt. Die Beziehungsdynamik ist von Macht und Unterwerfung, von Illusion und (finanzieller) Abhängigkeit geprägt. Die Lust aufeinander schwindet, aus Intimität entsteht wieder Einsamkeit.

So wie sich selbst setzt Fassbinder seinen Figuren am Ende keine (sexuellen) Grenzen: er holt die Vergangenheit von Franz und Leopold in personifizierter Form von Anna und Vera ins Wohnzimmer. Die Würfel werden neu geworfen. Ein neues Abenteuer beginnt. Faszination, körperliche Erregung und Rücksichtslosigkeit verselbstständigen sich. Das furiose Finale sprengt die Enge des Wohnzimmers und entwirft eine Vision.

4 Menschen spinnen Netze und 4 Träume formen einen Raum.
Fassbinder meets quersinn. Wir finden einen neuen Anfang und mischen die Karten. Wir kreieren Räume und definieren sie im Moment. Wir überschreiten Grenzen, indem wir die Rollen umkehren. Zwei Frauen wie Leopold und Franz, zwei Männer wie Anna oder Vera. Abwechselnd halten sie die Zügel in der Hand und führen die anderen durchs Spiel.

Wir zerreißen die Klüfte zwischen Ohnmacht und Macht, Alter und Jugend, Liebe und Grausamkeit. Wir sind homo-, hetero-, bi- und transsexuell. Wir erzählen eine Geschichte, die einen Weg aus der uns in die Enge treibenden Verstrickung genormter Beziehungen sucht. Who fits? Who fucks? Und wer sind WIR, wenn wir FASSBINDER sind?