SONIC GROUNDS - Edition 3 Site-specific Sound Performance
SONIC GROUNDS ist ein experimentelles Musikformat, das site-specific Konzerte, Performances und Open Studios miteinander verbindet. Die Reihe umfasst mehrere Editionen, die jeweils im Dialog mit der besonderen Architektur des Funkhauses entstehen und Musik als offenen Prozess erfahrbar machen.
Das Programm bringt dabei Inhouse Artists von NeverAtHome mit internationalen und lokalen Musiker:innen zusammen und schafft so neue Begegnungen zwischen unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven.
Voice as Identity
Die 3. Edition von SONIC GROUNDS, kuratiert von Dror Binder, widmet sich der menschlichen Stimme als Instrument und Möglichkeitsraum – von der Stimme in ihrer natürlichen Form bis hin zu ihrer Auflösung in elektronischen Texturen.
Den Auftakt bildet eine Duo-Performance der Komponistin und Sängerin Nava Hemyari und der Bratschistin Sarah Maria Dragović. Aus wenigen musikalischen Fragmenten entwickeln sie eine sich stetig verändernde Klanglandschaft. Dabei wird die Stimme nicht nur als Gesang, sondern als eigenständiger Klangkörper eingesetzt, der immer wieder neue Formen annimmt.
Der zweite Teil des Abends wird von Gischt, dem Soloprojekt der Komponistin und Musikproduzentin Ursula Winterauer, gestaltet. Ihre Arbeit verbindet rohe elektronische Klangstrukturen mit der Wärme und Verletzlichkeit der menschlichen Stimme. Durch die Kombination von Field Recordings, Gitarren, Synthesizer und Stimme entstehen immersive und atmosphärische Kompositionen.
Programm
19:00 Uhr – Geführte Studiotouren / Open Artist Studios im Funkhaus
20:00 Uhr – Beginn der Performances
Nava Hemyari und Sarah Maria Dragović
Nava Hemyari (Komponistin/Performerin) und Sarah Maria Dragović (Bratschistin und transmediale Künstlerin) arbeiten seit 2018 zusammen. Ihre Zusammenarbeit begann durch ihre gemeinsame Tätigkeit im Wiener Ensemble punctum collective und hat sich seither zu zahlreichen Projekten und Performances außerhalb des Ensemblekontexts entwickelt.
Neben der Interpretation von Werken anderer Komponist:innen entwickeln sie eigene kollaborative Arbeiten, die Komposition, Performance und transmediale Elemente verbinden. Ihr jüngstes Projekt ist das Monodrama „Pinocchio“, das 2026 beim SHIFT Festival am Royal Opera House in London präsentiert wurde.
Ihr Duo-Programm verbindet Werke von Hemyari und Dragović mit Stücken anderer Komponist:innen. Das Repertoire reicht von zeitgenössischen Kompositionen und performancebasierten Arbeiten über Arrangements von Musik der Renaissance und elisabethanischen Epoche, darunter Werke von John Dowland, bis hin zu Arrangements von Indie-Pop-Songs. Das Programm verbindet unterschiedliche musikalische Sprachen und Aufführungsformate und bringt Werke aus verschiedenen Epochen und Kontexten zusammen.
Gischt
Gischt ist das Soloprojekt der Komponistin, Produzentin und Kuratorin Ursula Winterauer, die 2014 Ventil Records mitbegründete – eines der wichtigsten Labels für experimentelle Musik in Österreich.
Ihr Sound bewegt sich zwischen Industrial, Techno und Ambient und wird von Bassgitarre, Synthesizern und dichten elektromagnetischen Texturen geprägt. Ihr Album „AVOTS“ (Ventil Records, 2023) wurde von Bandcamp als New & Notable ausgezeichnet.
Winterauer ist eine zentrale Figur der Wiener Avantgarde-Szene. Sie trat unter anderem bei Struma+Iodine auf und ist als Bassistin der Doom-Metal-Band Eaeres sowie als Teil des Noise-Duos The Answer is No aktiv.
Dror Binder
Dror Binder ist ein israelischer Komponist, Chorleiter, Kurator und Inhouse-Künstler bei NeverAtHome mit Sitz in Wien. Seine eigene Musik bewegt sich zwischen dem Gewicht der Tradition und der Freiheit des freien Spiels und verbindet häufig Vergangenheit und Gegenwart, Elektronik und Instrumente sowie Realität und Fantasie.
Seine Werke wurden von international renommierten Ensembles an Orten wie dem Wiener Musikverein, dem Mozarteum, Wien Modern, dem Charles Bronfman Auditorium und dem Wiener Konzerthaus aufgeführt.
NeverAtHome
NeverAtHome ist eine urbane Kulturinitiative, die seit 2021 Ausstellungen, Performances und interdisziplinäre Projekte in Zwischennutzungen realisiert. Im November 2024 eröffnete sie ihren vierten Standort in Wien – das ehemalige ORF Funkhaus mit 50 Studios für über 75 Künstler:innen, Musiker:innen und Kulturschaffende.
Seit der Zwischennutzung im Funkhaus bildet der Programmbereich Musik einen zentralen Schwerpunkt.