2013
16
Montag September

Slime (D) 'Deutschland muss sterben'

B72 Hernalser Gürtel 72-73, 1080 Wien
Map
Einlass: 20:00 Uhr Beginn: 20:00 Uhr
  • Abendkassa 15.00
  • Vorverkauf 12.00

Gewinne 1 x 2 Karten

Alle Gewinnspiele
Letzte Chance ... vorbei! Dieses Gewinnspiel ist bereits vorüber. Die glücklichen Gewinner wurden per E-Mail benachrichtigt.
Teilnahmeschluss: 13. September 2013

»Die richtige Band zur richtigen Zeit!« Campino, Die Toten Hosen
Hamburger Hafenstraße, Hausbesetzerszene, Linker Protest – Die Geschichte von Slime
ist ein Stück deutsche Zeitgeschichte
Über 30 Jahre Punkrock und Revolte: Die legendäre Hamburger Band Slime erzählt ihre Geschichte, ungeschönt und aus erster Hand. Wegbegleiter und Bewunderer wie Campino, Jan Delay und Rocko Schamoni kommen mit persönlichen Anekdoten zu Wort. Ergänzt um bislang unveröffentlichtes Archivmaterial entsteht das Porträt einer außergewöhnlichen Band und ihrer Zeit.
 
Sie waren und sie sind Deutschlands radikalste Punkband. 1979 in Hamburg gegründet, richteten sich Slime mit Texten wie »Deutschland muss sterben« und »Wir wollen keine Bullenschweine« gegen den Staat, die Polizei, Faschismus und Kleinbürgerlichkeit und lieferten die Parolen für eine wachsende autonome Szene. Straßenschlachten mit Neonazis und Polizisten und die Beschlagnahmung des Albums Slime 1 förderten ihren Nimbus als Kämpfer gegen das System. Gleichzeitig wurde ihnen der kommerzielle Erfolg von Teilen der Punkszene zum Vorwurf gemacht. Dennoch stehen Slime bis heute sinnbildlich für den musikalischen Widerstand. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze bewegte Geschichte der umstrittenen Band und ihres Umfelds: von Bandproben im Luftschutzbunker, von Hausbesetzungen in der Hamburger Hafenstraße, vom Aufstieg des FC St. Pauli vom Stadtteilklub zum gefeierten Kultverein, vom Ärger mit der Zensur und mit den Hells Angels.

»Politischer, radikaler und rotziger als die bekennenden St.-Pauli-Fans war hierzulande niemand.« rollingstone.de
Daniel Ryser, geboren 1979, lernte das journalistische Handwerk beim St. Galler Tagblatt und arbeitete ab 2005 für fünf Jahre als Reporter für die Wochenzeitung WOZ. 2008 wurde er für ein Interview mit dem serbischen Fußballspieler Ivan Ergi‘ mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Im Echtzeit Verlag erschienen von ihm Feld-Wald-Wiese. Hooligans in Zürich und Yello – Dieter Meier und Boris Blank. Er lebt in Zürich und arbeitet als Reporter für Das Magazin.
Nagel „Muff Potter“ über SLIME:
Der Spiegel der Provinzpunks
Ich bin Ende der 80er wie viele andere Kleinstadtkiddies über den Umweg Metal zu Punkrock und Hardcore gekommen. Slime war gleich eine meiner Lieblingsbands. Ich hatte das klassische »Here ́s a chord, here ́s another chord and here ́s another chord – now form a Band!«-Erlebnis, als ich herausfand, dass ich den Basslauf von »Bullenschweine« auf der Akustikgitarre spielen konnte.
Kurz darauf schloss ich mich der lokalen Deutschpunkband an, wenige Jahre später gründete ich Muff Potter.
Die Slime-Reunion in den Neunzigern war ein ziemliches Ereignis für mich, wahrscheinlich auch für die deutschsprachige Punkszene insgesamt. ‚Viva la Muerte‘ fand ich gut, ‚Schweineherbst‘ war dann aber eine wirklich wichtige Platte, musikalisch wie textlich. Für mich bis heute das beste Slime-Album, ein nicht mehr ganz so plakativer, aber dennoch unmissverständlicher und wütender Kommentar zur damaligen Lage der Nation.
Wenn man Chuck D ́s Analogie, Public Enemy seien »das CNN des schwarzen Mannes« so weiterführen möchte könnte man sagen, dass Slime Der Spiegel (und manchmal auch die Radikal) für uns Provinzpunks war.
Dass ich der Band und ihren einzelnen Mitgliedern bei der Lektüre von Daniel Rysers Buch so nahe kommen würde, hatte ich nicht erwartet. Dass der Autor dabei dennoch eine angenehme Distanz hält, macht Deutschland muss sterben für mich so lesenswert.

Link: www.slime.de