2014
19
Mittwoch November

In der Kubatur des Kabinetts

Fluc Praterstern 5, 1020 Wien
Map
Einlass: 21:00 Uhr Beginn: 21:00 Uhr
Gratis Eintritt!

In einer Kooperation mit Bundeskanzleramt und KulturKontakt Austria

A QUESTION OF VALUE

Ulrich Dertschei
Adrienn Kiss
Ben Landau
Claudia Märzendorfer
Michail Michailov
Isa Rosenberger
Barbis Ruder
Miha Subic
Chibuike Uzoma

Performance: Wenigerbauer

Djanes: ELEKTRAE (Wien/Chicago)
Kuratiert von Ursula Maria Probst
FB-EVENT: http://www.facebook.com/events/1740019302889000/

Eröffnung: Mittwoch, 19. November ab 21 Uhr
Außeninstallationen bis 9.12.2014

A Question of Value

Wie wirken Wertbildungsprozesse in Kunst und Gesellschaft ineinander? Welche Faktoren, Beweggründe und Affinitäten sind daran beteiligt? Welche Strukturen oder spezifischen Mechanismen sind wertgenerierend? Welche Zuschreibungen und Relevanzen gilt es dabei in der Kunstproduktion immer wieder aufs Neue zur Diskussion zu stellen, durch internationale Austausch-Prozesse zu kontextualisieren und neue Wege der Kommunikation zu eröffnen.
Wo befinden sich Orte des Übergangs und der Zusammenkunft dafür? Wie sehr vermögen durch Kunstprozesse im urbanen Netz soziologische und kulturpolitische Inhalteartikuliert werden? Was wird als wertvoll erlebt? Worin liegen augenblickliche Beweggründe das System von Werten und deren kulturelle Transfers zu überdenken?Unter Wert verstehen wir in dem Projekt “A Question of Value” nicht nur das Aufeinandertreffen menschlicher Arbeit in einem künstlerischen Gegenstand oder ästhetische, konzeptuelle Überlegungen dazu, die sich von monitären Werten abgrenzen.
In seiner Essaysammlung “A Question of Values” wirft Morris Berman die Frage nach den Bedingungen menschlicher Existenz aus dem Blickwinkel einer kulturgeschichtlichen Analyse und sozialen Kritik auf. In divergenten Bereichen des Kunstbetriebs – Ausstellungsfeld, Wissenschaft, Kritik haben sich verschiedene Kriterien der Wertbildung herausgefiltert. Unter dem Vorzeichen von einem gestiegenen Begehren nach Beseeltheit, Belebtheit und Lebendigkeit sind ProduzentInnen und RezipientInnen gleichbereichtigt in die Prozesse der Wertbildung involviert.

Ulrich Dertschei, (work in progress), 2014, Installation

Ulrich Dertschei entwickelt für seine Installation im Fluc eine Skulptur, die sich mit dem Interieur vor Ort als Treffpunkt sozialer Interaktionen befaßt.

Adrienn Kiss, What is worth? (the dilemma of figuration), 2014, Inneninstallation

In terms of traditional values the right balance of content and form should make a good artwork. Although at contemporary practices in figuration the image is more about to serve as a transfering medium of the message, than is there for its own representational sake. How to find the perfect subject out of the endless possibilities? What makes a subject perfect? What is worth giving a form? The motive of the”jumping hares” could be understood as a flick of classical nonense; a random photograph presented in a reckless attitude of postmodern rendering, whereas the division of the picture refers to the motion studies of Eadweard Muybridge, and the subject matter is an ovbious reminiscence of Dürers “Young Hare”.(whilst these jolly guys might as well just cheer us up);
“The right to create, without apology, from a stance beyond gender or social definition, but not beyond the responsibility to create something of worth” /Patti Smith/

Ben Landau, Bored, 2014, Performance

Physical space is seamlessly connected to digital space – affording us lightspeed connection to any information… and when we are bored, lolcats.
It is a performance for, and criticism of, the data connected generation.This generation has grown up with the internet and mobile devices, which means that information and entertainment are only ever a few finger swipes away. This insatiable hunger fills every bored minute and saps the attention span. An instant alone sparks an instinctive reaction to reach into ones pocket and see what is going on elsewhere. Maybe there is entertainment somewhere.

Claudia Märzendorfer, fünf vor zwölf im viertel vor zwei, 2014, Installation

Das Tier ist ausgezogen. Der Bau wurde nach langem Forschen entdeckt. Das Rätsel der Literaturwissenschaft wurde gelüftet. Landvermesser k kam auch dem Lärm auf die Spur.
Die Abweichung oder Verschiebung von sogenannten “Normalsituationen” bezeichnet Claudia Märzendorfer als ihre künstlerische Vision: “Mit Verschiebung meine ich, eine Welt neben oder parallel zur Welt zu erzeugen, weil ich gesellschaftliche Vorgaben und Konventionen als beengend empfinde. Ich wundere mich über die weit verbreitete Angepasstheit und halte sie für ein Grundübel unserer Gesellschaft. Die sogenannte Selbstoptimierung mit ihren Begleiterscheinungen – heute vielfach als Eigenverantwortung missverstanden – ist eine Unterwerfung an das jeweils gängige System und hat wenig mit dem zu tun, was wir wirklich benötigen oder tun sollten angesichts brennender sozialer, ökonomischer und ökologischer Fragen. Dieser Unterordnung gegenüber empfinde ich eine tiefliegende Skepsis. Ich vermisse oft den Mut, Situationen oder Rahmenbedingungen in Eigenverantwortung zu verändern. Das ist auch der Motor für meine künstlerische Arbeit.”

Michail Michailov, Just keep on going II, NY 2014, Video

In subtiler Weise und durch eine selbstironische Inszenierung wird in diesem kurzen Video Erfolg und Scheitern in beruflicher Laufbahn sowie im täglichen Leben thematisiert. Die eingesetzte Wiederholung unterstreicht das unermüdliche Weitermachen. Dabei stellt sich die Frage, wie es einen Ausweg von wiederkehreneden Mustern gibt. Das Video ist eine kritische Auseinandersetzung auf der Suche nach etwas Neuem, Besseren.

Isa Rosenberger, Der Auftrag, die Mission, verhindert niemals die Vision, 2014, Außeninstallation. Isa Rosenberger featuring Tini Trampler. Foto: Reinhard Mayr

Das Plakat verweist auf das Projekt Café Vienne, einer mehrteiligen Installation, die als Auftragsarbeit für das Skirball Cultural Center in Los Angeles entstand und sich der österreichisch-jüdisch-amerikanischen Schriftstellerin und Drehbuchautorin Gina Kaus widmet, die, den Repressalien der Nationalsozialisten ausgeliefert, 1939 nach Los Angeles emigrierte. Rosenberger interessiert sich vor allem für das vielseitige Œuvre von Kaus sowie deren Fähigkeit, sich schwierigen ökonomischen Situationen anzupassen. Mittelpunkt des Projektes ist eine Kooperation mit der Sängerin Tini Trampler, die angeregt von Interviews, die Rosenberger mit Kolleginnen aus dem kulturellen Feld führte, einen eigenen Songext schrieb, den sie zu einer für Café Vienne eigens komponierten Musik performt. Auch hier schließt Rosenberger Vergangenheit und Gegenwart kurz, indem sie sich ökonomisch-prekären Verhältnissen widmet, in denen Künstlerinnen und andere weibliche Kulturschaffende sich befinden, speziell in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. (Barbara Steiner)

Barbis Ruder, Pimpette Enterprises, 2011-2014, Videoinstallation

Pimpette’s Performing Business ist ein künstliches Unternehmen, welches 2011 gegründet wurde, und sich auf kuratierte Prostitution spezialisiert. Kuratieren (von lat. curare) heißt sich kümmern. Und so kümmert sich Pimpette, die Zuhälterin, einerseits um die intimen Bedürfnisse ihrer Kunden, und die perfekten Arbeitsbedingungen ihrer “Artployees”, den kuratierten Prostituierten. Dieses Business Konzept setzt sie in Interventionen im öffentlichen Raum um, in welchen den PassantInnen performative Liebes- und Schmerzdienstleistungen angeboten werden.
Pimpette ist Unternehmerin und eine schwer und viel arbeitende Businessfrau. Sie glaubt an die Menschen und nicht an Produkte. Sie glaubt an Performance Services und nicht an Flachware, denn Menschen sind die besseren Produkte. In den Videoportraits der kuratierten Prostituierten sehen wir die vier kuratierten Prostituierten der Performance “Pimpette´s Performing Business” bei der Arbeit im Arthur-Schnitzler Park in Baden bei Wien während sie auf Kunden warten oder Performance Services geben. Im Voice-Over sprechen sie über ihre Motivation, Arbeit und Beziehung zu Pimpette.

DUKE BOX (5:40 Min.) “I do this exercise, so I can give better glow-jobs. I`d like to give throw-jobs, but Pimpette says, I`m too ugly for that”
MISS STRESS (6:20 Min.) “…and more consumers mean more work, and more work means more jobs, and more jobs mean more money, and more money means more love.”
SEVERINE SANSPHALLE (5:20 Min.) “Oh.. I don`t know… Pimpette and I, we go such a long way back. Our relation is purely professional.”
LADY BAD VIBE (5:40 Min.) “I can give a lot of pain – I see darkness, pain, pain, death”

Miha Šubic, Food Fetish, 2014, Fiction Film (with a little experimental part), Satire, Comedy. 8 min 45 sec. Production Company: Film Factory

A film directing student is searching for the perfect actress for his next film project. The film directing student is sitting in a bar with a potential actress for his next film project. During the conversation, student finds out, she has never seen his previous film, which of course won special jury mention. He wants to give her the DVD with the film, but soon he finds out the DVD is scratched.

Cast: Luka Marčetič, Sara Gorše
Writer and director: Miha Šubic
Producer: Mojca Pernat
Director of photography: Mitja Mlakar
Production designer: Simon Komar
Costume designer: Tjaša Frumen
Key make-up artist: Mojca Škof
Key hair: Kristijan Skamljič
Music: Adovabadan Jazz Band
Camera operator: Mitja Mlakar
Camera assistant no.1: Iztok Lazar
Camera assistant no.2: Rok Hecl
Editor: Miha Šubic
Assistant director: Mitja Mlakar
Production assistant: Rok Deželak, Simon Komar
Sound designer: Tim Žibrat
Sound recordist: Simon Komar
Color correction: Mitja Mlakar
Script supervisor: Anja Bunderla
Extras coordinator: Ines Kožuhar
Location scout: Rok Deželak
Props: Simon Komar
Catering: Tjaša Stipanovič
Driver: Marko Koštomaj

Chibuike Uzoma, CHRISTMAS, 2014, Außeninstallation

This is quite an ongoing project that doesn´t even yet have a genuine title. It started on the basis of many questions, puzzles, amazements and disappointments that is still very much unresolved about how the last month of the year is spent in Nigeria. Christmas evolved in Nigeria as an alternative replacement for many cultural activities that no longer happens at the end of the year by the introduction of Christianity to the country during the direct colonial era.
I´ve always heard that song. But hearing the song “White Christmas” being sang by a friend in a carol as a teenager, kept me a bit disappointed with the fantasy because white Christmas has never existed in Nigeria before. However, prior to this festive season a superficial pressure is mounted on many Nigerians in urban areas who hope to show off in their villages, as successful city people on return. This rush ethics which could propel odd activities stands parallel to the much reddish jubilation.
This project is conversely shown in this shape as an attempt to give African Diasporas a connection of home. Something I believe they can very much recognize, connect, and identify with. Showing pictures in which their identity, especially during this season, is hopefully to an extent framed in the number of photographs that would be exhibited.

Wenigerbauer, Ouverture, Performance, 2014

WENIGERBAUER ist ein Performance- Duo, bestehend aus Nicole Weniger und Vincent Bauer.
In ihren Performances geht es um Selbstinszenierung zwischen Pop- und Hochkultur. Sie sind durch jahrelange Ausstellungstätigkeit selbst Teil der zeitgenössischen Kunstszene und romantisieren, banalisieren und provozieren mit Anekdoten ihr Leben als Kunstschaffende. Zum einen verkörpern sie das Klischeee des wilden, unkonventionellen Allround-genies, zum anderen thematisieren sie den Alltag in der Kunstszene. Das Ergebnis ist eine musikalische – performative Selbstinszenierungen mit Querverweisen zur Popkultur und Bildenden Kunst.

Bild 1: Michail Michailov (Videostil)

21:00 Eröffnung
Eintritt frei