2014
20
Mittwoch August

In der Kubatur des Kabinetts

Fluc Praterstern 5, 1020 Wien
Map
Einlass: 21:00 Uhr Beginn: 21:00 Uhr
Gratis Eintritt!

Der Kunstsalon im fluc zeigt:

in einer Kooperation mit BKA/KulturKontakt Austria:

SPACE, SITE, INTERVENTION
Es gibt immer ein Gegenüber

Bernadette Anzengruber
Kirsten Borchert
Celia – Yunior
Daniel Djamo
Maria Mäser
Samuel Schaab

Liveact: Perlen für die Säue

Djane: Brigitte S. Droege (Electronic Music)

Kuratiert von Ursula Maria Probst

FB-EVENT: http://www.facebook.com/events/1469015546692139/

Die Frage wie Öffentlichkeiten sich formieren, wie durch Kunst andere Öffentlichkeiten produziert werden und an wen Kunstprojekte im öffentlichenRaum adressiert sind, bildet den Ausgangspunkt der Konzeption des Ausstellungsprojektes”SPACE, SITE, INTERVENTION. Es gibt immer ein Gegenüber”, das einen Dialog zwischen dem Innen- und Außenraum des Veranstaltungs- und Projektraumes FLUC am Wiener Praterstern spannt. In welchem Verhältnis stehen Kunstproduktion und verschiedene Auffassungen davon, wie sich Gemeinschaften bilden? Art & Culture in Action? Welche öffentlichen Räume und Orte, elastische Territorien, Zonen, Raster, Argumentationen stehen dafür zur Verfügung?

In der derzeitigen Phase der Globalisierung bestimmt der drohende Demokratieverlust (bzw. der Verlust dessen was wir unter Demokratie verstehen) die Debatten über Öffentlichkeiten. Welchem Strukturwandel unterliegen Öffentlichkeiten aus der Sicht unterschiedlicher politischer, künstlerischer oder emphatischer Zugänge? Welche Handlungsszenarien zur sozialen und politischen Selbstbestimmungkönnen durch Kunstprojekte in Gang gesetzt werden? Heute sprechen wir von Öffentlichkeiten im Plural, von einer Vielzahl von Mikroöffentlichkeiten, die nach den jeweiligen Partikular-interessen ausgerichtet sind.

Ästhetische Freiheit, Reflexe gegenüber Aufmerksamkeitsökonomien, Kunst als Wohltat, Relationen zwischen Zeitrahmen und Größenverhältnissen, die Hinterfragung des Mehrwert-Komplexes, Modelle für andere Erfahrungsstrukturen wirken in den installativ, räumlich und interventionistisch funktionierenden Arbeiten von “Space, Site, Intervention. Es gibt immer ein Gegenüber” ineinander.

Der Stellenwert des Gegenübers beschränkt sich nicht auf jenen des Publikums, der Zuschauerin oder des Zuschauers, sondern stellt Bezüge zueinander her, lässt das Du und das Ich in einen Austausch treten. Das Projekt lädt zu einem Perspektivenwechsel ein, ohnedass das Gegenüber überzogenen Mitwirkungserwartungen ausgesetzt ist. Hinterfragt wird dabei unter anderem auch wie heute mit Narrationen von Held_Innen umgegangen wird. Imaginäre Kräfte, die Handlungsfelder durchdringen, fließen ein. Imaginationen als Bestandteile sozialer Interaktionen.

Der Begriff Space im Titel stellt eine Beziehung zu “Spacing”, zur Prozesshaftigkeit in der Herstellung von Räumen her. Spacing benennt und markiert laut derRaumsoziologin Martina Low den komplexen Formierungsprozess von Räumen. Spacing bezeichnet infolgedessen den Prozess des Positionierens in Relation zu anderen Platzierungen. Räume werden “aufgespannt”.
(Text: Ursula Maria Probst)

Die nachfolgenden Texte wurden von den Künstler_Innen verfaßt bzw. zur Verfügung gestellt:

Bernadette Anzengruber,holding out for a hero, 2010, Video, Performancedokumentation, 8 min 18 sec

Mit einer verqueren Collage aus Kostüm-, Gesten- und Textfragmenten verkehrt Anzengruber in ihrer Performance die etablierte Narration über den Helden, indem sie auf Passagen von Bonnie Tylers Videoclip holding out for a hero sowie auf Lewis Carolls Figuren zurückgreift und das Material widersinnig aneignet. Die auf einer Mauer stehende Performerin ist ins Outfit Humpty Dumptys geschlüpft und inszeniert zu Tylers Song eine an großen Gesten nicht sparsame Choreografie im Playback. Während in einer Videoprojektion der Herzkönig der japanischen Zeichentrickserie Alice in Wonderland in tragikkomischer Ernsthaftigkeit zur Rettung der Performerin eilt, verlässt diese ihre Position und klettert eigenmächtig von der Mauer. Sie lässt den gescheiterten Helden hinter sich zurück.
Die Performance wurde am 20. Juni 2009 als Intervention zur Ausstellung Pawel Althammer und Andere in der Secession Wien aufgeführt, wofür die von Althammer ursprünglich als Tunnel errichtete Installation im Sinne einer podestartigen Mauer zweckentfremdet benutzt wurde.

Kirsten Borchert, Ich seh dich nicht, du siehst mich nicht, 2014, Installation

“Willkommen liebe Besucherin und lieber Besucher, Sie betreten den heutigen Abend, durch eine Wand, die Sie zeigt, mal 3-fach, 4-fach, 5-fach, mal halbiert, oder fragmentiert. Sie sehen sich in einem besonderen Licht. Erinnern Sie sich an den Wunderkanal. Heute sind Sie ein/e andere/r, jemand ganz besonderer. Sehen sich selbst ganz neu, nur für eine Nacht. Tausendfach Sie selbst, millionenfach einzigartig.”
Die Arbeit “Ich seh dich nicht, du siehst mich nicht” besteht aus mehreren spiegelnden Stellelementen, die im losen Rhythmus zueinander gestellt sind. Unter ihnen sind einige Farbige gemischt. Die Besucherin oder der Besucher betritt das Fluc durch diese Art Membran, und sieht sich tausendfach im Spiegel. Zum einen ist es ein ironischer Hinweis auf die Frage nach der oder dem Schönsten im Land, auf der anderen Seite kennzeichnet dies den Übertritt vom alltäglichen ins Nachtleben.

Celia – Yunior, Tin Anniversary, 2014, Außeninstallation

The project looks like a street celebration for the 10 anniversary of eight ex-soviet countries in EU (Slovenia, Estonia, Latvia, Lithuania, Poland, Czech Republic, Hungary, Slovakia). It is a question about the operability of a community. How long can a powerful community gaining territory constantly, be democratic? Can the new members coming into a community bring new rules to it? Are those, which are not part of the community doomed to failure?

Daniel Djamo, We want you, 2014, Außeninstallation

The billboard puts into discussion the way Romania is perceived, as a country filled with invaders of the Western Europe. Through my work I am trying to advertise Romania´s economy and financial opportunities to Austrian people looking for a job.

Maria Mäser, “it feels like…”, 2014, Außeninstallation

Als zentrales Element der Installation, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe in der Kubatur des Kabinetts gezeigt wird befindet sich der Satz “it feels like me but actually its u” bzw. “it feels like u but actually its me”. An der Außenfassade können die 2 Aussagen die in einem Satz untergebracht und plakatiert sind betrachtet werden. Abhängig von der Perspektive des Betrachters ist entweder das “u” oder das “me” sichtbar. Das Subjekt/Objekt also das “u/me” ist im Gegensatz zum Rest des Plakats auf einem Dreieck angebracht, welches in den Raum steht und somit nur den Blick auf jeweils eines der Wörter zulässt.
Die Arbeit spielt mit den sich diametral gegenüberliegenden Bedeutungen, im inhaltlichen so wie im räumlichen Sinn.
Gleichzeitig spricht sie von einer gelebten Empathie, welche das eigene Empfinden erweitern kann. Der Moment, wenn die Grenze zwischen dem Gegenüber und einem Selbst verwischt.

Samuel Schaab, test/screen,
2010, Mehrkanal Video, Schwarz/Weiss, 2-4 Loops, 8.00 min

Test/Screen zeigt eine Abfolge von minimalen einfachen Objekten in einer unscheinbaren Raumecke. Auf mehreren Monitoren folgen diese skulpturalen Apparaturen ihren Bewegungsmustern und bemühen sich, die interne Kommunikation aufrecht zu halten.
Das Arrangement wirkt wie Modelle oder Attrappen unbekannter Vorbilder.
Die Bewegung simuliert einen fortlaufenden Sende- und Empfangsprozess.
Abtasten, Pulsieren, Rotieren, Spiegeln, Belichten und Abbilden und sind mögliche Tätigkeitsfelder der Protagonisten dieser Serie. Die Aktivität einer Apparatur erzeugt jeweils den Impuls für die darauf folgende.
Das Schalten von Licht fungiert als Motor der Objekte.
Ein sich ewig fortsetzender Reigen der unbedeutenden Bewegungen als Testfahrt für die Abbildung.
 Das Modell oder die Simulation des Bildschirms ist das bindende Glied in dieser Abfolge.

PERLEN FÜR DIE SÄUE

Tiefgaragenrock, Speedmetal Raps, Postrock Schlager, Ambiente Literatur, Pop Chor, “ETC.”

Vier störrische Kunstfiguren leisten Widerstand gegen Genre- und Stilvereisung – vereinen und vertauschen ihr Instrumentarium zu einer wilden Musikaktionsmaschine. Von tanzbar bis unheilbar, Sinn subkutan, Subtilität auf den zweiten Blick – nicht umgänglich aber unumgänglich.
Schaffensdrang enorm – Beats intravenös – Sinn subkutan – Subtilität auf den 2. Blick – Jede ein glänzendes Unikat :
https://www.soundcloud.com/pfds  

Verena Dürr: vocals, bass, keys,
Suzie Léger: vocals, ukulele
Evelyn Loschy: drums, keys
Chris Changes: bass, vocals, drums, keys

21:00 Eröffnung
22:15 Band

Eintritt frei