- Fuzzman
FUZZMAN
Trust Me Fuckers
(Lotterlabel/Hoanzl)
„Die Karawanken sind komplett verschneit“ gibt Fuzzman (von FreundInnen und sich selbst nie und nicht englisch ausgesprochen!) von unterwegs zu Protokoll, im Mai. Unterwegs ist er überhaupt immer wieder und immer wieder gerne, der Fuzzman. Egal, ob mit und in Fahrzeugen mit Rädern unten dran oder künstlerisch und musikalisch, im Kopf, im (eigenen) Studio (den Fuzzroom können Sie aussprechen wie Sie wollen!), auf der Bühne …
Vor 7 Jahren hat Herwig Zamernik (Naked Lunch) sein Alter Ego erstmals der (Musik-‐)Welt präsentiert. 2005 erschien das Fuzzman-‐Debüt, 2008 die zweite Songsammlung (beide bei Wohnzimmer Records), vier Jahre später folgt nun der dritte Streich. Erstmals mit einem noch dazu absolut vertrauensbildenden Titel versehen (wünschen wir uns nicht alle Figuren des öffentlichen Lebens, die solchen Klartext mit uns sprechen?) und auf eigens gegründetem Label.
Fuzzman macht Dinge gerne selbst. Die 13 Lieder von „Trust Me Fuckers“ sind dabei großteils im Herbst 2011 und Frühling 2012 entstanden. „Haltet Abstand“ ist ein wenig älter, aber solange „das beste Lied, das ich je geschrieben habe“ seine inhaltliche Aktualität behält, „wird es auf jedem künftigen Fuzzman-‐Album sein“, sagt Fuzzman. Hier gibt es Naked Lunch-‐ Kollegen Oliver Welter zu hören, weiters spielt der immer-‐wieder-‐Fuzzman-‐ Co Richie Klammer auf drei der Songs. Alles andere was wir hören ist purer Fuzzman, von Opener „Every Hell Is After Me“ bis zum namenlosen 13. Stück.
Einige der Songs, wie der „Cowboy Of Love“, entstanden im Zusammenhang mit einem Filmprojekt, andere, wie das unpackbare Lied „Spiel mir das Lied von der Liebe“ entsprangen dem unerschrockenen Versuch, sich an etwas wie „Schlager“ zu versuchen, Fuzzman-‐Style. Fuzzman muss als Songwriter nicht immer das Innerste, sein Innerstes nach Außen kehren, er muss das aber auch nicht nicht tun. Herauszufinden, bei welchen der Songs welche Methode zum Tragen kam ist eines der zahlreichen Spannungsmomente, dass „Trust Me Fuckers“ zu bieten hat.
Ein Album, dem Fuzzman selbst selbstbewusst das erste musikalische „Triple-‐F-‐Rating“ ever ausstellt. Spielbar im Mainstream-‐Radio, ebenso wie bei Regionalsendern und den sendungsbewussten Spezialwissenden des avancierten Indie-‐Pop.
Wenn deswegen die Style-‐Polizei der jeweiligen Lager ihre Strafmandate ausstellt – sollen sie doch! Die kommen garantiert „return to sender“, wie einst König Elvis sang – „no such number, no such person“ – weil Fuzzman weiter und schneller unterwegs ist und dabei mit seiner Musik die (Über-‐) Lebenswirklichkeit so vieler Kreativer abbildet „auf vielen Hochzeiten zu tanzen.“ Im Fall Fuzzman – neben der Arbeit an der „eigenen“ Musik – zwischen Film-‐ und Bühnenmusik, mit gelegentlichen Ausflügen in die Werbung und dem häufigeren Produzieren anderer Acts im Studio.
Die ganz große Fuzzman-‐Qualität ist dabei, dass er in dem Moment, in demer an einem Song arbeitet, genau das voll und ganz tut, ohne jegliche Distanz oder relativierende Ironie. Das heißt es, Musik zu machen und Fuzzman meint, was er macht. Egal, ob das Lied jetzt „The Devil“ heißt oder „Für immer“.