Shame (Steve McQueen, GB/USA 2011)
Brandon (Michael Fassbender), ein smarter New Yorker in den Dreißigern, hat es sich in seinem Leben augenscheinlich komfortabel eingerichtet. Als Ablenkung von der täglichen Jobroutine wirft er sich in ein exzessives Sexleben voll schneller Affären und One-Night-Stands.
Dieser gut kontrollierte Rhythmus droht jedoch zusammenzustürzen, als seine exzentrische Schwester Sissy (Carey Mulligan) unangekündigt vor seiner Tür steht und bei ihm einzieht. Ihre Anwesenheit und das unausgesprochene Bedürfnis nach Nähe treibt Brandon nur noch tiefer hinein in New Yorks düsteres Nachtleben.
In seinem zweiten Film erzählt Turner-Preisträger Steve McQueen mit kraftvoller Bildsprache von den geheimen Bedürfnissen seiner Protagonisten und davon, wie der Wunsch nach Nähe und die gleichzeitige Furcht davor den Menschen in der modernen, alle Freiheit versprechenden Welt zerreißt. SHAME war die Sensation bei den 68. Internationalen Filmfestspielen von Venedig und wurde dort mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Michael Fassbender erhielt hoch verdient die Coppa Volpi als Bester Schauspieler.