2019
15
Sonntag September

Festival Musica Sacra 2019 - Songs of Exile

Dom zu St. Pölten Domplatz 1, 3100 ST. PÖLTEN
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Beginn: 18:00 Uhr
Festival Musica Sacra 2019 - Songs of Exile am 15. September 2019 @ Dom zu St. Pölten.

»ELIAS«
Sonntag, 8. September 2019, 18.00 Uhr
Dom zu St. Pölten
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Oratorium „Elias“, op. 70
17 Uhr, Sommerrefektorium: Werkeinführung mit Gustav Danzinger
In Zusammenarbeit mit dem Bildungshaus St. Hippolyt

cappella nova graz / Domkantorei St. Pölten / L’Orfeo Barockorchester / Cornelia Horak, Sopran / Ida Aldrian, Alt / Daniel Johannsen, Tenor / Matthias Helm, Bass / Otto Kargl, Leitung

Der Kampf zwischen Gottes- und Götzenanbetung steht im Mittelpunkt dieser alttestamentarischen Erzählung. Dabei geht es um den Propheten Elija (Elias), der das Volk Israel, das sich immer mehr von Gott ab- und den alten Naturgöttern, von den Christen als falsche Götter (Götzen) bezeichnet, zugewandt hatte, auf den rechten Weg zurückbringen wollte. Aus diesem Grund inszenierte er, in Anwesenheit des Volkes Israel, einen Wettstreit auf dem Berg Carmel: Angerufen von ihren Priestern und Elias, sollten der oberste Götze Baal und Jahwe, der Eine Gott, Feuer herabregnen lassen und ein Tieropfer anzünden. Wer würde das erbetene Zeichen erbringen? Vergeblich riefen die Baalspriester ihren Götzen an – Elias aber wurde von Gott erhört. Doch das öffentlich gedemütigte Volk ließ daraufhin seinen Zorn an ihm aus, so dass er in die Wüste fliehen musste; und nach einer langen Wanderung wurde er schließlich von Gott errettet und in den Himmel erhoben: eine eindrucksvolle Lehre, die Felix Mendelssohn-Bartholdy in ein dramatisches episches Oratorium kleidet, das die Geschichte des Elias mit großen Chören und Arien erzählt.

»FROM SILENT NIGHT«
Samstag, 14. September 2019, 19.30 Uhr
Stiftskirche Herzogenburg
Consort Songs & Music for Viols
English Consort-Songs um 1600
Werke u. a. von William Byrd, Anthony Holborne, John Coperario und Thomas Ford

Private Musicke
Anna Kargl, Mezzosopran / Martina Daxböck, Sopran / Pierre Pitzl, Leitung

Auf eine besondere Weise antworteten die Menschen im England des 16./17. Jahrhunderts auf die politischen und religiösen Machtkämpfe der Oberen, denen sie hilflos ausgeliefert waren. Unterdrückt und in ständiger Angst vor Repressalien aller Art lebend, zogen sie sich zurück in ihr privates Umfeld und schufen eine musikalische Gegenbewegung, in der sie im geschützten Raum ihre eigenen Gefühle ungehindert artikulieren konnten: die Kammermusik im kleinen Kreis. Musiziert wurde auf Gambe, Laute und Cembalo, den leisen Instrumenten, mit Gesang, solo oder im Ensemble (Consort). Unzählige Kompositionen zeugen von dieser Entwicklung, deren Ausgangspunkt in John Dowlands Liedern und Lautenwerken, auch für Consort bearbeitet, zu sehen ist. Die Melancholie, die diese wunderbare ausdrucksvolle Musik verströmt, hat von ihrer Wirkung bis heute nichts verloren, wozu das sanfte, stille Klangbild der Instrumente seinen Beitrag leistet.​

»SONGS OF EXILE – LIEDER AUS DER VERBANNUNG«
Sonntag, 15. September 2019, 18.00 Uhr
Dom zu St. Pölten

Nagash Ensemble, Armenien

Im 15. Jahrhundert verfasste der armenische Priester Mkrtich Naghash ergreifende Gedichte über das Leben der von Mongolen und Osmanen aus ihrem Land vertriebenen armenischen Christen im Exil und über ihre Beziehung zu Gott. Über fünf Jahrhunderte später entdeckte der amerikanisch-armenische Komponist John Hodian ein Textfragment und wusste: Er hatte das gefunden, wonach er jahrelang gesucht hatte. Die Texte erinnerten ihn an den Genozid an den Armeniern durch das Osmanische Reich in den Jahren 1915/16 und an die Vertriebenen; die Jahrhunderte waren zusammengerückt … Die armenische Sakralmusik vor Augen, schrieb Hodian Kompositionen, die diese Zeitlosigkeit dokumentieren – eine Musik, „von der man kaum sagen kann, ob sie alt oder neu klingt, fremd oder vertraut, westlich oder östlich, schlicht oder komplex, minimalistisch oder mittelalterlich“ (BR Klassik), – gespielt auf den traditionellen armenischen Instrumenten Duduk, Oud, Dhol, verwoben mit formalen Elementen von Klavier und Gesang. Weltmusik trifft auf moderne Klassik und die Energie des Jazz.​

»MENSCHEN, ENGEL UND DER SIEBTE HIMMEL«
Sonntag, 22. September 2019, 16 Uhr
Stiftskirche Lilienfeld
Gregorianische Gesänge aus der Notre-Dame-Schule

Choralschola der Wiener Hofburgkapelle
Daniel Mair, Leitung

Mit dem Gregorianischen Choral, dem meditativen einstimmigen Gebetsgesang der Mönche, wurde der Grundstein für die gesamte abendländische Kunstmusik gelegt. Seinen Höhepunkt erlangte er in der Notre-Dame-Schule und der darauf folgenden Ars Antiqua: jenen Musikepochen des Mittelalters, in denen sich die Schlichtheit der liturgischen Gesänge mit höchster kompositorischer Komplexität paarte und, nach strengsten durch die Kirche vorgegebenen Regeln, sich die Mehrstimmigkeit zu entwickeln begann. Das Konzert widmet sich dem zentralen Thema aller Menschen: dem Tod, den wir alle erleben werden. Es ist eine Begegnung von Himmel und Erde, dargestellt in Visionen von dem strafenden Gott (dem Jüngsten Gericht), dem helfenden Gott, der durch seinen Engel das Kommen des Messias ankündigt, und dem Wirken Christi auf der Erde bis hin zu seiner Passion und Auferstehung, mit der er den Menschen den Weg ins Paradies, ins Licht weist.

»SOUNDS OF AFRICA«
Sonntag, 29. September 2019, 18.00 Uhr
Dom zu St. Pölten

Cape Town Opera Chorus
Marvin Kernelle, Leitung

„Grace Notes“ ist ein besonderes Programm mit geistlicher A-cappella-Musik, das 2016 in Frankreich erstmals erklang und seither in mehreren Kapstädter Kirchen aufgeführt wurde. Nicht nur Kontinente rücken hier zusammen, sondern auch Jahrhunderte und Musikstile. Sakrale Kompositionen von Byrd, Palestrina, Duruflé und Pärt werden mit religiöser Musik der Xhosa, Venda, Zulu und Suaheli verwoben – ein Hörerlebnis der besonderen Art, wenn kulturelle Klangwelten aufeinandertreffen und in Einklang gebracht werden. Intuitiv empfinden wir, wie alles miteinander verbunden ist, ungeachtet der großen zeitlichen Abstände, der unterschiedlichen Kulturen, der Entfernung zwischen den Kontinenten. Es ist die Sehnsucht nach Transzendenz, ausgedrückt in Musik, die uns einen Einblick in das Göttliche und Jenseitige gewährt. So erkennen wir: Alles ist eins, alles ist gleichzeitig. Und wie die Religionen Gott auch immer benennen: Es gibt nur eine Spiritualität.​